Einwanderung, Außenpolitik, Kampf gegen IS

US-Wahl: Donald Trump und Hillary Clinton im Check

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Donald Trump und Hillary Clinton kämpfen um das Amt des US-Präsidenten.

München - Wofür stehen die beiden Kandidaten Donald Trump und Hillary Clinton eigentlich, welche Agenda verfolgen sie? Die tz macht den Kandidatencheck.

Update vom 9. November 2016: Donald Trump ist zum 45. Präsidenten der US gewählt. Wir haben seine politischen Ziele zusammengefasst. Unser US-Korrespondent kommentiert die Wahl des Republikaners.

Update vom 19. Oktober 2016: Donald Trump polarisiert: Sowohl die US-Wähler als auch seine Partei, die Republikaner. Hier finden Sie ein Porträt von Donald Trump.

Update vom 19. Oktober 2016: Die Meinungen über die demokratische Kandidatin für das Präsidentenamt sind vor der US-Wahl 2016 gespalten. Hier finden Sie ein Porträt von Hillary Clinton.

Update vom 10. Oktober 2016: Warum wählt Amerika eigentlich immer an einem Dienstag im November seinen neuen Präsidenten? Wir erklären es Ihnen.

Update vom 27. September 2016: Das erste TV-Duell zwischen Trump und Clinton ist vorbei. Unser US-Korrespondent macht den Schnellcheck: So schlugen sich die Präsidentschaftskandidaten.

In der Nacht auf Montag treffen die Kandidaten erneut aufeinander: Hier sehen Sie das TV-Duell zwischen Clinton und Clinton live im TV und im Stream. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, die Debatte bei uns im Live-Ticker zu verfolgen.

Auch schon das 1. TV-Duell zwischen Trump und Clinton konnten Sie hier bei uns im Live-Ticker verfolgen. Zu den aktuellen Umfragewerten zwischen Trump und Clinton geht es hier.

Als die Luftballons beim Parteitag der Demokraten in Philadelphia von der Decke schwebten, strahlte Hillary Clinton (68). Sie hat es geschafft, wird als erste Frau in den Kampf um das Weiße Haus ziehen. In ihrer Rede vor den Parteikollegen ließ sie es sich auch nicht nehmen, gehörig in Richtung Kontrahent Donald Trump (70) auszuteilen. Ein Beispiel? „Donald Trump bietet keinen echten Wandel. Er bietet leere Versprechungen.“ Damit steht eine These im Raum. Aber wofür stehen die beiden Kandidaten eigentlich, welche Agenda verfolgen sie? Die tz macht den Kandidatencheck.

Donald Trump

Hillary Clinton

Einwanderung

Die Einwanderungspolitik von Donald Trump ist vorsichtig ausgedrückt rigoros. Syrische Flüchtlinge? Einreise verweigert. Mexikaner? Mauer bauen und Mexiko dafür zahlen lassen. Der Kandidat fordert hartes Vorgehen gegen illegale Einwanderer, will Strafen für abgelaufene Visa erhöhen und stellt den 14. Verfassungszusatz infrage: Der sichert jedem in den USA geborenen Kind die amerikanische Staatsbürgerschaft zu und kann seiner Familie den Aufenthalt sichern. Kurzum: Eine von Ressentiments gespickte Einwanderungspolitik.

Hillary Clinton zeigt hier ihre humanitäre Seite. Die Förderung von Einbürgerungen und der Integration stehen weit oben auf ihrer Agenda. Alle Fälle von Flucht sollen einzeln geprüft werden. Lediglich kriminelle Einwanderer, die ein Risiko für die USA darstellen, müssten schnellstmöglich abgeschoben werden. Clinton folgt damit dem Beispiel von Barack Obama, der sich in seiner Amtszeit bereits dafür eingesetzt hat, dass illegale Einwanderer bessere Chancen bekommen, in den USA bleiben zu dürfen.

Wirtschaft

Amerika soll wieder groß werden. Das ist Trumps Slogan. Dazu gehört für ihn die Abwendung von internationalen Handelsverträgen, was seiner Meinung nach zu einer Rückverlagerung von Millionen Arbeitsplätzen in die USA führen würde. Zudem will er das Steuersystem revolutionieren, den Spitzensteuersatz senken und eine Steuerbefreiung für Geringverdiener erwirken. Finanzierungskonzept? Fehlanzeige! Die USA sind hoch verschuldet, eine Umsetzung schwer zu realisieren.

„Wir müssen die Einkommen der hart arbeitenden Amerikaner erhöhen“, betonte Clinton vor einigen Tagen. Sie setzt sich für eine Stärkung der Gewerkschaften und eine Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Dollar ein und will nach Amtsantritt ein 100-Tage-Programm entwickeln, das Millionen von Arbeitsplätzen schaffen soll. Ein ambitioniertes Vorhaben, das stetiges und gerecht verteiltes Wachstum sichern soll. Steuersenkungen für kleine und mittelständische Betriebe und Investitionen in die ländliche Wirtschaft sieht sie dafür als notwendig an.

Außenpolitik

Trump macht Hillary Clinton für die Krise im Nahen Osten verantwortlich. Als frühere Außenministerin sei sie für die Ausbreitung der Terrororganisation Islamischer Staat verantwortlich. Den IS habe es im Jahr 2009 noch nicht gegeben. „Libyen hat kooperiert, Ägypten war friedlich, der Irak hat eine Abnahme der Gewalt erlebt. Der Iran wurde von Sanktionen gedrosselt, Syrien war unter Kontrolle.“ Er will die Beziehungen zu Wladimir Putin und Russland stärken und Länder, die US-Hilfe in Anspruch nehmen, dafür zur Kasse bitten.

Clinton geht außenpolitisch in eine vollkommen andere Richtung als Trump. Er fantasiert von einem US-Ausstieg aus der Nato, sie hingegen will die Verbindungen zu Europa und den Verbündeten noch stärker machen. Während Trump eine Annäherung Richtung Russland andeutet, spricht sich Clinton für eine strikte Politik aus, die mehr Stärke gegenüber Russland zeigen soll. Als ehemalige Außenministerin der USA stand sie im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die US-Botschaft in Benghasi in der Kritik. Aber: Außenpolitik ist ein Steckenpferd für die erfahrene Politikerin.

Kampf gegen den IS

Trump kündigt eine radikale Politik im Kampf gegen den Terrorismus an. Er setzt sich für den Einsatz von Bodentruppen im IS-Gebiet ein, um „den IS zu vernichten“. Um das zu erreichen, will er Milliarden in die Aufrüstung des Militärs pumpen. Zur Bekämpfung des IS hat er einen, wie er es nennt, „ungewöhnlichen Vorschlag“: Bombardierung von Ölfeldern, die dem IS als Geldquelle dienen. „Entweder wir kämpfen mit der Absicht zu gewinnen, oder wir machen als große Verlierer weiter“, so Trump in seinem Wahlprogramm.

Um den Terror zu besiegen, müsse das Gebiet des Islamischen Staates (IS) in Syrien und im Irak zerschlagen werden, so Clinton. Sie fordert einen stärkeren Einsatz der USA im Kampf gegen die Terrormiliz. Amerika müsse eine führende Rolle dabei übernehmen. Um innenpolitisch für die nötige Sicherheit zu sorgen, soll der Etat für z.B. Sicherheitsbehörden und Geheimdienste deutlich erhöht werden. Damit würde der Schutz der Bevölkerung auf amerikanischem Boden verbessert. Anschläge könnten verhindert werden.

Donad Trump: New York oder Washington?

Der Trump-Clan residiert bekanntermaßen in New York, genauer gesagt im Trump-Tower in der Fifth Avenue. Doch bald könnte ein Umzug ins Weiße Haus anstehen. Gemeinsam mit seiner Frau Melania und seinem jüngsten Sohn Barron würde es dann heißen: Koffer packen. Die Kinder aus seiner ersten Ehe mit Ex-Frau Ivana, Eric, Don Jr. und Ivanka, würden aber wahrscheinlich doch in New York bleiben. Sie arbeiten mittlerweile in führenden Positionen in Daddys Unternehmen. Apropos Melania: Die sorgte jetzt erneut für Aufsehen, nachdem bekannt wurde, dass sie ihren Lebenslauf mit einem gefälschten Uni-Abschluss frisiert hatte. Ob das allerdings Auswirkungen auf den Wahlkampf haben wird, bleibt fraglich.

Hillary Clinton: Nicht ohne ihren Bill

Bill Clinton ließ es sich auf dem Parteitag der Demokraten natürlich nicht nehmen, selbst eine Rede auf seine Frau zu halten, ihr bester Wahlkampfhelfer sozusagen. Warum auch nicht? Die Worte eines ehemaligen US-Präsidenten haben schließlich Gewicht. Doch er sprach auch als ihr Ehemann. „Im Frühjahr 1971 habe ich ein Mädchen getroffen“, erzählt ein gerührter Bill mit bekannt brüchiger Stimme. Bald vierzig Jahre kennen sich die beiden, überstanden Krisen (Lewinsky-Affäre), waren immer ein Team. Seit ihre Tochter Chelsea (36) schließlich auch ihr Glück fand und ihnen zwei Enkel schenkte (1, zwei Monate), scheint das Familienglück perfekt.

Donald Trump gegen Hillary Clinton: Das sagen aktuelle Umfragen zur US-Wahl.

Update vom 24. September 201 6: Das erste TV-Duell zwischen den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton findet in der Nacht auf Dienstag statt. Wir haben bereits zusammengefasst, was Sie zum US-TV-Duell zwischen Donald Trump und Hillary Clinton wissen müssen.

Dominik Laska

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