Trump vs. Clinton

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die US-Wahl

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Noch ist keiner der klare Favorit: Donald Trump und Hillary Clinton.

Washington - Die Endphase des US-Wahlkampfs wird in der Nacht auf Dienstag mit dem ersten TV-Duell zwischen Trump und Clinton eingeläutet. Die tz erklärt, wie es momentan um die Chancen der Kandidaten steht und wie sie die Wahl für sich entscheiden könnten.

Es ist so weit: Die heiße Phase des US-Wahlkampfs wird Dienstagnacht mit dem ersten TV-Duell zwischen den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton eingeläutet (wir berichten im Live-Ticker vom TV-Duell)! Eine der weltweit berühmtesten Frauen auf der einen Seite gegen einen politischen Quereinsteiger, der sich als Multimilliardär einen Namen gemacht hat, im Duell. 

Dabei könnte das Rennen um die Wahl am 8. November kaum spannender sein – nur zwei Prozentpunkte trennen Trump von Clinton in aktuellen Umfragen. Die tz erklärt, wie es derzeit um die Chancen der Kandidaten steht und wie sie die Wahl für sich entscheiden könnten.

In der Nacht auf Montag treffen die Kandidaten erneut aufeinander: Hier sehen Sie das TV-Duell zwischen Clinton und Clinton live im TV und im Stream. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, die Debatte bei uns im Live-Ticker zu verfolgen.

Wie schlagen sich die Kandidaten in den Umfragen? 

Viel enger könnte es kaum zugehen: Nach einer neuen Washington Post/ABC-Umfrage lagen die Demokratin Hillary Clinton und ihr republikanischer Rivale Donald Trump praktisch gleichauf. Demnach käme Clinton auf 46 Prozent, Trump auf 44 – ein statistisches Patt. Bisher zeigen die Umfragekurven ein ständiges Auf und Ab: Im August hatte die Ex-Außenministerin durchschnittlich um neun Prozentpunkte vor dem Unternehmer gelegen, kurzzeitig hatte Trump aber auch schon mal die Nase vorn gehabt. „Clinton hat einen hauchdünnen Vorsprung“, analysiert der US-Umfragen-Experte Nate Silver. Allerdings ist der Trend auf Seiten Trumps. „Clintons Umfragehöhepunkt war Mitte August. Seitdem holt Trump auf – nicht sehr schnell, aber stetig“, so Silver weiter.

Was ist Trumps größte Schwäche? 

Seine Unerfahrenheit – vor allem in Sachen Außenpolitik. Um zu beweisen, dass er mit der ehemaligen Außenministerin Clinton auf diesem Gebiet mithalten kann, hatte sich Trump am Rande der UN-Vollversammlung mit Israels Benjamin Netanjahu im Trump Tower getroffen. Dabei hatte sich Trump ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt: Im Falle seines Wahlsiegs werde er Jerusalem als „unteilbare Hauptstadt“ Israels anerkennen. „Jerusalem ist seit mehr als 3000 Jahren die ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes“, so Trump. Eine eher impulsive Entscheidung; Trump wird im TV-Duell beweisen müssen, dass er sich 90 Minuten am Stück auf Politik konzentrieren kann und zwar spontan, aber nicht sprunghaft diskutiert.

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Was ist Clintons größte Schwäche? 

Ihr schlechter Ruf bei einem Großteil der US-Wähler. Sie empfinden die Wahl als „eine Entscheidung zwischen zwei gleich furchtbaren Kandidaten“, so Silver. Obwohl Trumps Wahlkampfaussagen am laufenden Band als Lüge entlarvt werden, verliert Clinton in der Regel die Umfragen, in denen es darum geht, welchem Kandidaten die Wähler eher vertrauen.

Welche Rolle spielen die unabhängigen Kandidaten? 

Eine sehr bedeutende! Zwar haben weder Gary Johnson von der Libertären Partei mit 8,4 Prozent noch die Grüne Jill Stein mit 3,2 Prozent eine realistische Chance. Die unabhängigen Kandidaten könnten aber zum Zünglein an der Waage werden. Schließlich gilt in den US-Staaten das Mehrheitswahlrecht, der Kandidat mit den meisten Stimmen sammelt also alle Wahlmänner des gewonnen Bundestaates ein – hier könnte das Ergebnis der kleinen Kandidaten durchaus über Sieg oder Niederlage entscheiden. Im Moment ist Clinton im Nachteil, denn unter den Unterstützern von Johnson und Stein finden sich viele junge Wähler, die im Vorwahlkampf Clintons demokratischen Widersacher Bernie Sanders unterstützt hatten. Diese Wähler sehen Clinton als die Personifizierung einer verabscheuungswürdigen politischen Elite. Die Demokratin muss diese Anhänger Sanders überzeugen, doch noch für sie zu stimmen.

Welche Staaten sind besonders umkämpft?

Die Swing States – Bundesstaaten in den sowohl Republikaner wie Demokraten eine Mehrheit holen können – stehen besonders im Fokus der Wahlkämpfer. Die Zahl dieser besonders heiß umkämpften Staaten liegt heuer höher als in früheren Wahlkämpfen. Dabei gibt es nicht den einen wichtigen Staat. Nach derzeitigen Umfragen liegt Clinton bei 272 Wahlmännern gegenüber 266 für Trump. Könnte Trump einen der besonders engen Staaten für sich erringen – Pennsylvania, Colorado, New Hampshir, Wisconsin oder Michigan sind die wahrscheinlichsten Kandidaten –, zöge er an Clinton vorbei. Gleichzeitig liegt Trump in Florida und North Carolina nur etwa ein Prozent in Front – verliert er diese Staaten, ist Clinton die Präsidentschaft kaum noch zu nehmen. Eine besondere Rolle spielt auch die Wählerzusammensetzung: Trump kann vor allem bei weißen Männern punkten, Clinton bei Frauen, Schwarzen und Latinos.

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