Beinschuss-Direkt: "Die Mannschaft hat mir sehr geholfen"

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Für Sebastian Leitmeier (rechts) spielt der Teamgeist eine zentrale Rolle. So auch im Spiel gegen Hallbergmoos, als er seinem Mannschaftskameraden Yasin Gürcan zur Seite stand.

Die heutige Ausgabe von "Beinschuss-Direkt" hat uns vom SV Kirchanschöring erreicht. Michael Wengler hat sich mit Sebastian Leitmeier unterhalten. Der 28-jährige Goalgetter spricht dabei von schwierigen Phasen, Zusammenhalt und einem ganz besonderen Erlebnis.

Die heutige Ausgabe von "Beinschuss-Direkt" hat uns vom SV Kirchanschöring erreicht. Michael Wengler hat sich mit Sebastian Leitmeier unterhalten. Der 28-jährige Goalgetter spricht dabei von schwierigen Phasen, Zusammenhalt und einem ganz besonderen Erlebnis.

beinschuss.de: Hallo Sebastian. Ihr steht supertoll da, als Wintermeister. Aber das war ein weiter Weg… Im Frühling lief es nicht besonders, erst im Herbst wirkten die Gelb- Schwarzen wie ein eingeschworener Haufen der an sich glaubt. Was macht das aus?Sebastian Leitmeier: Ja wir stehen wirklich super da, das hätte von uns vor einem halben Jahr auch noch keiner geglaubt. Nur unser Chefcoach Patrick Mölzl war von Anfang an davon überzeugt, dass wir das Zeug dazu haben, ganz oben zu stehen. Im Frühling war durch den Trainerwechsel noch vieles neu, wir haben uns alles Schritt für Schritt hart erarbeitet, wie man sieht- mit Erfolg. Wir sind eigentlich schon immer ein ziemlich eingeschworener Haufen. Ich glaube, dass die Trainer zudem großen Anteil daran haben, wie sie uns von Spiel zu Spiel auf den Gegner einstimmen und motivieren.Es war kein leichtes Jahr für Dich persönlich bei den Gelb-Schwarzen. Der System-Wechsel im Spielaufbau kam Dir toremäßig nicht sehr entgegen oder täuscht das?

Leitmeier: Das würd ich so nicht ganz sagen. Klar ist es für mich untypisch „erst“ 10 Tore auf dem Konto zu haben und viele reden mich darauf an. Vor allem warum ich häufig nur eingewechselt werde, das nagt schon an einem. Allerdings habe ich heuer die Sommervorbereitung fast nicht mitgemacht, dann kam diese „blöde“ rote Karte im Heimspiel gegen Deisenhofen. Danach war ich mit meiner Freundin und unserem Kleinen im Urlaub. Es liegt also nicht am Systemwechsel, sondern eher daran, dass ich nicht ganz „so“ fit war, wie in den letzten Jahren.Trotzdem sind Deine Treffer nach wie vor Gold wert. Man hat das Gefühl, Du verinnerlichst die neue Spielweise immer mehr. Alleine wenn der „Leiti“ auf den Platz kommt spürt man, dass die Gegner plötzlich Schwierigkeiten bekommen..?

Leitmeier: Ja zum Glück (lacht) ist das so! Es war anfangs nicht leicht immer als Joker zu kommen, doch Patrick hat dann oft mit mir geredet, mich motiviert und mir klar gemacht, wie wichtig ich in dieser Rolle für die Mannschaft bin. Es hat dann tatsächlich ziemlich oft geklappt - zum Schluss hat es sogar Spaß gemacht, wenn man merkt, wie die Gegner teilweise nervös wurden.Von außen sieht es fast so aus, wie beim FC Bayern. Die Gelb-Schwarzen als Kollektiv und dann noch diese Einzelspieler. Nur wer ganz starke Abwehrspieler hat, bekommt diese Elf mitsamt Leitmeier & Co. in den Griff. Ansonsten gilt der Kampf dem Spielsystem oder eben den Einzelkönnern. Täuscht das? Leitmeier: Nein das täuscht sicher nicht. Wir funktionieren eigentlich nur als Kollektiv - jeder muss immer alles geben und durch unsere Breite im Kader können wir leichter Ausfälle kompensieren. Das System haben wir alle verinnerlicht, trotzdem haben wir auch Spieler wie den Schmidi (Co-Trainer Stephan Schmidhuber), Patrick (Mölzl, den Coach) oder Heini (Christian Heinrich) die auch einmal ein Spiel durch ihre Extraklasse entscheiden können.Es ist sicher keine leichte Situation von der Bank aus ins Spiel zu kommen. Stützen Dich Deine Kollegen und Trainer, spürst Du wie wichtig Du nach wie vor für die Mannschaft bist?Leitmeier: Wie schon gesagt: Es war anfangs nicht gerade leicht und eine ungewohnte Situation. Es wird im Umfeld viel geredet und man wird dadurch verunsichert. Doch die Mannschaft hat mir da sehr geholfen, mit mir geredet oder aufheiternde SMS geschrieben. Und mir immer versichert, wie wichtig ich für das Team bin, egal ob ich in der Startelf stehe oder von der Bank komme.

Du bist vor einigen Monaten Vater geworden. Wie sehr hat Dich das verändert, Dein Leben verändert?

Leitmeier: (lacht). Es ist ein super Gefühl und bestimmt das schönste Erlebnis in meinem Leben. Es stellt sich von einem Tag auf den anderen alles komplett auf den Kopf. Die Nächte sind kürzer, aber das nimmt man alles gerne in Kauf, wenn man von zwei Kinderaugen angelacht wird. Persönlich bin ich ruhiger geworden, es gibt jetzt eben nicht mehr nur Fußball (lacht erneut).Mit 28 Jahren gehörst Du schon fast zu den älteren Spielern in der Elf. Gibt es bei Euch auch eine Hackordnung- ähnlich den Profi- Mannschaften? Dort Siezen ja jüngere Spieler die Schweinsteigers & Co…Leitmeier: Nein das gibt es bei uns nicht,  aber das mit dem Siezen wär eine gute Idee. Nein Spaß bei Seite. Wir helfen alle zusammen und sonst ist es wie bei jedem Verein, wenn etwas fehlt oder Tore getragen werden müssen. Dann müssen zuerst die Jungen ran.Jetzt kommt wieder diese ewig nervige, dumme Frage: Was glaubst Du, wo werdet Ihr am Ende dieser Landesliga- Saison stehen?Leitmeier: Ich persönlich glaube, wenn wir unseren Weg Schritt für Schritt weiter gehen, jede Woche alles aus uns rausholen, ein bisschen Glück haben und vor größeren Verletzungen verschont bleiben, stehen wir am Ende ganz oben!Wenn Du mit Deiner persönlichen, sportlichen Situation vielleicht auch nicht ganz glücklich sein kannst, was reizt Dich mehr? Eventuell ein Wechsel oder sich durchbeißen mit dem zusammen gewachsenen Team zu kämpfen und zu zittern – am Ende vielleicht sogar noch aufzusteigen?Leitmeier: Ich will und werde mich auf alle Fälle hier wieder durchsetzen und natürlich alles dafür geben, um am Ende den Aufstieg zu schaffen. Das habe ich immer schon gesagt: Es wäre ein Traum, mit Kirchanschöring aufzusteigen und für mich persönlich auch mein erster Aufstieg!Wie war das eigentlich gegen Hallbergmoos... Diese 2000 Zuschauer. Spornt so eine Rekord-Kulisse an oder hattest Du auch wie mancher Mitspieler ein „bedrückendes“ Gefühl?Leitmeier: Es war ein Wahnsinns Gefühl ins volle Stadion einzulaufen! Klar spornt sowas an. Ich war hochmotiviert, vor allem weil ich von Anfang an ran durfte. Am Ende war es einfach nur ärgerlich,  dass wir das nicht umsetzen konnten, was wir uns vorgenommen hatten.Was wäre da erst los gewesen, wenn Ihr ein Tor gegen Hallbergmoos geschossen hättet? Da ging ja keiner von den 2000, die glaubten bis zum Schluss an Euch..Leitmeier: Ja das haben wir uns nach dem Spiel in der Kabine auch gefragt, wie laut es wohl geworden wäre? Aber wer weiß, vielleicht bekommen wir ja in der Rückrunde nochmal die Gelegenheit, das heraus zu finden.Glaubst Du, es kommen noch einmal so viele Fans? Zum Beispiel wenn es gegen Eching am letzten Spieltag tatsächlich noch um etwas geht? Bei Wacker in Burghausen brachen vor vielen Jahren beim Aufstieg von der Landes- in die Bayernliga ja alle Dämme…Leitmeier: Wenn wir weiter unsere Leistung bringen und am Ende da oben stehen, dann werden wir nochmal vor 2000 Leuten spielen dürfen und hoffentlich brechen dann auch bei uns alle Dämme.Und was wäre dann erst in der Bayernliga los? Die Zuschauer rennen dem SVK ja beinahe die Bude ein..? Leitmeier: An das denk ich noch gar nicht, bis dahin ist es noch ein langer Weg. Es werden noch 10 harte Spiele, aber es macht schon Spaß, jedes Heimspiel vor mindestens 500 Zuschauern zu spielen,  davon können andere Vereine nur träumen.Vielen Dank für das Gespräch.

Quelle: rosenheim24.de

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