"Der macht zu lange Urlaub" - Full-House bei Beinschuss-Direkt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
v. links: Tobias Ruf, Dzenel Hodzic, Isuf Shabani, Bekim Shabani

Premiere bei Beinschuss-Direkt. Gleich drei Protagonisten haben sich in dieser Woche den Fragen von Tobias Ruf gestellt. Dzenel Hodzic, Bekim und Isuf Shabani vom TSV Haag haben sich dabei als äußerst schlagfertig erwiesen.

Premiere bei Beinschuss-Direkt. Gleich drei Protagonisten haben sich in dieser Woche den Fragen von Tobias Ruf gestellt. Dzenel Hodzic (Spielertrainer), Bekim und Isuf Shabani vom TSV Haag haben sich dabei als äußerst schlagfertig erwiesen.

Dzenel, Ihr seid mit einem 5:0-Auswärtssieg und einem Remis furios in die Saison gestartet. Anschließend folgten fünf Spiele ohne Sieg. War der Auftakt aus mentaler Sicht zu viel des Guten?

Dzenel Hodzic: Ganz ehrlich, ein dreckiges 2:1 wäre mir fast lieber gewesen. Ich habe die Jungs gewarnt, dass die Kreisklasse kein Selbstläufer wird, leider haben uns dann einige Umstände etwas aus der Bahn geworfen.

Welche Umstände waren das?

Hodzic: Die Shabani-Brüder hatten einen tragischen Fall in der Familie zu verarbreiten. Das hat das ganze Team belastet und uns einfach nicht frei aufspielen lassen. Zudem haben wir zahlreiche Verletzte zu beklagen und einige der Jungs können aus beruflichen Gründen nicht regelmäßig am Training teilnehmen. Das hat in der Summe zu Unruhe in der Mannschaft geführt, das äußert sich dann leider auch in der Tabelle.

Eure große Stärke im vergangenen Jahr war die Defensive. Jetzt steht Ihr bei 16 Gegentoren aus sieben Spielen. Wo liegt das Problem?

Hodzic: Das hat auch mit der Trainingsbeteiligung zu tun. Zwei unserer drei Defensivleute können aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen nicht regelmäßig am Training teilnehmen. Daraus ist die logische Konsequenz, dass die Abstimmung nicht passt. Das wird in der Kreisklasse schneller bestraft als das noch in der A-Klasse der Fall war.

Auch die Offensive hat in den letzten Wochen nicht mehr funktioniert. Bekim und Isuf, wo seht Ihr hier die Gründe?

Isuf Shabani: Nach dem schwierigen Fall in unserer Familie hatten wir einfach den Kopf nicht frei. Das hat uns fertig gemacht, wir konnten uns nicht 100 Prozent auf Fußball konzentrieren. Aber wir sind auf einem guten Weg, ich mache mir für die Zukunft keine Sorgen.

Bekim Shabani: Die Leichtigkeit ist uns abhanden gekommen. Die müssen wir wiederfinden und haben gegen den SV Linde Tacherting trotz des Ergebnisses schon super Ansätze gezeigt. Wir wissen ja wie es geht, das haben wir in der Vorbereitung und zum Saisonstart geziegt.

Auffällig ist auch, dass es zuhause nicht läuft. Kein Sieg und satte zwölf Gegentore aus vier Spielen (drittschlechteste Mannschaft der Liga). Setzt Ihr Euch gerade vor heimischem Publikum zu sehr unter Druck?

I. Shabani: Eigentlich waren wir zuhause immer richtig gut. Wir haben hier in Haag über ein Jahr kein Spiel verloren, in dieser Saison allerdings ist der Knoten noch nicht geplatzt. Aber das wird kommen, da bin ich mir sicher.

Als nächstes kommt es im Spiel gegen Rott zum Duell mit einem Team aus dem unteren Drittel. Anschließend warten mit Emmering und Eiselfing deutlich schwerer Aufgaben. Ist ein Sieg gegen Rott da nicht Pflicht?

I. Shabani: Ganz genau. Wir müssen jetzt drei Punkte holen. Das hat aber nichts mit dem Gegner zu tun. Wir müssen unsere Leistung auf den Platz bringen, egal wie der Gegner heißt.

B. Shabani: Ganz ehrlich, ich schau mir die Tabelle gar nicht an. Das interessiert mich nicht. Wir müssen unser Potenzial abrufen, darum geht es.

Hodzic: Wir müssen gegen Rott alles in die Waagschale werfen. Über Einsatz und Leidenschaft kommt dann auch das Glück zurück, wir müssen es einfach erzwingen.

Dzenel, du warst nicht oft mit einer solchen Situation als Trainer konfrontiert. Wie passt du dich dieser schwierigen Phase an?

Hodzic: Ich habe das Tempo und die Intensität im Training erhöht. Zudem steht mir mein Kumpel Dominik Süßmaier, der beim TSV Buchbach in der Regionalliga spielt, beratend zur Seite. Das ist eine große Hilfe. Dominik versteht unheimlich viel von diesem Sport und sieht Dinge, die uns gar nicht auffallen.

Bekim, du bist als Landesligaspieler nach Haag gekommen. Siehst du dich als Führungsspieler jetzt in besonderer Verantwortung?

B. Shabani: Natürlich. Ich bin nach Haag gekommen, um hier etwas zu bewegen. Ich bringe mich voll ein und gebe immer Vollgas.   

Isuf, wie hat sich dein Bruder in das Team und den Verein integriert?

I. Shabani: Natürlich war der Übergang von der Landesliga in die Kreisklasse nicht leicht. Bekim hat etwas Zeit gebraucht, um sich vom Niveau her anzupassen. Aber mein Bruder ist ein super Fußballer und eine Bereicherung für die ganze Truppe. Vor allem seine Körpersprache imponiert mir und den Jungs, wir profitieren unheimlich von ihm.  

Wie funktioniert das Zusammenspiel mit deinem Bruder? Ist er der Chef auf dem Platz?

I. Shabani: Ich bin der Ältere.

Hodzic (interveniert): Und auch der Schwerere!

I. Shabani (lacht): Ja Coach, das weiß ich. Bekim und ich verstehen uns auf dem Platz einfach blind. Ich kenne seine Laufwege und kann ihn dadurch entsprechend in Szene setzen. Klar brauchen wir noch ein bisschen Zeit, uns wieder aneinander zu gewöhnen. Aber das kommt schon.

Bekim, was zeichnet deinen Bruder auf dem Platz aus?

B. Shabani: Isuf ist immer positiv eingestellt und versucht, die Mannschaft mitzuziehen. 

Was gibt es an ihm zu kritisieren?

B. Shabani (lacht): Der Junge ist einfach zu lange im Urlaub. Vier Wochen ist zu viel. Das fehlt natürlich in der Vorbereitung, ich denke, bis zur Rückrunde sollte er topfit sein.

Jungs, ganz ehrlich. Wie oft streitet Ihr euch wegen Fußball?

B. Shabani: Im Spiel ärgere ich mich schon manchmal über ihn. Aber nach dem Spiel ist alles vergessen.  

Dzenel, welcher der beiden Brüder ist der Temperamentvollere?

Hodzic (lacht): Da ich ja selbst mit den Jungs trainiere und mit ihnen auch Zewikämpfe bestreite, möchte ich diese Frage nicht beantworten. Sie sind beide sehr temeprantvoll, sagen wirs so.

Hat der Coach denn Temperament?

B. Shabani: Na klar. Er reißt uns mit seiner Art mit und gibt den Ton an.

Wohin geht die Reise des TSV Haag in dieser Saison

Hodzic: Unter den ersten Sieben, das ist unser großes Ziel. Wir wollen die Klasse halten, alles andere zählt in dieser Saison nicht. Das Wichtigste ist natürlich, dass wir gesund bleiben.

B. Shabani: Ich sehe uns auf lange Sicht unter den ersten Drei. Wir haben so viel Potenzial, das müssen wir einfach nur abrufen.

Welche Wünsche habt ihr außerhalb des Platzes?

Hodzic: Mir ist ganz wichtig, dass wir mit Respekt empfangen werden. Leider ist es manchmal der Fall, dass wir mit Vorurteilen konfrontiert werden. Das gehört sich nicht im Fußball. Wir bringen jedem Gegner Respekt gegenüber, den wollen wir auch spüren.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Magazin

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare