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Rehhagel-Rückkehr "wie Elvis 1968"

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Berlin - Die einen freuen sich, die anderen schwelgen in weniger schönen Erinnerungen: Die Rückkehr von Otto Rehhagel in die Bundesliga sorgt für gemische Gefühle.

Für den ehemaligen Bundesliga-Profi und Sky-Experten Jan-Aage Fjörtoft ist es „das größte Comeback seit Elvis 1968“, Meistertrainer Jürgen Klopp freut sich auf „seinen Wortwitz“, der ehemalige Vertraute Willi Lemke ist dagegen skeptisch. Die sensationelle Rückkehr von Trainer-Altmeister Otto Rehhagel in die Fußball-Bundesliga hat höchst unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp erwartet, wie er bei Liga total! formulierte, unter anderem „einen außergewöhnlichen Kollegen“, der an „beiden Enden brennt. Ich hatte nie die Gelegenheit, als Trainer gegen ihn anzutreten“, sagte der 44-Jährige - und wird sie auch nicht bekommen. Der BVB traf am Samstag bereits zum zweiten Mal in dieser Spielzeit auf Berlin (1:0), das nur bis zum Saisonende vom 73 Jahre alten Rehhagel betreut wird.

„Ich drücke ihm die Daumen dafür, dass er trotz der vielen Umstellungen in diesem Geschäft den Erfolg hat, den er sich wünscht und nicht irgendwann die Kündigung von Hertha bekommt, weil es nicht funktioniert“, sagte Bremens Aufsichtsratschef Willi Lemke der Welt am Sonntag. Der langjährige Wegbegleiter Rehhagels in Bremen freut sich „wahnsinnig für ihn“, rechnet aber mit großen Anpassungsproblemen.

„Rehhagel ist ein ganz großer Pädagoge. Aber das Geschäft hat sich dramatisch verändert“, sagte Lemke: „Und zwar nicht nur das Fußballspiel an sich. Ich meine das ganze Drumherum mit den vielen Menschen, die heute mitreden wollen. Oder nehmen Sie nur die Macht, die die Spielerberater heute teils haben. Das ist etwas, was ihm garantiert nicht gefallen wird.“

Schaaf und Babbel freuen sich

Thomas Schaaf, in Bremen 14 Jahre Spieler unter Rehhagel und nun schon fast ebenso lange selbst Werder-Coach, äußerte in der NDR 2 Bundesligashow dagegen „keine Bedenken“. Auch Markus Babbel, in München einst Rehhagels Spieler und in Berlin in der Hinrunde selbst noch Trainer schloss sich an. „Das ist grandios“, sagte der aktuelle Coach von 1899 Hoffenheim bei Sky: „Ich halte ihn für einen fantastischen Trainer. Ich habe das große Vergnügen gehabt, unter ihm trainieren zu dürfen. Ich freue mich darauf, ihn bald zu sehen.“

Ein Vergnügen war es dagegen für den damaligen Teamkollegen Thomas Strunz nicht. „Ich hatte Otto Rehhagel ein Jahr in München als Trainer. Ich muss leider sagen, dass er der Mannschaft nicht viel mitgeben konnte, weil er keinen klaren Führungsstil hatte“, sagte der Liga-total!-Experte: „Er hat der Mannschaft sehr viele Dinge selbst überlassen - und das war bei einer Ansammlung von 22 Nationalspielern ein Riesenproblem. In dieser Saison wurde der FC Hollywood geboren. Von daher kann man das sehen, wie man will.“ Und Lucien Favre, Trainer von Borussia Mönchengladbach und Ex-Hertha-Coach, meinte: „Ich werde mit 73 Jahren sicher kein Trainer mehr sein.“

Nürnbergs Coach Dieter Hecking hat Rehhagel beim Champions-League-Spiel von Bayer Leverkusen am Dienstag gegen den FC Barcelona (1:3) auf der Tribüne getroffen und stellte fest: „Auf mich macht er den Eindruck, dass er heiß auf die Aufgabe ist. Ich glaube, dass es kein schlechter Schachzug von Hertha ist.“

Auch Kollege Thorsten Fink vom Hamburger SV stellte fest: „Er wirkt für sein Alter sehr jung. Also, ich freu mich.“ Kölns Sportdirektor Volker Finke findet es „nachvollziehbar, dass jemand mit so viel Erfahrung für eine Übergangsphase Ruhe ausstrahlen wird, damit viel Druck weggenommen werden kann von anderen. Ich glaube nicht, dass Otto auf dem Platz rumspringen soll.“

Bei seinem ersten Bundesliga-Spiel seit zwölf Jahren am kommenden Wochenende in Augsburg erwartet Rehhagel aber ein heißer Tanz - verspricht jedenfalls Augsburgs Manager Andreas Rettig. „Er hat ein sehr schweres erstes Spiel“, meinte Rettig schmunzelnd: „Wir werden ihn nett begrüßen, aber danach ist es auch gut mit der Gastfreundschaft.“

SID

Rubriklistenbild: © Getty

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