Wichtigste Beraterin von Donald Trump

"Daddys little girl": Ivanka Trump managt den Wahlkampf ihres Vaters

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Donald Trump mit seiner Tochter Ivanka bei einer Wahlkampfveranstaltung.

Washington - Donald Trump vergöttert sie wie keine andere Frau: Seine Tochter Ivanka. Auch im Wahlkampf ist die 34-Jährige seine wichtigste Beraterin - jedoch nicht immer seiner Meinung.

Er verringert seinen Abstand auf Konkurrentin Hillary Clinton immer weiter. Und mit seinem neuesten Vorschlag könnte US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump seiner demokratischen Rivalin sogar sicher geglaubte Wählerinnen streitig machen. Der Immobilien-Milliardär verspricht jetzt nämlich Müttern in Amerika unübliche sechs Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub, sofern sie diesen nicht von ihren Arbeitgebern bekommen. Hinter diesem Vorstoß - ein Horrorszenario für viele Erzkonservative - steckt die wichtigste Beraterin des republikanischen Präsidentschaftskandidaten: Seine älteste Tochter Ivanka.

Die dreifache Mutter ist die wichtigste Beraterin ihres Vater und die einzige, die den selbstverliebten Präsidentschaftskandidaten beeinflussen kann. Während Frauen im Leben des Immobilien-Moguls kamen und gingen – Melania ist Ehefrau Nr. 3 – war Ivanka die weibliche Konstante im Leben ihres Vaters. Er vergötterte sie. Ihre Brüder Donald Jr. und Eric verpassten ihr deshalb den Spitznamen „Daddy’s little Girl“ – den sie bis heute wie eine Auszeichnung trägt.

Im Alter von acht Jahren erfuhr Ivanka durch Paparazzi vor ihrer Privatschule von der Affäre ihres Vater mit (ihrer späteren Stiefmutter) Marla Maples. Anders als ihre Brüder – Donald Jr. sprach ein Jahr lang kein Wort mit seinem Vater – verzieh Ivanka ihrem „Daddy“ sofort. Der nahm sie zur Belohnung ständig mit auf Dienstreisen in seinem Privatjet. Sie schwärmt davon, wie sie auf dem Teppich in Trumps Büro Häuser aus Legosteinen gebaut habe, "während mein Vater neben mir echte Wolkenkratzer kreiert hat.“

Donald Trump schwärmt vom "tollen Körper" seiner Tochter

Als Ivanka zur hübschen Frau (und Ebenbild ihrer Mutter Ivana) heranwuchs, nahm Donalds Trumps Faszination von ihr manchmal bizarre Formen an. In einem Fernsehinterview 2006 pries er ihren „tollen Körper“ und verkündete sogar, „ich würde sie wahrscheinlich als Freundin nehmen, wenn sie nicht meine Tochter wäre“.

Während Trumps sich immer wieder zu impulsiven Twitter-Attacken gegen Kritiker hinreißen lässt, sind Ivankas Tweets immer durchdacht und zurückhaltend. Und geschäftstüchtig. Wie der Hinweis-Tweet, dass das Kleid, in dem sie bei ihrem Auftritt vor der republikanischen Vollversammlung eine Rede hielt, aus ihrer eigenen Mode-Kollektion stammt.

In ihrer Rede malte die 34-Jährige folgendes Bild von Trump: „Er ist ein warmherziger, offenherziger Mann, der alle Menschen liebt – wirklich alle.“ Ivanka gefällt sich in der Rolle als Verteidigerin ihres Vaters. Als der allerdings für sexistische Sprüche gegen Frauen kritisiert wurde, sprang sie nicht für ihn ein: „Wir denken nicht immer gleich.“

Chelsea Clinton ist eine gute Freundin von Ivanka Trump

Innerhalb des Familien-Imperiums kann sich Ivanka als einzige erlauben, ihrem alten Herren Kontra zu geben. Sie hat mehr Autorität als ihre Brüder oder Donalds Geschäftspartner. Sie handelte einige der größten Deals (darunter die Umwandlung des historischen Post-Gebäudes von Washington in ein 5-Sterne-Hotel) im Alleingang aus. Den millionenschweren Investor Carl Icahn, ein langjähriger Freund der Familie, wundert das nicht: „Donald respektiert Ivanka. Und nicht nur, weil sie seine Tochter ist. Ich kenne viele Kinder aus reichem Hause, aber sie überragt alle.“

Was Ivanka in ihrer Familie einzigartig macht: Sie schimpft nicht über die Clintons. Aus gutem Grund. Denn eine ihrer besten Freundinnen ist Chelsea Clinton – egal, ob ihr Vater diese Beziehung als politisch problematisch empfindet.

Christian Thiele

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