Abschied ohne Titel

Hummels im Interview: "Es tut einfach weh"

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Berlin - In seinem letzten Spiel für Borussia Dortmund muss Mats Hummels angeschlagen vom Platz. Nach der Pokal-Finalniederlage gegen seinen neuen Club FC Bayern ist die Enttäuschung „riesengroß“: das Interview.

Fragen an Mats Hummels von Borussia Dortmund nach dem 3:4 im Elfmeterschießen im DFB-Pokalfinale gegen seinen kommenden Verein FC Bayern München.

Wie groß ist die Enttäuschung über die Niederlage?

Hummels: Die Enttäuschung ist riesengroß, über die Niederlage sowieso. Aber vor allem auch darüber, dass ich es nicht hingekriegt habe, die komplette Distanz mitzuwirken. Mein Körper hat mir leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nichtsdestotrotz haben wir heute einen großen Kampf geliefert. Bis auf zwei, drei Spieler hatte jeder Krämpfe, wir haben alles gegeben. Wir haben ein paar gute Chancen vergeben. Aber auch Bayern hatte gute Chancen, sie hätten es auch regulär gewinnen können, das hätte man auch nicht unverdient genannt. Nichtsdestotrotz war es möglich, es tut einfach weh heute. Es hätte so ein perfekter Abschied werden können.

Sie haben die Auswechslung angedeutet, wann haben Sie das gemerkt?

Hummels:  Ich habe nichts angedeutet. Ich denke, der Trainer hat gesehen, dass es nicht mehr ging. Ich habe es noch versucht. Ich hatte links schon Krämpfe vorher, in einer Szene muss ich eine Bewegung falsch gemacht haben, dann ist es mir in die Wade reingeschossen und es war Schicht in der Wade. Ich habe es versucht rauszulaufen, es ein bisschen zu lockern, aber es ist bei jeder Aktion komplett neu zugezogen. Ich glaube, man hat es mir angesehen, dass es nicht mehr ging und dass der Trainer daraufhin reagiert hat. Ich hätte wahrscheinlich später noch gesagt, dass ich rausgehen muss. Aber zu dem Zeitpunkt hatte ich es noch versucht, aber wahrscheinlich auch die Ausweglosigkeit erkannt.

Der Trainer hat gesagt, dass er Sie rausgenommen hat, weil Sie es angedeutet haben?

Hummels: Wenn ich raus will, mache ich ein klares Zeichen. Ich nehme an, dass man an meinen Bewegungen gesehen hat, dass es nicht mehr rund läuft, vermute ich mal. Aber ich habe die Aussage (vom Trainer) nicht selber gesehen.

Wie bewerten Sie Ihr Spiel heute?

Hummels: Das ist irrelevant heute. Es waren gute und schlechte Szenen dabei. Es war kein perfektes Spiel, kein schlechtes Spiel, es war Durchschnitt. Für mich überwiegt einfach die Enttäuschung, es nicht 90 oder 120 Minuten lang geschafft zu haben.

 

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Wie haben Sie das Elfmeterschießen gesehen? Thomas Tuchel sagte, dass er sich ärgert, die Reihenfolge der Schützen nicht anders festgelegt zu haben.

Hummels: Man kann da relativ wenig beeinflussen. Es war natürlich schwer heute, Schützen zu finden bei uns. Es waren alle kaputt. In der regulären Spielzeit haben sich viele schon gedehnt, man hat aber auch bei Bayern gesehen, dass sie am Ende platt waren. Es war eine lange Saison und ein ganz intensives Spiel. Ich bin niemals einer, der einem nach einem Elfmeterschießen einen Vorwurf macht. Wenn man sich dahin stellt, den Mut dazu hat und sagt: Ich schieße - dann ist das absolut lobenswert. Es ist schade, dass ausgerechnet mit Papa (Sokratis) und Sven (Bender) die beiden überragenden Spieler von uns nicht getroffen haben.

Wie bewerten Sie Ihre Dortmunder Zeit?

Hummels: Der große ganze Rückblick wird durchgehend positiv sein. Die Pfiffe in den letzten beiden Spielen, das wird für mich persönlich niemals den Blick auf die komplette Zeit trüben. Es war einfach traumhaft. Hätte mir das jemand 2008, als ich gekommen bin, so hingelegt, hätte ich es blind unterschrieben. Es war ein sehr geiler, nervenaufreibender Teil meines Lebens.

dpa

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Rubriklistenbild: © AFP

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