Beinschuss-Direkt: "Remis? Den Wunsch werden wir der Mama nicht erfüllen"

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An diesem Tisch werden die Niedermeier-Brüder Andi (links) und Peter auch am Samstag vor dem Spiel wieder gemeinsam frühstücken

Zum großen Doppel-Interview hat beinschuss.de diese Woche am Frühstückstisch der Brüder Andi und Peter Niedermeier vorbeigeschaut. Am Samstag stehen sich die Niedermeiers nämlich zum zweiten Mal in ihrem Leben im Ligabetrieb gegenüber. Das macht vor allem Mama Anni zu schaffen.

Zum großen Doppel-Interview hat beinschuss.de diese Woche am Frühstückstisch der Brüder Andi und Peter Niedermeier vorbeigeschaut. Am Samstag stehen sich die Niedermeiers nämlich zum zweiten Mal in ihrem Leben im Ligabetrieb gegenüber. Das macht vor allem Mama Anni zu schaffen.

Beinschuss.de: Servus Männer! Am Wochenende empfängt der SV Ostermünchen den ASV Au. Jetzt erzählt mal: Was war das für ein Gefühl in der Vorrunde, als ihr zum ersten Mal in Eurem Leben in einem Punktspiel gegeneinander angetreten seid?

Andi Niedermeier: Ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, dass wir gemeinsam gefrühstückt haben: Er im Anzug des ASV Au, ich in den SVO-Klamotten – das war schon ein etwas seltsames Gefühl. Im Spiel selbst war es jedoch ab Anpfiff völlig normal und ausgeblendet.

Peter Niedermeier: Ich bin vom Typ einer, der im Training genauso in den Zweikampf geht, wie im Spiel und da hatte ich ja in den letzten Jahren auch schon genügend Duelle mit meinem Bruder. Somit war die Situation eher normal für mich, auch wenn es im Wettkampf, sprich im Punktspiel eine andere Situation ist.

Bei diesem Spiel musste der kleine Bruder ja auf der Verteidiger-Position ran und der große Bruder werkelte im Auer Sturm. Zum Zweikampf kam es aber trotzdem nicht. Eure Mama war wohl sehr glücklich darüber oder?

Andi Niedermeier: Unsere Mam musste an dem Tag arbeiten und konnte nicht zuschauen – sie ging aber davon aus, dass wir sowieso nicht aufeinander treffen werden, da ich die Spiele zuvor ja im Sturm gespielt hatte. Diesen Samstag hat sie aber frei und kann zusehen – jedoch muss sie sich keine Sorgen um uns machen, da wir dieses Mal positionsbedingt nicht aufeinander treffen werden... vermutlich. Und falls doch, könnten mein Bruder und ich damit aber normal umgehen, schließlich hatten wir die Jahre zuvor im Training schon den ein oder anderen Zweikampf miteinander!

Die Mama meinte kürzlich, dass der Schiedsrichter so lange spielen lassen müsse, bis es unentschieden steht. Keiner ihrer Buben solle nämlich verlieren. Würdet ihr eine erneute Punkteteilung unterschreiben?

Andi Niedermeier: Das hat im Vorrundenspiel ja ganz gut geklappt mit dem Ausgleich in der 96. Minute (lacht). Ein Unentschieden würde ich generell aber nie unterschreiben – auch nicht gegen meinen Bruder.

Peter Niedermeier: Ja, das ist der Wunsch unserer Mama. Für mich steht aber fest, dass ich eine erneute Punkteteilung ebenfalls nicht unterschreiben würde. Der späte Gegentreffer war verdammt bitter. Die Mannschaft und ich wollen definitiv einen anderen Ausgang, der diesmal aber dann hoffentlich für uns spricht.

Warum tut sich der SVO seit dem Rückrundenstart eigentlich so schwer, Andi? Immerhin wartet ihr immer noch auf den ersten Pflichtspielsieg

Andi Niedermeier: Ich würde es gerne auf die schlechten Platzverhältnisse schieben, die sind jedoch für beide Mannschaften gleich. Nach den ersten drei Spielen hatte ich jeweils das Gefühl, dass der Gegner irgendwie geiler auf einen Sieg war als wir. Im vergangenen Spiel gegen Aschau haben wir nach der roten Karte in der 1. Minute aber endlich wieder unsere Kämpfer-Qualitäten gezeigt. Mit dieser Einstellung haben wir gegen jede Mannschaft der Liga gute Chancen!

Peter, auch der ASV Au hat in der Rückrunde etwas von seiner Souveränität eingebüßt - gegen Aibling habt ihr nur knapp gewonnen, gegen Reichertsheim klar verloren und gegen Grünthal dank einem Pelz-Freistoß gewonnen.

Peter Niedermeier: Klar, die Ergebnisse waren jetzt nicht so souverän, wie sie hätten seien sollen. In der Vorrunde ist uns dies zum Teil besser geglückt, aber das schwierige Startprogramm mit dem Derby gegen Bad Aibling, bei dem sich keiner etwas schenkt, hat uns den Einstieg in die Rückrunde nicht wirklich leicht gemacht. Dann kam mit  Reichertsheim die kampfstärkste Mannschaft der Kreisliga und auch Grünthal ist eine sehr starke Kampf-Truppe. Gegen Grünthal haben wir uns sehr gut präsentiert, vor allem kämpferisch und seit dem sind wir wieder auf dem richtigen Weg, die alte Stärke wieder zu finden.

Andi, würdest du deinem Bruder den Aufstieg mit Au in die Bezirksliga gönnen oder hättest du mehr Bock darauf, dich nächste Saison wieder mit ihm in der Kreisliga zu duellieren?

Andi Niedermeier: Am allerliebsten hätte ich nächste Saison ein Bruderduell in der Bezirksliga gehabt, das haben wir uns leider in den letzten Spielen selbst verbockt – jetzt müsste wirklich schon alles für uns laufen, dass wir den Relegationsplatz noch erreichen. Den Aufstieg würde ich meinem Bruder und dem ASV Au aber gönnen – schließlich waren sie die letzten Jahre ja schon immer kurz davor.

Peter, welche Eigenschaft auf dem Fußballplatz hättest du gerne von deinem Bruder?

Peter Niedermeier: Mein Bruder ist definitiv ein sehr lauf- und kampfstarker Spieler. Bei den zwei Eigenschaften ist er mir, denke ich, noch einen Ticken voraus. Obwohl ich mir das mittlerweile auch schon sehr stark eingetrichtert habe.

Und bei dir Andi, welche Fähigkeiten deines großen Bruders hättest du gerne?

Andi Niedermeier: Seine Schnelligkeit (lacht).  Nein, im Ernst: Seine Ballannahme nach Gerd-Müller-Manier (Ballannahme und Arsch raus) ist wirklich beeindruckend. Generell ist er sehr stark darin den Ball zu halten, damit das Mittelfeld nachrücken kann und Elfmeter schießt er bessere als ich.

Peter, bist du eigentlich überrascht, dass dein Bruder wieder seinen Torinstinkt entdeckt hat? Als ihr im Herrenbereich zusammengespielt habt, war er ja noch ein beinharter Verteidiger...

Peter Niedermeier: Nein das hat mich nicht überrascht, mein Bruder hat in der Jugend schon immer jede Menge Tore gemacht. Beim Andi ist es egal, auf welcher Position er spielt, weil er auf jeder Position wirklich alles gibt.  Deswegen war beziehungsweise ist er auch immer noch ein sehr guter Abwehrspieler oder Stürmer, weil er einfach beides mit vollem Kampf und Ehrgeiz spielt.

Euer Tipp für das Spiel am Samstag?

Peter Niedermeier: Es wird ein sehr schwieriges Spiel am Samstag, denn die Ostermünchner haben eine sehr gute Truppe, mit der sie jede Mannschaft schlagen können. Ich bin aber der Meinung, wenn wir an unsere letzten Leistungen, insbesondere die stetige Leistungssteigerung, anknüpfen und spielerisch noch eine Schippe drauflegen, haben wir sehr gute Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden.

Andi Niedermeier: Auch wenn es unsere Mam nicht unbedingt freuen wird, bin ich mir sicher, dass wir gegen Au unseren ersten Sieg der Rückrunde einfahren werden. Am Ende steht es 3:2 für uns. Tore: Fünfmal Niedermeier (lacht).

 

Quelle: rosenheim24.de

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