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In deutschen Filmen wird besonders oft geraucht

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    • 24.05.12
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In deutschen Filmen wird besonders oft geraucht

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Berlin - Im Kinoklassiker “Casablanca“ atmet Humphrey Bogart wohl mehr Zigarettenqualm ein als Sauerstoff. Solche Rauchszenen sind in US-Filmen heute kaum noch denkbar. In Deutschland offenbar schon.

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Nach einer Untersuchung des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT) rauchen die Schauspieler hierzulande in Kinofilmen deutlich häufiger als Darsteller in amerikanischen Produktionen. Während in deutschen Filmen durchschnittlich 42 Rauchszenen vorkommen, seien es in US-Filmen nur 20, sagte IFT-Geschäftsführer Reiner Hanewinkel am Donnerstag in Berlin.

Für die Studie wurden 270 Kinofilme zwischen 2004 und 2010 analysiert. Dabei handelte es sich um die jeweils erfolgreichsten Filme eines Jahres, gemessen an den Besucherzahlen in deutschen Kinos. Etwa zwei Drittel dieser Filme (62 Prozent) zeigten mindestens eine Tabakszene. Durchschnittlich waren es 25 Szenen pro Film, bei einer Gesamtzahl von 6.705 Szenen. Das IFT veröffentlichte die Untersuchung anlässlich des Welt-Nichtrauchertages am 31.

Filme beeinflussen Rauchverhalten der Zuschauer

Hanewinkel zufolge besteht darüber hinaus ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Tabakkonsum eines Zuschauers und der Zahl der gesehenen Tabakszenen. “Im Klartext heißt das: Wer mehr Rauchsszenen in Filmen gesehen hat, hat auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, selbst mit dem Rauchen zu beginnen“, fügte der Wissenschaftler hinzu. Dies betreffe insbesondere Jugendliche. So lägen die Medien als Einflussfaktor auf das Rauchen bei jungen Menschen nach dem Freundeskreis und der Persönlichkeitsstruktur der Betroffenen an dritter Stelle.

Auch die Medienpsychologin Gabriele Unz von der Universität der Künste in Berlin sieht in Fernseh- und Kinofilmen einen “deutlich erkennbaren Einflussfaktor“ für das Rauchverhalten junger Menschen. Dabei spiele insbesondere die Identifikation der Zuschauer mit den Darstellern eine wesentliche Rolle. “Je mehr sich der Betrachter mit der im Film dargestellten rauchenden Person identifizieren kann, desto höher ist das Risiko, dass er auch zur Zigarette greift“, sagte Unz im dapd-Interview. Wenn zum Beispiel der Lieblingsschauspieler rauche, könne dies zu einem Nachahmungseffekt führen.

“Rauchen bei Bewertung der Altersfreigabe berücksichtigen“

Das Aktionsbündnis Nichtrauchen forderte angesichts der neuen Zahlen eine Reform der Altersfreigabe für Kinofilme. “Rauchen muss - wie es in den USA bereits geschieht - bei der Bewertung der Altersfreigabe von Filmen berücksichtigt werden“, sagte Uwe Prümel-Philippsen vom Aktionsbündnis.

Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe raucht in Deutschland rund ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung (30,1 Prozent). Das entspricht etwa 24 Millionen Deutschen. Demnach sterben jedes Jahr etwa 110.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des aktiven Rauchens sowie mindesten 3.300 an den Folgen des passiven Rauchens.

dapd

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