Die unendlichen Weiten des Feldkirchener Fußballplatzes

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Endlose Weiten mit Laub an den Füßen: Die Spielstätte in Feldkirchen

Für das Spiel der Woche machte Beinschuss diesmal halt in Feldkirchen und musste erst einmal kräftig durchschnaufen, als die Fotorunde um den Platz beendeet war.

Wenn der Platz so groß ist, dass sogar an der Mittellinie Fahnen aufgestellt werden müssen, der Schiedsrichter bei der Spielansetzung genau über seine Kondition nachdenkt und der Torwart fast eine Minute braucht, um einen übers Tor geschossenen Ball zu holen, dann ist man an der Heimspielstätte des TV Feldkirchen angelangt. „Sport- und Kulturzentrum“ heißt das Sportgelände in Feldkirchen – ein ehrenvoller Name für einen Traditionsverein des Kreises Inn/Salzach.

Umringt von der roten Tartanbahn und unzähligen Laubbäumen wirkt der Platz des TV noch größer als er ohnehin schon ist. Auf dem Rasen sind zahlreiche Blätter verteilt, von denen sich die Akteure des Spiels zwischen Feldkirchen und Ramerberg aber nicht irritieren lassen.

Das Ergebnis wird zur Nebensache

Der Aufsteiger aus Feldkirchen rangiert nach der 2:3-Heimpleite gegen die Ramerberger weiterhin auf dem letzten Tabellenrang und wartet immer noch auf den ersten Saisonsieg in der Kreisklasse 2. Nach einem 0:2-Rückstand erkämpfte sich der TV noch den zwischenzeitlichen Ausgleich in der 82. Minute. Doch in der Nachspielzeit machte Konrad Steffinger die dritte Saisonniederlage der Feldkirchener perfekt.  

Der guten Stimmung unter den Zuschauern tut das allerdings keinen Abbruch. In Feldkirchen ist das Publikum auffällig jung. Vor dem Kiosk haben sich die TV-Fans Bierbänke aufgestellt, trinken ihr Bier oder Spezi. So wie der eigentliche Star im Team der Feldkirchener: Kapitän Alex Kriechbaumer, der wegen eines Kreuzbandrisses seinen Mannschaftskameraden nicht helfen kann. Dann sitzt er eben auf der Bierbank, trinkt seinen Spezi und feuert den TV von dort aus an. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass ein Zuschauer, der schon seit Anpfiff in Feldkirchen dabei ist nach einer halben Stunde Spielzeit fragt, wie es denn eigentlich steht – hier geht es eben um Gemeinschaft.

Fangesänge in Feldkirchen brennen sich ein

Damit die Gemeinschaft wächst, versucht der TV die Zuschauer mit einem Spezial-Angebot zu locken. Für eine Eintrittskarte gibt es ein Freigetränk. „Vielleicht kommen dadurch ja mehr Leute und wenn jemand noch eine Wurstsemmel kauft, dann hat sich das System schon gelohnt“, erklärt der TV-Kassier. Beim Ramerberger Publikum kommt das gut an. „Wir haben davon schon gehört, aber gemeint, dass das ein Scherz ist“, freuen sie sich.

Der Autor dieses Textes hat seit seiner Jugendzeit schon einige Spiele in Feldkirchen absolviert. Von diesem Ort stammt auch der originellste Anfeuerungsspruch, den er in seiner Amateur-Fußballerkarriere jemals gehört hat. Andreas Fietz, der immer noch Sturmspitze beim TVF ist, erzielte damals ein sehenswertes Volleytor. Danach sangen die TV-Fans folgende Zeilen: „Andal du geile Schlange, keiner kann so lange - so schön - so tief – so intensiv! Tor!“

Quelle: rosenheim24.de

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