FC Deisenhofen - SB DJK Rosenheim 2:1

Traumtor in letzter Sekunde kostet Sportbund die Punkte

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Einen Punkt verdient gehabt hätte sich in Deisenhofen ein kämpferischer und engagierter SB Rosenheim. In der Bildmitte der Matchwinner der Blauhemden Masaaki Takahara.

Deisenhofen - Gut gespielt und nach der brutalen Heimklatsche gegen Dachau vieles richtig gemacht hat der SB Rosenheim auswärts beim FC Deisenhofen. Obwohl sie phasenweise die bessere Mannschaft waren, schafften es die Grün-Weißen am Ende nicht, sich für ihren Aufwand mit einem Punktgewinn zu belohnen. In der Nachspielzeit verhalf ein Geniestreich Marke Tor des Monats den Gastgebern zum Sieg.

aus Deisenhofen berichtet Christian Schulz

Keine leichte Aufgabe stand heute für den SB Rosenheim an. Nach dem 0:5 Heimdebakel in der Vorwoche gegen den ASV Dachau ging es auswärts zu einer der Mannschaften, die, was das spielerische Vermögen angeht, traditionell zu den stärksten dieser Landesliga Südost gezählt wird. Allerdings auch zu einem Gegner, bei dem man im Vorjahr gewinnen konnte – und der doch einen gewissen personellen Aderlass verkraften musste.

Sportbund fast mit Blitzstart in hektischer Anfangsphase

Das Spiel im Münchner Vorort Oberhaching hatte kaum begonnen, da hätte der Sportbund gegen die Gastgeber vom FC Deisenhofen fast einen Blitzstart hingelegt: Steiles Anspiel in die Spitze, Fatih Eminoglu setzte sich zentral wunderbar gegen gleich zwei Mann durch und kam zum Abschluss – doch sein Schuss von knapp innerhalb des Strafraums verpasste die linke untere Ecke um Zentimeter (3.)! Es wäre ein Start nach Maß gewesen für den SBR. Und schneller Balsam für die geschundene Seele.

Service:

Fast im Gegenzug allerdings auch die Riesengelegenheit für die gastgebenden Blauhemden ihrerseits in Führung zu gehen: Ein schnell vorgetragener Kombinationsangriff der vom rechten Flügel der Hausherren ausging, endete schließlich nach mehreren Stationen halblinks bei Dennis Yimez. Der drang in den Sechzehner vor, ließ noch einen Verteidiger aussteigen – und schoss aus guter Position über den Kasten (5.).

Kein hochklassiges - aber ein unterhaltsames Duell

Es war einiges los, in diesen Anfangsminuten. Die 200 Zuschauer auf der Deisenhofener Sportanlage bekamen ein abwechslungsreiches Hin- und Her zu sehen. Es war kein hochklassiges – aber dennoch ein interessantes, weil unterhaltsames Match. Nicht hochklassig, weil beide Mannschaften dafür zu viele Fehler begingen und Defensivreihen auf beiden Seiten des Platzes im Minutentakt Tormöglichkeiten zuließen – und unterhaltsam aus den gleichen Gründen.

FC Deisenhofen - SB Rosenheim

Die nächste Großchance gehörte wieder dem FCD: Diagonaler Flugball von Marco Finster aus dem rechten Halbfeld punktgenau in den Rücken der Abwehr, links im Strafraum erreichte Deisenhofens japanischer Wirbelwind Masaaki Takahara das Leder – doch sein Abschluss aufs kurze Eck ging lediglich ans Außennetz (7.).

Viele Abschlüsse und Führung für den SBR

Nach zehn Minuten dann die Führung für die ganz in grün gewandeten Gäste: Shpitim Sulimani kam halblinks auf Höhe des Sechzehners der Einheimischen an den Ball und verwandelte per abgefälschtem Flachschuss ins die linke untere Eck! Keine Chance für FCD-Keeper David Hundertmark, der in die andere Ecke unterwegs war. 0:1 – war das wichtig für die Moral des Sportbunds!

Nachdem die Hektik der ersten zwanzig Minuten vorüber war, verflachte die Partie etwas, wurde zerfahrener und bot kaum noch spektakuläre Szenen vor den Toren. Die Rosenheimer spielten weiter ihren einfachen, klaren und nüchternen Fußball – jetzt allerdings etwas mehr auf die Absicherung in der Defensive bedacht. Sie lagen ja in Front und konnten auf Konter setzen und darauf warten, vielleicht einen weiteren erfolgreichen Nadelstich zu setzen – keine schlechte Marschroute eigentlich.

Rosenheim stark verbessert - Deisenhofen unter seinen Möglichkeiten

Die Hausherren hingegen zeigten eine schwache Vorstellung in diesen ersten 45 Minuten: Während die Gäste es größtenteils mit engagierter Geradlinigkeit probierten, versuchten die Deisenhofener über ihre gewohnt etwas kunstfertigere Linie zu kommen – zeigten dabei allerdings zu wenig Tempo, zu wenig Ballsicherheit, sowie jede Menge Fehlpässe und hatten eine verheerende Zweikampfbilanz. Die direkten Duelle Mann gegen Mann gewann so gut wie allesamt der wacker kämpfende Sportbund aus Rosenheim.

Der hatte dann auch folgerichtig die einzig erwähnenswerte Chance gegen Ende der ersten Spielhälfte: Der technisch starke rechte Flügelflitzer des SBR Marko Tomicic wurde zentral in Szene gesetzt, setzte sich im Zweikampf energisch durch und zog aus etwa achtzehn Metern ab. Sein auf das rechte untere Toreck gezielter Ball wurde nur knapp zur Ecke abgefälscht (33.)! Es blieb bei der nicht unverdienten Halbzeitführung für die Gäste, die hier phasenweise die bessere, weil deutlich willigere Mannschaft waren.

Der Sportbund einmal unaufmerksam - Ausgleich für Deisenhofen

Gut zehn Minuten nach Wiederbeginn fiel den Blauhemden dann das Glück in Form des Ausgleichstreffers vor die Füße: Irgendwie trudelte das Leder nach einem Vorstoß der Gastgeber über rechts hinter die Abwehr, wo es in einer unübersichtlichen Situation zu einem Missverständnis zwischen SBR-Torhüter Dominic Zmugg und seinem Abwehrspieler Florian Hofmann kam, nachdem die Rosenheimer zuvor ein Foulspiel auf außen moniert und fatalerweise abgeschaltet hatten. Deisenhofens Martin Bachhuber reagierte gedankenschnell, spritzte dazwischen – und fackelte nicht lange, sondern schloss vom rechten Fünfereck aus der Drehung heraus zum 1:1 ab (52.). Bitter – denn dieser Ball hätte mehrfach geklärt werden können.

Danach ließen die Gastgeber ein klein wenig von ihrem eigentlichen Potential erahnen und erarbeiteten sich nach und nach Feldvorteile, zwangen die Rosenheimer mehr und mehr in die Defensive. Der Sportbund kam nun selbst im Gegensatz zur ersten Halbzeit gar nicht mehr gefährlich in die Hälfte der Deisenhofener. Konter blieben fast vollständig aus. Die Einheimischen also dominant, allerdings ohne konkrete Tormöglichkeiten – denn dafür blieben sie, obwohl sie sich nun mehr mühten, weiter zu harmlos.

Alles läuft auf ein gerechtes Unentschieden hinaus

Diese Drangphase der Hausherren hielt etwas mehr als eine Viertelstunde an, dann ebte ihre Überlegenheit Stück für Stück ab. Der SBR konnte sich wieder etwas mehr befreien und das Spiel ins Mittelfeld verlagern. Dort spielte es sich dann auch größtenteils ab – Torchancen waren absolute Mangelware.

Je näher das Ende dieser Begegnung rückte, desto mehr gewann man den Eindruck, dass sich beide Teams mit einem Unentschieden wohl würden ganz gut anfreunden können – und nicht mit letzter Energie eine Entscheidung suchten. Vor allem aus Sicht der Rosenheimer durchaus verständlich. Nach der Enttäuschung der Vorwoche wäre ein verdienter Auswärtspunkt definitiv ein Schritt in die richtige Richtung gewesen.

Geniestreich von Takahara entscheidet das Spiel

Doch als sich bereits alle Beteiligten und Zuschauer seit etwa zwanzig relativ ereignislosen Minuten auf ein gerechtes Unentschieden eingestellt hatten, kam doch noch das dicke Ende für den Sportbund: In der bittersten, weil spätest möglichen Form.

Ein letzter Freistoß für den FC Deisenhofen in aussichtsreicher Position, gut 25 Meter halblinks vor dem Kasten der Rosenheimer. Technik-Wunder Takahara übernahm die Verantwortung, schnappte sich die Kugel und schnibbelte sie mit einem satten Schuss unhaltbar für Zmugg in den linken Winkel des Gästetores (95.)! Was für ein Traumtor! In der allerletzten Sekunde! Und was für ein bitterer K.O. für den Sportbund!

Konsternierter Sportbund wieder ohne Punkte

Denn das Spiel wurde nicht wieder angepfiffen, sondern unmittelbar nach dem Treffer beendet. Der Sportbund aus Rosenheim, bei dem es neunzig Minuten lang so aussah, als könnte er sich nach der blamablen Niederlage zuhause gegen Dachau hier mittels eines Achtungserfolgs rehabilitieren – und der in der Tat kein schlechtes Spiel gezeigt hatte – stand plötzlich erneut mit leeren Händen da. Trübsal in Grün. Den geknickten SBR-Akteuren, die hier absolut auf Augenhöhe agiert hatten, wird nichts anderes übrig bleiben, als den Mund abzuputzen und weiterzufighten.

Quelle: rosenheim24.de

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