Nach der EM 2020 in 13 Ländern

Warten auf das nächste Sommermärchen: Deutschland will EM 2024

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DFB-Präsident Reinhard Grindel.

München - In acht Jahren soll die EM in Deutschland wieder ein Sommermärchen werden. Zuvor wird 2020 aber alles anders.

Letzte Hoffnung Sommermärchen: Nach der EURO 2016 in Frankreich stehen beim Weltverband FIFA und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) drei Turniere auf dem Programm, bei denen alles anders wird - für die vielen, vielen Kritiker sogar schlimmer. Erst 2024, in acht Jahren, wird wieder nach "altem" Muster Fußball gespielt - wenn alles klappt, in Deutschland. 

"Es gibt genügend sachliche Argumente, die für uns sprechen. Wir haben die Infrastruktur, wir haben die Stadien und wir haben die Erfahrung, um eine sichere, begeisternde EM 2024 auszurichten", sagte Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der Bild-Zeitung. Für den DFB ist die EURO 2024 ein "Leuchtturmprojekt". 

EM 2024: Skandinavier als Konkurrenten

Einziger Konkurrent ist bislang ein Verbund der skandinavischen Ländern, die Entscheidung soll 2018 fallen. "Es hängt alles von einer starken Bewerbung ab", sagte UEFA-Interimsgeneralsekretär Theodore Theodoridis, für den nur "fünf bis sechs" Länder für die alleinige Ausrichtung infrage kommen. Deshalb findet in vier Jahren, zwei Jahre nach der Problem-WM 2018 in Russland und zwei vor dem Wüsten-Turnier in Katar 2022, eine historische, aber schwer gewöhnungsbedürftige EM statt. 

Bei der EURO 2020, die aufgrund der fixen Idee des inzwischen gesperrten UEFA-Präsidenten Michel Platini (61) als paneuropäische Lösung in 13 Ländern ausgetragen wird, kommen auf Fans ganz neue Herausforderungen zu. Zwischen Dublin im Westen bis Baku im Osten müssten sie hin- und herfliegen, um mehr als zwei Spiele ihres Nationalteams sehen zu können. In jeder der 13 Städte werden maximal vier Partien angepfiffen, dann zieht der UEFA-Tross auch schon weiter. 

In Deutschland finden in der Münchner Allianz Arena drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale statt - zu wenig für Gastgeber-Stimmung. Das attraktivste Paket mit beiden Halbfinals und dem Endspiel ging bei der Vergabe 2014 an England (Wembley-Stadion). Allerdings auch, weil DFB schon zugunsten der besseren Chancen auf die dann wieder "normale" EM 2024 auf eine Kampfabstimmung verzichtete. Direkte Absprachen bestreiten beide Verbände. 

EM 2020: Turnier in ganz Europa "romantisch"

Die Hinterzimmerpolitik der UEFA hat aber erst dazu geführt, dass sich die Reiseveranstalter und Tourismusbehörden schon freudig die Hände reiben. Platini, damals als UEFA-Chef unantastbar, fand es "romantisch", dass der 60. Geburtstag des EURO-Turniers mit einer Endrunde in ganz Europa gefeiert könnte. 

Das war im Sommer 2012. Im März 2015 wurde der Franzose unter großem Applaus in seine dritte Amtszeit gewählt, die jüngst von der FIFA-Ethikkommission vorzeitig beendet wurde. Rückgängig machen lässt sich die Entscheidung des Exekutivkomitees nicht mehr. Platinis Vision kam vor allem bei den Kleinen an, die nie eine komplette EM hätten stemmen können. 

Gespielt wird unter anderem in Baku (Aserbaidschan), wo sogar ein Viertelfinale steigt, Glasgow (Schottland) und Budapest (Ungarn). Alle Ausrichter müssen sich allerdings auf sportlichem Wege qualifizieren - Heimspiele der eigenen Nationalmannschaft sind nicht garantiert. 

Insgesamt werden wie schon 2016 in Frankreich 24 Teams um den Titel spielen. Die Kritik am aufgeblähten Modus reichte am Ende nicht aus, die UEFA sieht sich sogar bestätigt. "Dieses Format hat sehr viele Vorteile", sagte Theodoridis. Zwar gebe es auch Nachteile, "aber am Ende des Tages nehmen acht Länder mehr teil, in denen die Entwicklung des Fußballs gefördert wird - und das ist das, was zählt". Island und Wales waren in diesem Sommer die Paradebeispiele.

Pressestimmen zum EM-Finale: "Zum Heulen"

SID

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