DFB-Gegner Norwegen blamiert sich

"Ich hoffe, Deutschland schickt seine Frauen-Mannschaft"

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Norwegens Joshua King wird vom Weißrussen Tsimofei Kalachev im gestrigen Freundschaftsspiel zu Fall gebracht.

Oslo - 0:1 gegen Weißrussland: Norwegens Nationalmannschaft liegt vor dem Duell mit Deutschland am Boden. Supertalent Martin Ødegaard darf trotzdem nicht ran.

Die Generalprobe war ein Fiasko, Kapitän Stefan Johansen fürchtet "eine Tracht Prügel" gegen Deutschland, und die Presse stellt Nationaltrainer Per-Mathias Høgmo offen infrage: Für die norwegische Fußball-Nationalmannschaft kommt das Duell mit dem Weltmeister zum Auftakt der WM-Qualifikation am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) in Oslo zur Unzeit.

"Ich hoffe, Deutschland schickt seine Frauen-Mannschaft"

"Ich hoffe, Deutschland schickt seine Frauen-Mannschaft, dann könnten wir eine Chance haben", twitterte Helge Skuseth, Sportchef der Sunnmørsposten, nach dem 0:1 am Mittwoch gegen Weißrussland. Der Auftritt sei "ein Hohn" für alle gewesen, die zum Landslaget hielten. Kapitän Johansen, der den angeschlagenen Spielführer Per Ciljan Skjelbred (Hertha BSC) vertrat, gab zu: "Das war peinlich schwach."

Vor 16 Jahren das letzte Mal qualifiziert

Das Boulevardblatt Verdens Gang berichtete von "Frustration" im Team und bewertete Høgmo nach dem "sinnlosen" Test mit einem von sechs Würfelpunkten - ungenügend. Dagbladet schrieb von einem "neuen Tiefpunkt" unter Høgmo. Der Auftritt im Ullevaal-Stadion habe "dem amtierenden Weltmeister garantiert keine Angst gemacht". Zumal Norwegen, die Nummer 50 der Welt, seit 16 Jahren bei keinem großen Turnier mehr vertreten war. "Ein weiteres Fiasko" in der WM-Quali dürfe sich Høgmo "nicht erlauben", hieß es in Dagbladet.

Spieler streiten mit Fans

Zu allem Überfluss legten sich die Spieler auch noch mit den wenigen Fans an - nur 7180 waren gekommen -, die die Mannschaft mit einem Pfeifkonzert bedacht hatten. "Es war immer schon so, dass die Leute uns angepisst haben. Da scheiß ich drauf!", sagte Mittelfeldmann Ole Selnæs. Gegen die DFB-Elf ist das Nationalstadion trotzdem mit 26.000 Zuschauern ausverkauft.

Ødegaard "nicht gut genug für die Nationalmannschaft"

Ausnahmetalent Martin Ødegaard werden sie nicht zu sehen bekommen. Der 17-Jährige wurde von Høgmo zur U21 versetzt. Dort solle er "hilfreiche Spielpraxis" bekommen, die ihm bei Real Madrid fehlt. Wobei: Ødegaard spielt ja, allerdings nur in Reals zweiter Mannschaft in Spaniens dritter Liga. Er hoffte bis zum Ende der Wechselfrist Mittwochnacht auf eine Ausleihe - vergebens. "Im Januar gibt es ein neues Transferfenster", sagte er.

Inzwischen mehren sich die Zweifel, ob sich Ødegaard durchsetzt. "Ich bin mir da nicht so sicher", sagt Trainerlegende Egil "Drillo" Olsen im SID-Interview. Aktuell sei Ødegaard "nicht reif genug, nicht gut genug für die Nationalmannschaft".

Vier Bundesliga Profis für Norwegen auf dem Feld

Gegen den Weltmeister sollen es neben Skjelbred bis zu vier weitere Deutschland-Legionäre richten. Im Tor dürfte Ørjan Nyland vom FC Ingolstadt den Vorzug vor Herthas Rune Jarstein erhalten, obwohl er beim weißrussischen Siegtor von Sergej Kriwez (57.) nicht gut aussah.

Dazu kommen Even Hovland (1. FC Nürnberg), Hannovers Zugang Stefan Strandberg und Veton Berisha von Greuther Fürth. Der Ex-Gladbacher Håvard Nordtveit ist eine feste Größe, aber angeschlagen. Im Sturm ruhen die Hoffnungen auf dem einstigen Gladbacher Joshua King.

Die Hoffnung stirbt doch zuletzt

Høgmo sieht sich gegen "die beste Mannschaft der EM" vor der "größten Herausforderung als Nationaltrainer". Skjelbred meinte: "In Deutschland glauben sie, dass es ein Spaziergang wird. Auf dem Papier mag das so sein, aber es wäre verdammt cool, sie eines Besseren zu belehren."

SID 

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