Bezirksliga Ost - der 27. Spieltag

Irrer Vatertag - Favoritensterben in der Bezirksliga

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Mit Zusammenhalt gelingen auch im Abstiegskampf manchmal Wunder - am Vatertag nicht nur in Traunreut.  

Traunreut - Absolut verrückt. Verkehrte Welt in der Bezirksliga! Alle Kellerkinder, bis auf die nun abgestiegenen Hammerauer, punkten dreifach gegen die Favoriten des Tableaus. Traunreut, Waging, Heimstetten und Au feiern am Vatertag durch die Bank Erfolge. Oben kann nur der TSV Kastl dem Spieltag etwas abgewinnen. Gar nicht witzig findet das alles der TuS Raubling, der heute spielfrei hatte. 

Ist das denn zu glauben? Alle, wirklich alle Favoriten von der Tabellenspitze ließen an diesem verrückten Vatertag in der Bezirksliga Punkte liegen. Und bis auf den TSV Kastl verloren sie sogar allesamt. Der pure Wahnsinn!

TuS Traunreut haut Kolbermoor weg!

Der noch vor Wochenfrist mit Aufstiegsambitionen ausgestattet SV-DJK Kolbermoor verlor erneut gegen eine abstiegsbedrohte Truppe aus dem Chiemgau. Und was für eine Packung sie kassierten. 4:0 hieß es am Ende für die TuS Traunreut Kicker, welche im Heimspiel gegen die favorisierten Kolbermoorer, die sich doch eigentlich nach der überraschenden Heimniederlage gegen Waging rehabilitieren wollten, ihre Torgefährlichkeit wiederentdeckten.

Dabei stand es zur Halbzeit lediglich 1:0 für den Außenseiter. Christian Felde hatte kurz vor dem Seitenwechsel eingenetzt (42.). Doch das dicke Ende für Kolbermoor sollte in Hälfte Zwei folgen: Nach 53 Minuten war es wiederum Felde, der aus achtzehn Metern Torentfernung wunderschön zum 2:0 ins rechte Eck schlenzte.

Service:

Nach dem Felix Maaßen zwei Minuten später aus der gleichen Distanz die Großchance zum Doppelschlag nur knapp vergab, folgte kurz drauf die Vorentscheidung zugunsten der Gastgeber: Nach einem schönen Zuspiel aus der eigenen Hälfte setzte sich Ersel Aydinalp auf rechts energisch durch und vollstreckte zum 3:0 (63.). Den Schlusspunkt unter ein denkwürdiges Spiel für die Traunreuter setzte Bernd Schweidler, der nach einem sensationellen Sololauf von Dominik da Silva Göbl das Leder bekam und zum 4:0 Endstand traf.

Ein klares Statement der TuS-Elf, das mit ihr in dieser Saison noch zu rechnen ist und wohl das endgültige Ende aller Aufstieg-Relegations-Träume für den SV-DJK Kolbermoor.

Am Waginger See wird zum Vatertag ordentlich eingeschenkt

Die Nachbarn aus Waging am See, welche ebenfalls abstiegsgefährdet in der Vorwoche ebenfalls dreifach gegen Kolbermoor gepunktet hatte, trumpften nicht minder furios auf. Bei ihnen hieß das Endresultat sogar gleich 5:1. Und das gegen eine spielstarke Truppe wie Francisco Copados TSV Moosach rund um die De Prato Brüder. Die Elf aus der Nähe von Grafing hatte selbst noch realistische Chancen auf den Relegationsrang und war daher als klarer Favorit ins Spiel gegangen. Doch die Waginger zeigten keinerlei Respekt und machten vor rund 300 Zuschauern kurzen Prozess.

Schon nach fünf Minuten klingelte es im Kasten von Gästekeeper Michael Pohn. Wagings Goalgetter Bernd Mühlbacher traf nach Vorbereitung von Stefan Mühlthaler zur Blitzführung. Knappe zehn Minuten später hatte er Lust auf mehr und wiederholte sein Kunststück (16.). Diesmal kam die Vorbereitung von Simon Singhammer.

Nach 21 Minuten vergab Manuel Sternhuber die hundertprozentige Chance auf den dritten Treffer, als er ganz alleine vor Pohn auftauchte - und rechts vorbei schoss. Nur fünf Minuten danach versiebte Singhammer die nächste Riesenmöglichkeit! Was war hier eigentlich los? Nicht wenige im Wilhelm-Scharnow-Stadion rieben sich verwundert die Augen: Nach einer halben Stunde hätten die Gastgeber mit vier Toren in Front liegen können.

Der nächste Treffer für den TSV Waging ließ aber nicht lange auf sich warten. Moosachs Keeper Pohn fällte Mühlthaler im Strafraum und hatte Glück, dass er dabei nicht Rot sah. Den fälligen Elfmeter verwandelte Singhammer zum 3:0 (37.). Zwei Minuten danach verkürzte Stefan De Prato für die Moosacher zum 3:1 (39.). Dann war Halbzeit - und erst mal Zeit zum Durchschnaufen.

Auch in Halbzeit Zwei war der Torhunger der Gastgeber aber noch nicht gestillt und so trafen Singhammer auf Vorlage von Oliver Schilling (65.) und Dennis Baumgartner auf Vorlage von Mühlbacher (73.) noch zum 5:1. Da Manfred Sommerauer auf der Gegenseite seinen Kasten sauber hielt, erzielten die Waginger schließlich einen hochverdienten und unglaublich wichtigen Kantersieg gegen den TSV Moosach bei Grafing, der damit nichts mehr mit einem möglichen Aufstieg am Hut haben dürfte.

Ampfing weiter sieglos

Der nächste Favorit, der gegen ein Kellerkind als Verlierer vom Platz ging, war der TSV Ampfing. Gegen Heimstettens Zweite setzte es eine Heimniederlage im Isenstadion. Die zweite Pleite in Folge, das vierte Spiel ohne Sieg - was für eine katastrophale Runde nach dem Winter für die Schweppermänner.

Der in den letzten Wochen im Gegensatz zu Günter Güttlers Ampfingern richtig starke Gast aus Heimstetten traf rund um den Halbzeitpfiff. Zunächst brachte Volkan Yaman die Gäste in Führung (43.), bevor Lukas Riglewski nach der Pause nachlegte (46.). Wie auch im letzten Spiel traf auf Seiten der Hausherren zwar noch Shqipron Shosaj zum Anschluss (58.), an der knappen Niederlage der Heimelf änderte dies jedoch nichts mehr. Auch Ampfing verabschiedet sich also aus dem Rennen um Platz Zwei.

In Freilassing staunen sie nicht schlecht

Eine faustdicke Überraschung gab es beim Tabellenführer in Freilassing zu bestaunen: Dort ging der bisher so souveräne Tabellenführer ESV im Heimspiel gegen den SC Baldham-Vaterstetten baden. Die Gäste, für die es um nichts mehr außer den Spaß an der Freude ging, zeigten sich in Vatertagslaune und nahmen gleich mal alle Punkte von ihrem Ausflug mit nachhause.

Die ersten Aufreger gab es dabei schon, als das Spiel kaum begonnen hatte: In der siebten Minute klatschte ein Schuss von Freilassings Goalgetter Albert Deiter nur an den Pfosten! Keine Minute später Strafstoß auf der Gegenseite. Gästekapitän Sebastian Kneißl übernahm die Verantwortung und verwandelte zur Führung für den SCBV.

Auch der Ausgleich fiel durch einen Elfmeter. Diesmal zielte Deiter genauer und traf zum 1:1 (25.). Dies bedeutete gleichzeitig auch den Halbzeitstand. Unentschieden also zur Pause.

Mit einem unglaublichen Dreifachschlag innerhalb von nur zehn Minuten machten die Vaterstettener den hoch favoriserten Eisenbahnern den Gar aus. Auch wenn der ESV zwischendurch noch die Latte traf, es rappelte nur so im Kasten von Freilassings Torhüter Maximilian Salomon. Und wie! Simon Lämmermeiers Doppelpack (51. & 53.) sowie Mevlud Sherifis 1:4 (60.) hinterließen vor den Kopf gestoßene Gastgeber. Diese erholten sich davon nicht mehr und fanden sich trotz eines weiteren Tores durch ESV-Neuzugang Rokas Urbelis und aller Landesliga-Zukunfts-Träume auf dem Boden der harten Bezirksliga-Welt wieder. Was für eine Überraschung!

Kastl vergibt Eventualchance auf den Titel  - aber festigt Rang Zwei

Der TSV Kastl hätte es also in der Hand gehabt, einerseits Platz Zwei so gut wie zu sichern, anderseits vielleicht ja sogar die Titelfrage in der diesjährigen Bezirksliga noch einmal aufzumachen. Im Heimspiel gegen den VfL Waldkraiburg aus dem Niemandsland der Tabelle kamen die Gastgeber allerdings ebenfalls nicht zu einem Favoritensieg. Wenigstens aber zu einem Unentschieden.

Die Treffer in einer Partie, welche die Kastler dominierten fielen erst spät. Robert Groß schoss den Tabellenzweiten nach einem verunglückten und zu kurzen Rückpass zunächst in Front (80.). Diese Führung konnten die Kastler allerdings zu ihrem Leidwesen nicht über die Zeit bringen. In der Nachspielzeit gelang dem in den letzten Wochen kontinuierlich treffenden Nebojsa Gojkovic mit der erst zweiten Torchance der Waldkraiburger der Ausgleich für den VfL (92.).

In Sachen Meisterschaft werden die Kastler (angesichts von sechs Punkten Rückstand in drei verbleibenden Spielen und des verlorenen direkten Vergleichs) also kaum noch eingreifen, was für etwas Beruhigung in Freilassing sorgen dürfte - den zweiten Platz und damit die Teilnahme an der Relegation zur Landesliga Südost dürfte sich der TSV aufgrund der anderen Resultate und der dürftigen Bilanz der direkten Konkurrenz in den letzten Wochen gesichert haben.

Hammerau steigt ab - ASV Au so gut wie sicher gerettet

Das einzig weniger überraschende, aber nicht minder wichtige, Ergebnis erzielte der ASV Au beim Tabellenletzten in Hammerau. Mit 0:5 zerlegten die zuletzt äußerst kampfstarken und cleveren Auer den bemitleidenswerten Club. Stand es zur Halbzeit lediglich 1:0 durch den Führungstreffer von Peter Niedermeier (34.), trafen in Halbzeit Zwei noch Franz-Xaver Pelz (50.), Marinus Müllauer (62.), Matthias Poschauko (71.) und Christoph Bott (80.) im Zehn-Minuten-Takt für die Gäste.

Für den Club aus Hammerau kommt jede Hilfe zu spät - er ist damit auch rechnerisch abgestiegen und darf nur noch auf Besserung in Kreisliga hoffen. Der ASV Au hingegen hat jetzt sechs Punkte Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz und ein Nachholspiel in der Hinterhand. Das sieht verdammt nach dem direkten Klassenerhalt für die Auer aus.

Druck auf Raubling wächst und wächst!

Gar nicht gefallen haben dürfte der Vatertag den Männern vom TuS Raubling, welche heute nicht am Start waren sondern ihr Spiel erst Mittwoch in einer Woche als Nachholpartie austragen. Sie waren heute zum Zuschauen verdammt und mussten mit ansehen, wie die direkte Konkurrenz ausnahmslos gegen hoch favorisierte Teams dreifach punktete.

So etwas kann in Verbindung mit der Art und Weise der Niederlage im Derby in Au in der Vorwoche schon ein Wirkungstreffer sein. Die Siegmund-Elf taumelt. Ob sie fällt und in die Kreisliga stürzt, wird sich erst ganz am Ende entscheiden. Aber es wird jetzt verdammt eng für die Raublinger. Der Druck wächst und wächst. Oh, Du verrückte Bezirksliga!

Quelle: rosenheim24.de

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