Kult-Linienrichter aus Au und Ostermünchen

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Kare der "Fahndlwinker" vom ASV Au hat unumstritten Kult-Status in der regionalen Fußballwelt erreicht

Kare der "Fahndlwinker" und Karl Strauß geben ihre Plätze an der Seitenlinie nur ungern her.

Das Spiel zwischen dem ASV Au und dem Gegner aus Ostermünchen war nicht nur spielerisch gesehen das Top-Duell der Kreisliga 1 am vergangenen Wochenende. Es war auch das Duell der kultigsten Linien-Richter des Kreises Inn/Salzach: Kare „der Fahndlwinker“ aus Au gegen Karl Strauß vom SVO. Zur Erinnerung: Die Kreisliga ist die höchste Liga, bei dem Funktionäre oder Anhänger der spielenden Mannschaften den Schiedsrichter an der Seitenlinie mit ihren Fahnen unterstützen dürfen. Aber der Bezirksliga werden die Linienrichter vom Verband gestellt.

In Sachen Kult-Status liegt der Kare doch noch deutlich vorm Ostermünchener Mann mit der Fahne. Auch wenn es bei Karl Strauß schon mal durchaus vorkommen kann, dass er mit Lederhosen und Trachtenhut am Spielfeldrand die Richtung beim Einwurf anzeigt – so hat sich der stets mit einer blauen ASV-Trainingsjacke gekleidete und die weißen Haare nach hinten gekämmte Kare schon weit über die Auer Dorf-Grenze hinaus einen Namen gemacht. Das liegt vielleicht auch am Alter, wie auch Karl Strauß findet: „Der Kare, der hat ja schon gewunken, wo ich noch in der Jugend gespielt habe.“

Emotionsausbrüche und Unbestechlichkeit

Während bei Kare ab und zu doch noch die Vereins-Sympathie beim Anzeigen der Einwurfs-Richtung durchschlägt, so ist Karl Strauß (sein Markenzeichen ist übrigens das Cap vom Biathlon in Ruhpolding und der tiptop gepflegte Schnauzer) unbestechlich in puncto Tatsachenentscheidung. Da kann es schon mal vorkommen, dass er von der SVO-Bank eine kurze Kritik einstecken muss, wenn er zugunsten des Gegners anzeigt, obwohl die Auswechselspieler gerne einen Einwurf für ihre Mannschaft gesehen hätten. Kare hingegen wurde schon ab und zu von den Schiedsrichtern der Region ermahnt, dass er sich beim Winken ruhiger verhalten solle, ansonsten müsse er seine Fahne abgeben.

Auf Ballhöhe sind beide Männer – meistens. Auch wenn sie nicht mehr mit Top-Speed die Linie entlang rasen können, so versuchen sie doch im Eilschritt stets den richtigen Blick auf das Geschehen zu erhaschen. Der Amateurfußball kann froh sein, solche Typen zu haben, die sich selbst bei strömenden Regen an die Seitenlinie stellen. Das Spiel in Au endete 2:1 für den ASV. Das Duell der Kult-Linienrichter ging unentschieden aus. Die Auer haben durch diesen Sieg noch die Chance, sich über die Relegation nächstes Jahr für die Bezirksliga zu qualifizieren. Eine Horror-Vorstellung für Kare: Denn in dieser Spielklasse müsste er seine Fahne und den Stammplatz an der Seitenlinie abgeben.  

 

 

Quelle: rosenheim24.de

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