Relegation

Traditionsvereine kämpfen um die Bundesliga

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Eintracht-Trainer Niko Kovac hofft auf den Einsatz von Alex Meier.

Frankfurt/Main - Für Frankfurt und Nürnberg geht es in der Relegation nicht nur um den sportlichen Erfolg. Ein Platz in der Bundesliga ist auch wirtschaftlich lukrativ. Die Hessen haben viel zu verlieren.

Im Millionenspiel um den Bundesliga-Verbleib soll „Fußball-Gott“ Alexander Meier der Frankfurter Eintracht ein Happy End bescheren. Der Kapitän und Torjäger steht im Hinspiel der Relegation gegen den Zweitliga-Dritten 1. FC Nürnberg an diesem Donnerstag (20.30 Uhr) nach elf Wochen Abstinenz vor seinem Comeback. „Er ist gesund und sicherlich eine Alternative. Ich bin zuversichtlich, dass er auflaufen kann“, sagte Eintracht-Trainer Niko Kovac am Mittwoch. „Ob von Beginn an, werden wir nach einem Gespräch mit ihm entscheiden.“

Meier soll in dem von der Polizei als Risikospiel eingestuften Duell mit den Franken die zuletzt lahme Offensive der Hessen beleben. Einen Sturmlauf werden die 51 500 Fans - darunter 5000 aus Nürnberg - in der ausverkauften Frankfurter Arena wohl kaum erleben.

„Das erste Spiel ist immer von der Taktik geprägt, um nicht schon alles zu verlieren. Wir dürfen nicht glauben, nur nach vorne stürmen zu müssen. Es wäre mir zwar das Liebste, wenn die Sache schon nach dem ersten Spiel entschieden wäre, aber so naiv bin ich nicht“, sagte Kovac.

Die Eintracht ist bei den Buchmachern Favorit. Auf der anderen Seite hat sie mehr zu verlieren als der „Club“. Das könnte Kopf und Beine der Kovac-Truppe lähmen. Der Abstieg würde Frankfurt in den kommenden Jahren geschätzt 70 bis 80 Millionen Euro kosten.

Wirtschaftliche Einbußen bei Abstieg

Der Umsatz sowie die Marketing- und Sponsoringeinnahmen würden sich beinahe halbieren, die Einbußen bei den TV-Geldern wären noch dramatischer. Statt 38 Millionen Euro in dieser Saison gäbe es nur noch rund zwölf Millionen Euro in Liga zwei. Der Verfall an Spielerwerten wird von Experten auf rund 20 Millionen Euro taxiert.

Das alles müssen die Frankfurter auf dem Platz ausblenden. „Das sind im Moment die wichtigsten Spiele für den Verein. Es geht um sehr viel. Der Druck ist beim Erstligisten sicher noch einen Tick größer, denn die Spieler wollen natürlich nicht in die Zweite Liga“, beschrieb Kovac die Situation.

Die Statistik spricht für die Hessen. Von den bisherigen 64 Spielen wurden 26 gewonnen und nur 17 verloren. Zudem behielt in den bisherigen 17 Relegationen zwölf Mal der Bundesligist die Oberhand, darunter auch zweimal die Eintracht - 1984 gegen den MSV Duisburg und 1989 gegen den 1. FC Saarbrücken. „Der Wille wird entscheidend sein. Wer sich da durchsetzt, wird nächste Saison in der Bundesliga spielen“, prophezeite Kovac und fügte an: „Ich glaube fest daran, dass wir drin bleiben.“

Weiße Relegations-Weste

Davon sind aber auch die Nürnberger überzeugt, die in der Relegation ebenfalls noch eine weiße Weste haben. 2009 gelang gegen Energie Cottbus der Aufstieg, ein Jahr später gegen den FC Augsburg der Klassenverbleib. Nach zwei Jahren im Unterhaus sieht der „Club“ nun die Zeit für ein Bundesliga-Comeback gekommen.

„In der ganzen Spielzeit haben wir Selbstvertrauen getankt. Jetzt versuchen wir, ihr das i-Tüpfelchen aufzusetzen und in der Relegation noch etwas zu reißen“, verkündete Trainer René Weiler zuversichtlich. Er ist heiß auf die Duelle mit der Eintracht, die immer von Brisanz gekennzeichnet waren und nicht selten hitzig verliefen. „Man freut sich auf solche Spiele, die strebt man als Sportler an. Auch für mich ist die Relegation ein Highlight“, sagte Weiler.

Seine Mannschaft brennt darauf, den letzten Schritt zu gehen. „Die Stimmung ist euphorisch“, berichtete Kapitän Miso Brecko. Das sind zwei große Spiele. Für die Fans, für uns, für alle. Es gibt nicht sehr viele Spiele in der Karriere, die so wichtig sind.“

Statistik Frankfurt - Nürnberg

Infos zum Spiel auf Eintracht-Homepage

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