VfR Garching - TSV Buchbach 3:2

Garching siegt verdient! Buchbach beim Aufsteiger ohne Biss

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Nichts zu holen gab es für Maximilian Drum (14) und Christian Brucia (17) und den TSV Buchbach beim VfR Garching um Torschützen Manuel Eisgruber (9).

Garching - Buchbachs Coach hatte es befürchtet und gemahnt. Leider - aus Sicht der Buchbacher - sollte ihn seine Vorahnung nicht trügen. Mit einer derartigen Leistung war für den TSV Buchbach auch bei einem Aufsteiger nichts zu holen. Der VfR Garching hingegen spielte frisch, frech und vor allem gut organisiert auf. Wenn es den Münchner Vorstädtern gelingt, diese spielerische Klasse zu konservieren, werden sich auch andere Mannschaften gegen sie schwer tun.

aus dem Stadion am See berichtet Christian Schulz

Der VfR Garching ist zurück in der Regionalliga Bayern. Und wieder musste der TSV Buchbach ein Auftaktspiel gegen die Münchner Vorstädter bestreiten. Diesmal allerdings auswärts. Der Trainer der Rot-Weißen Anton Bobenstetter war mit dem Auftritt seiner Elf im letzten Test gegen Hallbergmoos (3:1) nicht zufrieden. "Wir hatten zwar gefühlt 80 Prozent Ballbesitz, aber mit der Spielschnelligkeit und der Durchschlagskraft im Angriff war ich nicht einverstanden.". "Wir müssen uns steigern, sonst holen wir in Garching nichts" so Bobenstetter weiter, der ausschließlich den Klassenerhalt im Visier hat.

Nicht gerade behilflich ist dabei der Ausfall der beiden Leistungsträger und Stammkräfte in der Abwehr Markus Grübl und Thomas Leberfinger. Alles dazu und mehr lest ihr in unserer Saisonvorschau zum TSV Buchbach.

Buchbach steht schlecht bei Garchings Flügelwechseln

Auch die Garchinger, welche sich gut verstärkt haben, hatten sich viel vorgenommen und wollten sich in ihrem zweiten Regionalliga-Jahr noch besser präsentieren. Beide Mannschaften legten demzufolge gut los. Die Anfangsphase verlief zunächst ausgeglichen. Das Tempo war hoch – und anscheinend waren auch beide Teams gewillt etwas zu zeigen. Dies galt besonders für den Aufsteiger aus Garching. Denn der VfR agierte mutig, achtsam in der Verteidigung und zielstrebig im Vorwärtsgang. Auch an den guten Verschiebebewegungen sah man, was Coach Daniel Weber mit seinen Jungs einstudiert hatte.

Service:

Und der freche Aufsteiger begann sogar eher die Initiative zu suchen als die Gäste. So waren es auch die Garchinger, welche sich die ersten Tormöglichkeiten erarbeiteten. Immer wieder kam sie über Diagonalbälle auf die Flügel. Die gegenüberliegenden Außen wurde bei den geschickten Flügelwechseln zu oft sträflich frei gelassen. Sicherlich Zuordnungsprobleme, die sich auch aus der notgedrungen neu formierten Defensive der Buchbacher ergaben. Dies führte schließlich zu einem Doppelschlag:

VfR furios - Doppelschlag innerhalb von drei Minuten!

Erst setzte Garchings Edeltechniker Florian De Prato mit einem Diagonalpass Daniel Suck in Szene. Dieser nutzt den Platz auf dem rechten Flügel zu einer feinen Hereingabe und der mitgelaufene Manuel Eisgruber verwandelte in der Mitte eiskalt und mustergültig zum 1:0 (15.).

Kurz darauf – der TSV hatte sich noch nicht einmal richtig geschüttelt - war es wieder Suck, der sich auf rechts schön durchsetzte und gefährlich nach Innen flankte. Dort stieg Mario Staudigl höher als alle Buchbacher Abwehrspieler und köpfte aus kurzer Distanz zur Zwei-Tore-Führung ein (17.).

Von diesem Schock erholten sich die Rot-Weißen in der ersten Halbzeit nicht mehr. Vielmehr brachen sie jetzt regelrecht ein, ließen deutlich nach. Mangelnde Körpersprache, viel zu lethargisch, immer einen Schritt zu spät, nicht in den Zweikämpfen – das sah gar nicht gut aus bei den Buchbachern. Garching hingegen zeigte hohe Laufbereitschaft, ging auch die Wege, die weh taten – und kam so noch zu einer Reihe weiterer Chancen. Glück für die Buchbacher, dass sie dabei nicht noch weitere Gegentreffer kassierten.

Garching führt verdient - Buchbach kommt das Glück zu Hilfe

Der VfR war klar am Drücker – der TSV, der immer mehr in der eigenen Hälfte eingeschnürt wurde und überhaupt keinen Zugriff auf das Spiel bekam, versuchte sich mit gelegentlichen Kontern. Allerdings gelang nach vorne gar nichts, Torgefahr gleich null – das war einfach viel zu wenig. Garchings Abwehr jedenfalls, die heute jederzeit souverän spielte, war so nicht in Bedrängnis zu bringen.

VfR Garching - TSV Buchbach

Ein Vorsprung mit zwei oder mehr Toren für die Gastgeber wäre wohl in den Augen aller 630 Zuschauer im Stadion am See völlig verdient gewesen, allerdings meinte der Fußballgott es kurz vor der Halbzeit gut mit dem TSV: In einer eigentlich ungefährlichen Situation rutschte der stark aufspielende De Prato nur wenige Meter vor dem eigenen Sechzehner unglücklich aus, Patrick Walleth nahm das unverhoffte Geschenk dankend an, passte in die Mitte - und Aleksandro Petrovic hatte keinerlei Mühe Daniel Maus im Tor der Garchinger zu überwinden (41.).

Auch in Halbzeit Zwei zeigt der Aufsteiger seine Klasse

In zweiten Hälfte ließen die Garchinger es etwas ruhiger angehen, wollten mit ihren Kräften haushalten. Ihre Überlegenheit war jetzt weniger deutlich als in der halben Stunde zuvor – aber sie spielten das hier weiter äußerst souverän. Für einen Aufsteiger durchaus beachtlich, gegen ein in der Regionalliga mittlerweile doch arriviertes Team wie die Buchbacher. Die brachten aber weiter nichts zustande, obwohl sie sich wieder mehr Mühe gaben, als in der ersten Halbzeit. Mehr Torgefahr ergab sich aus dem Bemühen jedenfalls nicht.

Dafür hatten die Hausherren die nächste ganz dicke Möglichkeit: Wieder war der am heutigen Tag furios aufspielende Suck beteiligt. Mit einem tollen Ball eingesetzt überlief er mit einer raffinierten Finte die Verteidigungsreihe, die sich hier erneut allzu leicht narren ließ, und tauchte völlig allein in zentraler Position vor TSV-Keeper Sandro Volz auf. Der wurde zum Teufelskerl – und lenkte das Leder tatsächlich mit einem unglaublichen Reflex aus der rechten unteren Ecke (59.). Wahnsinn - was für eine Chance!

Nach 69. Minuten endlich auch einmal die Buchbacher vor dem Tor der Gastgeber. Pass durch die Gasse nach halblinks in den Strafraum zu Maximilian Bauer. Doch der Abschlusswinkel wurde zu spitz - und so hatte Maus keine Problem per Fußabwehr zu klären.

Niebauer schließt Traumkombination zum 3:1 ab

Von diesem kurzen Aufflackern des Offensivpotentials des TSV ließen sich die Garchinger jedoch nicht beeindrucken. Lieber zeigten sie selber, was sie drauf haben. Und das ist einiges: Nach einer blitzsauberen Ballstafette über mehrere Stationen auf halbrechts, bei der inklusive der Laufwege alles stimmte, war es um die Buchbacher Abwehr geschehen. Der VfR spielte es auch perfekt zu Ende. Florian Wenninger gab rechts im Strafraum in die Mitte zu seinem Kapitän Dennis Niebauer und der schob den Ball aus elf Metern abgeklärt in die linke Ecke (76.). Glänzend gespielt – unhaltbar für Volz.

Damit war das Ding hier eigentlich gelaufen. Die Garchinger absolvierten auch die folgenden Minuten ohne große Unsicherheiten und spielten die Partie umsichtig nachhause. Ebenfalls ein Zeichen von Qualität. Ein von vorne bis hinten ansprechender Auftritt der Heimelf.

Verdiente Niederlage und schmeichelhaftes Ergebnis für den TSV

Buchbach kam zwar noch einmal heran, als es eigentlich schon zu spät war – allerdings half dabei fast so sehr der Zufall, wie beim ersten Treffer der Gäste: Nach einer mit dem Mute der Verzweiflung in den Sechzehner geschlagenen Flanke von rechts kam auf der gegenüberliegenden Seite Patrick Walleth an den Ball. Der wollte an der Strafraumgrenze sofort abschließen und schoss – sein Schussversuch landete aber bei Bauer, der schneller reagierte als sein verdutzter Verteidiger und den Ball mit der Fußspitze ins Tor ablenkte (91.).

Das Geschehen stellte dies aber nicht mehr auf den Kopf – es blieb beim verdienten Heimsieg der Garchinger. Dass dieser zu gering ausgefallen war, fand nach dem Spiel auch ein ehrlicher Bobenstetter: "Insgesamt schmeichelt uns das Ergebnis! Wenn wir hier nach 30 Minuten mit 0:4 hinten liegen, dann kann sich keiner von uns beschweren. Wir hatten in der ersten Halbzeit nur vier Torschüsse und in der zweiten Halbzeit nur zwei - so kannst du hier nichts erreichen!“. In der Tat – das war nix für die Rot-Weißen. Es scheint noch jede Menge Arbeit auf den Buchbacher Coach zu warten.

Quelle: rosenheim24.de

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