Derby Dorfen - Ampfing, Lokalduell Au - Kolbermoor

Die Bezirksliga Ost vor dem ersten Spieltag 2016/17

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Ampfings Rückkehrer Kevin Kostner (l.) muss am ersten Spieltag gleich im Derby gegen den Herrn Vater und seinen Ex-Verein TSV Dorfen ran!

Rosenheim - Auch in der Bezirksliga Ost geht am Freitag die neue Saison los. Es hat sich jede Menge getan bei unseren Vereinen und in der Bezirksliga überhaupt. Vor dem Saisonstart sollt Ihr natürlich auf dem Laufenden sein. Wir haben für Euch Alles - die Saison und den Auftaktspieltag - in einer großen und ausführlichen Vorschau zusammengefasst. Der Startschuss der Saison 2017/17 fällt in Ostermünchen. Die Kracherpartien der ersten Runde sind das Derby Dorfen gegen Ampfing, sowie das Lokalduell Au gegen Kolbermoor.

In der Bezirksliga Ost spielen dieses Jahr nur noch sieben Vereine aus dem Inn-Salzach-Kreis - so wenige, wie seit Jahren nicht. Die Veränderungen sind schnell erklärt: Der ESV Freilassing als Meister und der TSV Kastl via der erfolgreichen Relegation verabschiedeten sich als Aufsteiger nach oben in die Landesliga. Der TuS Raubling sowie der TuS Traunreut und der chancenlose FC Hammerau schlugen den umgekehrten Weg ein. Erstgenannter findet sich zukünftig in der Kreisliga 1 wieder, die beiden Letztgenannten müssen in der Kreisliga 2 an den Start gehen. Neu hinzugekommen sind Bezirksliga-Rückkehrer SV Ostermünchen und erstmals in seiner Vereinsgeschichte der SV Saaldorf.

Das sind dieses Jahr die Favoriten

Als Favoriten des neuen Spieljahres gelten die Enttäuschten des letzten Jahres oder Mannschaften, die bereits in der vergangenen Saison positiv auf sich aufmerksam machen konnten, aber vielleicht noch nicht so weit waren, ganz oben mitzuspielen:

Zu nennen wären hier in der ersten Kategorie der TSV Ampfing und der SV-DJK Kolbermoor, welche nun schon seit Jahren in der Bezirksliga vorne mit dabei sind, aber vor allem im letztjährigen Saisonfinish schwer Federn ließen. Sie wollen und werden nun mit Sicherheit einen neuen Anlauf starten, die Bezirksliga-Spitze zu erklimmen.

Zur zweiten Kategorie gehören der TSV Moosach bei Grafing, bei dem jedoch abzuwarten ist, wie die Neuzugänge die schwerwiegenden Abgänge von Kalibern wie Top-Torjäger Stefan De Prato (folgte seinem Bruder Florian mit einem Jahr Verspätung zum Regionalligisten VfR Garching) und Trainer Francisco Copado (wechselte zum FC Gundelfingen in die Bayernliga) kompensieren, und der SC Baldham-Vaterstetten, der seinen ohnehin auf dem Papier gut besetzten Kader nochmals verstärken konnte und mit Mike Probst zudem einen altgedienten Trainerfuchs sein eigen nennt.

Wer wird sich voraussichtlich schwerer tun

Wer sich um die letzten Ränge des Tableaus balgen wird, ist äußerst schwer vorherzusagen. Zumal in einer Liga, in der vor allem die zweite Tabellenhälfte dermaßen ausgeglichen ist. Zu nennen sind hier natürlich in erster Linie - sollte nicht eines der Teams als Überraschungsmannschaft durchstarten - die Aufsteiger VfB Forstinning, SV Saaldorf und SV Ostermünchen. Dafür spricht einfach die Erfahrung der letzten Jahre. Ob ein Team allerdings ähnlich abgeschlagen landen wird, wie in der Vorsaison der Club aus Hammerau, bleibt abzuwarten.

Hinzu kommen vielleicht die Teams, welche sich letzte Saison erst oder nur auf den letzten Metern retten und einen drohenden Abstieg vermeiden konnten. Sei es, weil sie eine Saison weit unter ihren Erwartungen gespielt haben, oder weil für das Potential des jeweiligen Vereins die Bezirksliga ohnehin das momentane Maximum darstellt. Zu denken wäre hierbei an den SV Dornach, den TSV Ebersberg, den TSV Waging und das letztjährige Überraschungsteam vom ASV Au.

Der erste Spieltag 2016/17

Am ersten Spieltag der Saison 2016/17 kommt es zu insgesamt sechs Partien mit Beteiligung aus unserem Spielkreis. Das wohl prestigeträchtigste Match dabei ist das Derby zwischen dem TSV Dorfen und den Nachbarn vom TSV Ampfing. Ein Duell, das gleich in mehrerlei Hinsicht interessant ist - nicht nur durch die geographische Nähe beider Vereine.

TSV Dorfen - TSV Ampfing (Samstag, 17:00 Uhr)

Während der TSV Dorfen um Trainer und Ex-Profi (u.a. Saarbrücken, Hamburger SV und 1.FC Köln) Michael Kostner personell aufgerüstet eine definitiv stärkere Saison als die letzte Spielen und gleich zu Beginn der Saison dem Nachbarn mit der traditionsreichen Vergangenheit eins auswischen möchte, hat sich auch bei den Schweppermännern Einiges, um nicht zu sagen Alles, verändert.

Service:

In Ampfing wurde sowohl der Trainer gewechselt, als auch der Kader runderneuert. Welchen Erfolg dies zeitigen wird, wird sich zeigen. Auf Ex-Schalke-Profi Günter Güttler, der nicht gerade auf die feine englische Art geschasst wurde, nachdem ihm noch kurz zuvor sogar eine Verlängerung seines Engagements in Aussicht gestellt worden war, folgt Gzim Shala (51). Der Kosovare ist ein altbekanntes Gesicht in der Bezirksliga Ost, war er doch zuvor schon beim TSV Ebersberg und dem VfL Waldkraiburg tätig.

Was die Mannschaft angeht lasten viele Hoffnungen auf Neuling Johannes Scheiber. Der Torjäger, der in der letzten Saison beim Absteiger TuS Traunreut gleich neunzehn Mal ins gegnerische Netz traf, soll gemeinsam mit Rückkehrer Alin Ionas (FC Töging) für bitter nötigen frischen Wind im Angriff sorgen.

Vom Derby-Gegner aus Dorfen sind gleich zwei Spieler nach Ampfing gewechselt: Trainer-Sohn Kevin Kostner, der somit gleich im ersten Spiel nach seiner Rückkehr zu den Schweppermännern auf das Team seines Vaters und letztjährigen Trainers trifft, soll der zuletzt wackeligen Innenverteidigung mehr Stabilität verleihen. Ebenfalls die Offensive verstärken soll hingegen Michael Cossu.

Verlassen haben den TSV Ampfing hingegen Spieler wie Benjamin Birner (TuS Prien), Birol Karatepe (VfL Waldkraiburg) und Torhüter Sven Kouame (FC Töging).

Was den Spielstil angeht, den er von seinem Team umgesetzt sehen möchte, hat Coach Shala klare Vorstellungen: "Wir wollen einen durchdachten Fußball spielen. In dieser Liga ist das Zweikampfverhalten enorm wichtig - und wenn Du den Ball erobert hast, muss die Post abgehen! Man kann mit schnellem Umschaltspiel sehr gut zum Erfolg kommen. Das hat man in der vergangenen Saison beim ESV Freilassing gesehen, der sich mit dieser Spielweise den Titel geholt hat."

ASV Au - SV-DJK Kolbermoor (Samstag, 17:00 Uhr)

Ein weiteres höchst brisantes Aufeinandertreffen zum Saisonstart ist das Lokalduell zwischen dem ASV Au und dem SV-DJK Kolbermoor. Auf heimischem Geläuf wollen die Auer genauso kämpferisch überzeugen wie in der Vorsaison und den favorisierten Nachbarn aus Kolbemoor gleich zu Beginn des Spieljahres mit einer Niederlage nachhause schicken.

Auch in diesem Jahr wird es für den ASV nur um eines gehen - den Klassenerhalt. Vom ersten bis zum letzten Spieltag. Und das wissen die Auer auch ganz genau. Sie lassen sich von der am Ende überraschend guten Tabellenposition des Vorjahres nicht blenden und wollen mit ihrem ganz eigenen Teamspirit zeigen und bestätigen, dass der ASV zurecht in die Bezirksliga gehört.

Das Auer Erfolgsteam ist zusammengeblieben und hat keinen Abgang zu verzeichnen. Hinzugekommen sind hingegen einige talentierte Kicker: Dominic Reisner (23, TuS Raubling), dessen kleiner Bruder Julian (19, JFG Inn-Achental), Quirin Seebacher (22, ASV Großholzhausen) und Simon Kapsner (19, aus der BOL-Meister-U19 des SB Rosenheim) - vier Junge und talentierte Spieler. Mit Stefan Sollinger (27, ebenfalls TuS Raubling) konnte zusätzlich ein erfahrener Defensivallrounder an den Kreuthweg gelockt werden. Für das Tor stehen künftig mit Andi Kasprzyk (25, ASV Happing) und dem zur ersten Elf zurückgekehrten Oldie Andi Dorsch (30) zwei weitere Alternativen zur Verfügung, welche den Konkurrenzkampf beleben und das Niveau zwischen den Pfosten heben sollen.

Die einzig schwerwiegende Veränderung in Au hat sich auf der Trainerbank ergeben. Nach viereinhalb Jahren erfolgreicher Arbeit inklusive dem Bezirksligaaufstieg und anschließendem Klassenerhalt ist Markus Glück aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Seinen Platz auf der Trainerbank hat Franz Pritzl Platz eingenommen. Sicherlich keinen kleinen Fußstapfen für den Trainer-Routinier, der zuvor in Raubling und Bad Aibling tätig war.

In Kolbermoor hingegen ist mit Nenad Grizelj weiterhin der Trainer der letzten Saison Chef an der Seitenlinie. Ihm ist es gelungen für die neue Saison mit Andreas Garhammer einen spielstarken ehemaligen Schützling vom TSV Bad Endorf an den Huberberg zu locken. Sicherlich eine große Verstärkung für die Offensive des stets ambitionierten Bezirksligisten.

Das Gleiche versuchte er mit dem bulligen Kapitän des TuS Prien Franz Anzinger für die Defensive. Doch der Priener Leistungsträger sprang im letzten Moment ab - nachdem er bereits fest in Kolbermoor zugesagt hatte, überlegte er es sich anders und wollte lieber weiter beim Kreisliga-Aufsteiger bleiben. Weniger turbulent und dafür erfolgreich verlief der Wechsel des Mittelfeld-Routiniers Ümit Ari. Der 30-jährige kehrte von Türkspor Rosenheim zurück nach Kolbermoor.

Verlassen haben den SV-DJK hingegen zwei absolute Stützen des Teams: Die Brüder Dominik und Alexander Schlosser wechselten im Doppelpack zum SB Chiemgau Traunstein und spielen dort künftig in der Landesliga. Zwei Wechsel, die sicherlich so leicht nicht zu verkraften sein werden. Vor allem Dominik Schlosser wird kaum zu ersetzen sein. Nenad Grizelj und sein Team werden dies auf anderen Wegen auffangen müssen. Ebenso verlassen hat die Kolbermoorer Christian Schnebinger. Der Mittelfeldspieler kickt künftig für den SB Rosenheim.

Gut für die Kolbermoorer ist auf jeden Fall, das auch einige arrivierte und verlässliche Kräfte, von denen es zwischenzeitlich immer wieder hieß, dass sie gehen oder gar aufhören würden, weiterhin für die Rot-Blauen die Fußballstiefel schnüren werden. Wozu es am Ende für den SV-DJK reichen wird ist sicherlich eine spannende Frage. Das Auftaktspiel in Au ist in dieser Hinsicht vielleicht schon ein erster Hinweis und Lackmus-Test.

TSV Waging am See - TSV 1877 Ebersberg (Samstag, 14:30 Uhr)

Bei den Seerosen hat nach der verkorksten letzten Saison ein neuer Mann das Ruder übernommen. Auf dem Trainerstuhl der Waginger sitzt künftig Ali Gezer. Ein in der Region bekannter und geschätzer Coach. Ali Gezer kann auf eine lange und erfolgreiche Zeit sowohl als aktiver Spieler als auch als Trainer unter anderem in Hammerau, Freilassing und Salzburg zurückblicken.

Den Kader Richtung Österreich verlassen hat Simon Singhammer. Weitere nennenswerte Abgänge sind die von Mittelfeldspieler Bruno Tschoner und Stammtorhüter Manfred Sommerauer. Während sich die beiden Richtung Kirchanschöring (Bayernliga) und Freilassing (Landesliga) verbschiedet haben, gingen Michael Auer und Andreas Siegel den umgekehrten Weg.

Ob der TSV unter Trainer Gezer erfolgreicher auftreten und abschneiden kann als in den beiden Vorjahren, als man jeweils nur um Haaresbreite dem Abstieg in die Kreisliga entging, muss sich weisen. Überoptimistisch sollte man am See aber keinesfalls sein. Dazu sollten die angesprochenen beiden Spielzeiten Mahnung genug sein. Eine deutlich bessere Platzierung als zuletzt wäre tatsächlich überraschend. Aber man soll ja niemals nie sagen. Eins ist jedoch klar - nur harte und kontinuierliche Arbeit wird am See für ruhigeres Fahrwasser und mehr Sicherheit sorgen.

Ein ganz ähnlicher Fall ist der TSV Ebersberg. Die Eber haben ebenso eine völlig verkorkste Saison hinter sich. Und die davor war nicht besser. Sah man nach der Hinrunde noch aus wie ein Team des gesicherten Mittelfelds im Niemandsland der Tabelle, so folgte nach dem Winter eine böse Niederlage nach der anderen. Schlussendlich rutschte man noch ganz unten rein, hatte einen fatalen Trend - und musste heilfroh sein, nicht abgestiegen zu sein.

Eine dritte derart missratene und nervenaufreibende Saison hintereinander, wollen sie in Ebersberg - wo man auch ja schon um die Bezirksliga-Spitze mitspielte und in der Landesliga kickte - auf jeden Fall vermeiden. Ob es gelingt? Wird man sehen. Es begegnen sich zwei Teams mehr oder weniger auf Augenhöhe - das Ergebnis ist also völlig offen.

SV Ostermünchen - VfB Forstinning (Freitag, 19:00 Uhr)

Das Bezirksliga-Auftaktspiel darf am Freitagabend ein Rückkehrer und alter Bekannter aus der Bezirkliga Ost bestreiten. Im Duell der Aufsteiger empfängt der SV Ostermünchen den VfB Forstinning.

Der SVO, Meister der Kreisliga 1, ist nach drei langen Jahren und zwei erfolglosen Versuchen, bei denen man jeweils nur ganz knapp scheiterte (Dritter und Vierter Platz), endlich zurück in der Bezirksliga. Hatte man vor allem gegen Ende der Kreisliga-Saison manchmal das Gefühl, als habe man schon souveränere Meister gesehen und als gehe den Ostermünchnern eventuell hinten raus die Luft aus, so spricht schon allein der Fakt, dass sie eine komplette Saison völlig ohne Niederlage gespielt haben, eine andere Sprache.

Um auch in der Bezirksliga bestehend zu können, haben sie beim SV Ostermünchen Einiges unternommen. Trainerfuchs "Schorsch" Schmelcher, der noch vor Ende der Aufstiegssaison zurückgetreten war, wurde durch Manfred Thaler ersetzt. In Zusammenarbeit mit dem neuen Coach, der die Ostermünchner in der Bezirksliga halten soll, wurde auch der Kader umgebaut. Während der Knipser und gefährlichste Stürmer Onur Kaya Ostermünchen nach nur einem Jahr in Richtung des finanziell neu aufgestellten Landesliga-Projekts beim SV Türkgücü-Ataspor in München verlassen hat - konnten die Verantwortlichen des SVO im Vorfeld der Bezirksliga-Saison gleich zehn Neuzugänge präsentieren.

Ob es damit getan ist, wie entwicklungsfähig der verbliebene Stamm des letztjährigen Kreisliga-Kaders ist und ob es in der Endabrechnung für die Bezirksliga reicht, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös beantworten. Schwer tun und sich strecken müssen, werden sich die Ostermünchner aber auf jeden Fall. Zumindest das ein oder andere mal. Bleibt es dabei - könnte der Klassenerhalt machbar sein. Dem Publikum wäre es zu gönnen - denn der SVO gehört definitiv zu den Vereinen, bei denen die Zuschauer eher zahlreich vertreten sind, als dass man sie mit der Lupe suchen müsste.

Eines aber ist klar - gegen einen Mitaufsteiger, der in seiner Kreisliga 3 in München sicher nicht das spielerisch beste Team war, sondern schlicht und einfach das konstanteste, muss eigentlich in einem Heimspiel ein Dreier her. Das sind die Gegner mit denen man sich messen muss. Und die man gerade zuhause auch besiegen muss. Saisonauftakt hin, Saisonauftakt her.

VfL Waldkraiburg - TSV Ottobrunn (Samstag, 15:00 Uhr)

Mit dem VfL und den Ottobrunnern treffen zwei Teams aufeinander, welche sich letzte Saison unter dem Strich recht ähnlich waren. Zumindest punktemäßig. Die Münchner Vorstädter schlossen mit 45 Punkten auf Rang Sieben ab, die Waldkraiburger kamen am Ende mit 42 Zählern auf Rang Neun. Beide waren allerdings - mit wechselhaften, aber eben auch immer wieder guten Leistungen - schon Wochen vor dem Saisonende im ruhigen Niemandsland der Tabelle unterwegs. Vor dem Winter noch in theoretischer Schlagdistanz zur Spitze, war danach schnell klar, dass weder nach oben etwas gehen noch nach unten etwas passieren würde. Ein recht sorgenfreies Saisonfinish also für beide.

Das Potential ähnlich solide abzuschneiden wie im Vorjahr, hat der VfL auf jeden Fall. Ob er vielleicht im Gegensatz zu 2015/16 auch tatsächlich ein wenig oben heranschmecken kann, wird sich zeigen. Und davon abhängen, wie sich die Kaderumstellungen auswirken, wie gut und schnell die Neuen integriert werden können und wie das Team zusammenfindet. Genauso ist es vorstellbar, dass das noch einige Zeit dauert und der VfL ein wenig schlechter abschneidet - ein Szenario, welches die Industriestädter allerdings unter allen Umständen vermeiden wollen. Ein wenig Verbesserung soll es schon sein, so der eigene Anspruch: als Saisonziel wurde ein erneuter Platz im gesicherten Mittelfeld angegeben - dagegen drei, vier Ränge weiter vorne zu landen hätte in Waldkraiburg aber niemand etwas.

Die größte Frage wird sein, wie der VfL es schaffen wird, den Weggang seines absoluten Top-Torjägers Nebojsa Gojkovic zu verkraften, der Waldkraiburg mit bislang unbekanntem Ziel verlassen hat. Der 22-jährige Bosnier traf im abgelaufenen Spieljahr in 26 Partien sage und schreibe vierzehn Mal - und war damit oftmals der Sieg- oder Punktegarant für den VfL. Sicherlich ein Verlust, der richtig weh tut.

Demgegenüber stehen allerdings zahlreiche vielversprechende Neuzugänge und in den Kader der Ersten Mannschaft aufgerückte Eigengewächse. Ausschließen, dass der VfL in Summe in dieser Saison stärker aufgestellt ist, als in er vergangenen, kann man also keineswegs - es kommt ganz darauf an, was sie in Waldkraiburg daraus machen.

Gleich vier Spieler aus dem eigenen Nachwuchs schafften zum Saisonwechsel den Sprung in die Erste Mannschaft. Mit Birol Karatepe, der ebenso in der Nachwuchsabteilung des VfL ausgebildet wurde, kehrte vom TSV Ampfing ein erfahrener Spieler zurück. Ein weiterer Rückkehrer aus Ampfing ist Patrick Keri. Der Waldkraiburger war im Vorjahr zu den Schweppermännern gewechselt, kam jedoch meist nur zu Kurzeinsätzen. Beim VfL soll er wieder für Belebung auf der rechten Außenbahn sorgen.

Daneben sicherten sich die Industriestädter die Dienste eines rumänischen Duos. Mittelfeldspieler Flavius Cuedan und Stürmer Codrin Peii bilden künftig mit ihrem Landsmann Razvan Rivis ein Dreigestirn. Auch Peii ist ein Rückkehrer: Er spielte bereits 2006 im Alter von achtzehn Jahren beim VfL und blieb bis 2009. In der Saison 2014/15 erzielten Peii und Rivis für den ACS Progresul Pecica gemeinsam insgesamt 32 Tore und verpassten den Aufstieg in die 3. rumänische Liga nur knapp. Zurück in Waldkraiburg soll Peii nun die Lücke schließen die Nebojsa Gojkovic im Sturmzentrum hinterlässt.

Ob das schon am Samstagnachmittag gegen die für gewöhnlich spielstarken Mannen vom TSV Ottobrunn gelingt, wird sich herausstellen. Ein unterhaltsames und spannendes Spiel zweier solider und ambitionierter Bezirksliga-Mannschaften auf Augenhöhe dürfte aber garantiert sein.

SC Baldham-Vaterstetten - SV Saaldorf (Samstag, 15:30 Uhr)

Der SCBV gehört wie eingangs erwähnt zum Favoritenkreis der diesjährigen Bezirksliga-Saison. Bereits in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit zeigten die Baldhamer teilweise beeindruckend kompakte Leistungen und lieferten auch immer wieder die entsprechenden Ergebnisse. Um ganz oben anzugreifen fehlte lediglich die nötige Konstanz. Wer Vaterstettens Coach Mike Probst jedoch kennt, weiß, dass er an den entsprechenden Stellen gefeilt haben wird und dem SCBV in diesem Jahr nicht weniger, sondern eher mehr zuzutrauen ist. Der ohnehin gute Bezirksliga-Kader tut sein übriges.

Für die Truppe vom SV Saaldorf ist der Aufstieg hingegen der größte Erfolg der Vereinsgeschichte und die Bezirksliga absolutes Neuland. Demzufolge wird jedes Bezirksliga-Spiel für die Saaldorfer ein Genuss. Oder auch nicht. Das wird sich zeigen. Alles andere als eine Auftaktniederlage in Vaterstetten wäre ein Ausrufezeichen. Ein Auswärtssieg gar eine faustdicke Überraschung. Aber warum nicht? Wie die ersten Spieltage der anderen Ligen gezeigt haben, sind Favoritenstürze gerade zu Saisonbeginn keine Seltenheit. Zu verlieren haben die Mannen vom SVS jedenfalls rein gar nichts.

Quelle: rosenheim24.de

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