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Gzim Shala im Gespräch mit beinschuss.de

Trainer, Fußballverrückter und Konfliktmanager. Im Interview der Woche spricht VfL-Waldkraiburg-Trainer Gzim Shala über seine reichhaltigen Erfahrungen im Fußballgeschäft, seinen neuen Verein und seine interessante Aufgabe als Konfliktmanager.

Trainer, Fußballverrückter und Konfliktmanager. Im Interview der Woche spricht VfL-Waldkraiburg-Trainer Gzim Shala über seine reichhaltigen Erfahrungen im Fußballgeschäft, seinen neuen Verein und seine interessante Aufgabe als Konfliktmanager.

Gzim, du hast im Januar den VfL übernommen. Wie fällt deine sportliche Zwischenbilanz aus?

Gzim Shala: Sehr positiv. Die Ausgangsposition war nach den Abgängen im Winter nicht einfach, aber wir haben nach einem schwierigen Auftakt in die Frühjahrsrunde die Kurve gekriegt und können schon bald unser Ziel, den Klassenerhalt, erreichen.

Womit hat dich der VfL damals überzeugt?

Shala: Ich kannte den VfL natürlich schon. Mir war der Verein, die Spieler und der Vorstand schon immer sympathisch. Zudem haben mich die klaren Strukturen im Verein überzeugt. Dann ist da noch die Infrastruktur zu nennen, die in Waldkraibrug wirklich super ist. Wir haben ein tolles Vereinsgelände und drei hervorragende Trainingsplätze. Das ist nicht sebstverständlich.

Haben sich die positiven Eindrücke bestätigt?

Shala: Absolut. Der VfL ist ein toller Verein mit wahnsinnig vielen Menschen, die unheimlich engagiert sind. Dirk Gümpel beispielsweise macht als Teammanager und Pressesprecher eine großartige Arbiet. Rainer Fleischer als mein Co-Trainer ist ein ganz wichtiger Faktor, wie auch unser Abteilungsleiter Markus Dickow und Andi Marksteiner, der als 2. Vorsitzender mein wichtigster Ansprechpartner ist. Ich bin für dieses Umfeld sehr dankbar und genieße große Unterstützung.

Es ist im sportlichen Bereich ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar. Woran liegt das?

Shala: Ich habe den Fokus ganz klar auf die Defensive gelegt. Der VfL hat einfach zu viele Gegentore kassiert, daran habe ich angesetzt. Zum Saisonstart hatten wir dann unheimlich viele Verletzte, entsprechend schwierig waren die ersten beiden Spiele. Dann aber haben wir die Kurve bekommen. Das hängt natürlich einerseits mit der Rückkehr der Verletzten zusammen, andereseits aber auch mit dem unheimlichen Ehrgeiz der Jungs. Sie ziehen im Training voll mit, das ist für einen Trainer natürlich fantastisch.

Wie schwer ist es, wenn der ehemalige Spielertrainer noch im Kader, aber plötzlich nicht mehr für die Mannschaft verantwortlich ist?

Shala: Das ist schon eine interessante Konstellation gewesen. Aber wir hatten schon vor meiner Zeit in Waldkraiburg ein super Verhältnis, daran haben wir nahtlos angeknüpft. Markus ist ein super Charakter, das hat er immer wieder unter Beweis gestellt. Er hat vom ersten Tag an voll mitgezogen und war für alle ein Vorbild. Er ist Sportler durch und durch, ich kann vor ihm nur meinen Hut ziehen.

Holst du dir Rat bei Markus?

Shala: Ja natürlich. Wir haben uns über die Mannschaft ausgetauscht, er hat mir die Spieler vorgestellt. Darüber war ich natürlich froh.

Acht Punkte habt Ihr Vorprung auf den Relegationsplatz. Der Klassenerhalt ist nur Formsache, oder?

Shala: Noch haben wir nichts erreicht. Wir müssen noch einen Sieg einfahren. Das wird schwer genug. Die Bezirksliga ist sehr ausgeglichen und es kann alles passieren. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir unser Ziel erreichen.

Dein ehemaliger Klub, der TSV Ebersberg, steckt noch mitten im Abstiegskampf. Drückst du den Jungs die Daumen?

Shala: Ja, das ist gar keine Frage. Auch wenn ich nicht mehr der Trainer des TSV bin, bleiben die Jungs immer noch meine Jungs. Ich wünsche dem Verein alles erdenklich Gute und drücke MEINEN Spielern natürlich die Daumen

Nach der starken Saison 2013/14 hat es einen Bruch gegeben. Woran lags?

Shala: Wir hatten eine extrem kurze Vorbereitungszeit, zudem hatten sich viele Spieler verletzt. Dann hat das Unheil seinen Lauf genommen und wir sind nicht wieder in die Spur gekommen. Aber grundsätzlich hat die Mannschaft wahnsinnig viel Potenzial. Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum der TSV noch immer im Tabellenkeller steckt.

Neben deiner Trainertätigkeit sitzt du im Vermittlungsausschuss zwischen BfV und Türkspor Rosenheim. Wie sieht deine Rolle genau aus?

Shala: Ich arbiete seit zehn Jahren als Konfliktmanager im Fußball. Ich selbst habe Migrationshintergrund und weiß, wie schwer es Spieler mit Migrationshintergrund manchmal haben. Ich will in meiner Tätigkeit einfach vermitteln, wie man sich bestmöglich im Fußball integriert. Dadurch dass ich beide Seiten kenne, bin ich in dieser Rolle entsprechend anerkannt.

Erkennst du positive Tendenzen?

Shala: Total. Ich habe mich insgesamt mit sieben Fällen beschäftigt. Bei allen alle Vereinen ist eine klare positive Tendenz zu erkennen. Das Vertrauen auf allen Seiten wächst. Wir reden sehr viel miteinander, das is Da sind alle gefragt. Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Offizielle, Journalisten. . . Es geht nur gemeinsam.

Wie kann das Zusammenleben auf dem Fußballplatz bestmöglich funktionieren?

Shala: Indem man miteinader redet. Das ist das A und O. Man kann die Probleme nur beheben, wenn man sich kennenlernt und die Probleme klar zur Sprache bringt. Da sind alle gefragt. Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Offizielle, Journalisten. . . Es geht nur gemeinsam. Wir alle lieben Fußball, das verbindet uns miteinander. Und genau das ist die Basis, auf der wir unsere Gespräche aufbauen.

Das ist ein würdiges Schlusswort. Vielen Dank für das Gespräch

Quelle: rosenheim24.de

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