Viele Lichtblicke, aber auch Sorgenfalten

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(v.links): Linor Shabani (1860), Martin Söll (Kirchanschöring), Franz Holzner (Erlbach)

Hinrundenbilanz der Bayernliga Süd

Die Hinrunde in der Bayernliga Süd ist absolviert, das Fazit fällt aus Sicht der Inn/Salzachteams durchaus beachtlich aus. Der TSV 1860 Rosenheim hat sich zu einem etablierten Team in der fünfthöchsten Spielklasse gemausert, der SV Kirchanschöring kommt als stärkster Aufsteiger daher, einzig um den SV Erlbach muss man sich weiter Sorgen machen.

TSV 1860 Rosenheim

Stellt man die Uhren um zwölf Monate zurück, fällt die aktuelle Bilanz des TSV 1860 Rosenheim umso bemerkenswerter aus. Vor genau einem Jahr beendeten die Roten die Hinrunde in der Bayernliga Süd mit einer 2:5-Pleite gegen den Tabellenletzten aus Unterhaching, der direkte Klassenerhalt erschien nur noch utopischer Natur.

Nach 17 absolvierten Spielen in der Saison 2015/16 stehen die Sechziger auf dem siebten Tabellenplatz und scheinen das anvisierte Saisonziel bereits erreicht zu haben.

Man wolle eine entspannte Saison ohne Abstiegssorgen verleben, so lautete die Vorgabe seitens der Verantwortlichen. Zu turbulent war die Vorsaison mit der Rettung erst am 33. Spieltag verlaufen.

1860 steht bei 27 Punkten, der Vorsprung auf den ersten Abstiegsrelegationsplatz beträgt sieben Punkte, der Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz liegt bei sechs Punkten.

Innerhalb von zwölf Monaten ist aus dem Rot-Weißen-Sorgenkind ein stabiler Bayernligist geworden, Trainer Patrik Peltram hat mit seiner jungen Mannschaft eine beachtliche Hinrunde absolviert.

Die Mannschaft um Kapitän Chris Wallner stellt die zweitbeste Offensive der Liga, überzeugte durch attraktiven Fußball und hat sich in allen Mannschaftsteilen merklich entwickelt.

Einzig in Sachen Konstanz und Cleverness besteht beim Traditionsverein noch Luft nach oben. Zu schwankend waren die Resultate, auf Siege folgten meist Niederlagen. In zu vielen Spielen haben die Innstädter die verdienten Punkte liegenlassen.

Unter dem Strich bleibt aber ein durchweg positives Fazit. Peltram hat aus den einst jungen Wilden gestandene Spieler gemacht, die Entwicklung des Gesamtpaketes TSV 1860 geht auch abseits des Platzes voran. Und einen inoffiziellen Titel hat 1860 auch gewonnen: Nach den Siegen über Kirchanschöring (4:2) und in Erlbach (2:0) ist der TSV der Inn/Salzach-Derby-Champion.

SV Kirchanschöring

Komplettes Neuland betrat der SV Kirchanschöring mit dem Abenteuer Bayernliga Süd. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte traten die Gelb-Schwarzen in der fünfthöchsten Spielklasse an.

Zwar setzte es zum Auftakt zwei Niederlagen und der erste Saisonsieg ließ bis zum 6. Spieltag auf sich warten, dennoch meisterte die Mannschaft von Patrick Mölzl die Hinserie mit Bravour.

Nach 17 Spieltagen steht der SVK auf dem elften Tabellenplatz. 21 Punkte hat das Team um Kapitän Albert Eder eingesammelt, ist damit bester Aufsteiger und hat zwei Punkte Luft auf den Abstiegsrelegationsplatz.

Freilich ist die Situation rund um die Laufener Straße weiter angespannt, zu nahe liegt die Abstiegszone und zu ausgeglichen ist die Liga.

Aber für ein Team, das noch nie auf diesem Niveau agiert hat, ist diese Bilanz durchaus beachtlich. Auch darf man das große Verletzungspech im Laufe der Hinserie nicht außer Acht lassen.

Selten konnte Mölzl seine vermeintlich stärkste Elf aufbieten, zu oft fielen in allen Mannschaftsteilen die wichtigsten Protagonisten aus.

Hinzu kommt, dass auch der SVK einige unnötige Punktverluste zu verzeichnen hatte, ob der Unerfahrenheit ist diese wenig verwunderlich. Auch die Derby-Ausbeute lässt zu wünschen übrig, gegen Erlbach (1:2) und 1860 zog Anschöring den Kürzeren.

Aber: Die Tendenz im Traunsteiner Landkreis zeigt in die richtige Richtung. Die Mannschaft hat sich unter dem Strich als konkurrenzfähig präsentiert und kann optimistisch in Richtung Rückrunde blicken.

Abseits des Platzes fällt die Bilanz durchweg positiv aus. Kirchanschöring ist der Zuschauermagnet der Liga, auswärts und im heimischen Stadion sind die gelb-schwarzen Farben stets in großer Zahl vertreten. In Sachen Medien- und Öffentlichkeitsarbeit ist der SVK ganz vorne dabei und beweist auch hier, dass er Bayernliga durchaus kann.

SV Erlbach

Auch der SV Erlbach absolviert die erste Bayernliga-Saison seiner Vereinsgeschichte und hat den direkten Klassenerhalt als logisches Saisonziel im Visier.

Nach der Hinrunde allerdings haben die Rot-Weißen bereits vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer und belegen damit einen Abstiegsrelegationsplatz.

Nach der langen Relegation, die mit dem sensationellen Aufstieg in die Bayernliga endete, hatte die Mannschaft von Robert Berg mit vielen Herausforderungen zu kämpfen.

Sommerpause gab es im Holzland quasi keine, bis wenige Wochen vor dem Start in die neue Saison war nicht klar, ob der SVE weiter in der Landesliga spielt, oder den Sprung in die Bayernliga schafft.

Für fast alle Spieler ist die fünfthöchste Spielklasse absolutes Neuland. Dies äußerte sich im Laufe der Vorrunde an vielen Stellen. Oft agierte Erlbach zu naiv, ließ durch mangelnde Chancenverwertung und individuelle Fehler im Defensivverbund viele Punkte liegen.

Das größte aller Probleme war die schier grenzenlose Verletzungsmisere. Vor allem im Offensivbereich konnte Berg fast nie aus dem Vollen Schöpfen. Der breite Kader, in Erlbach stets ein Erfolgsrezept gewesen, war als vermeintlich stärkste Waffe außer Kraft gesetzt.

Aber: Der größte Druck ist dem SVE erst einmal genommen. Der einzige direkte Abstiegsplatz scheint an die nicht konkurrenzfähige SpVgg Ruhmannsfelden vergeben. Es gibt also keinen Grund zur Panik.

Denn zudem hat die Mannschaft in vielen Spielen nachgewiesen, dass sie in dieser Liga durchaus mithalten kann. Bis zur Winterpause muss Erlbach den Anschluss ans rettende Ufer halten, um sich im Winter endlich ordnungsgemäß vorbereiten zu können und dann im Frühjahr zur großen Aufholjagd zu blasen.

Quelle: rosenheim24.de

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