Union: Streit über Umgang mit Guttenberg

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
CDU-Politiker stehen wegen ihres Verhalten gegenüber Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)während der Plagiatsaffäre in der Kritik.

Berlin - Die Diskussionen um Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) reißen nicht ab. Die Union streitet weiter über den Umgang mit dem zurückgetretenen Verteidigungsminister während der Plagiatsaffäre.

Lesen Sie auch:

Guttenberg-Fans wollen in Berlin demonstrieren

Bericht: Guttenberg spendet Übergangsgeld

Merkel glaubt an Guttenberg-Comeback

Guttenberg: Werde CSU nicht im Stich lassen

Seehofer: Guttenberg ist ein möglicher Nachfolger 

Junge Unions-Abgeordnete kritisierten die Haltung von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) im Streit um die Plagiate in der Doktorarbeit Gutenbergs. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) lehnte es dagegen ab, aus Solidarität über Fehler hinwegzusehen. Guttenberg hatte am Dienstag seinen Rücktritt erklärt, weil er entgegen seiner ehrenwörtlichen Erklärung Teile seiner Dissertation aus anderen Quellen abgeschrieben hatte, ohne dies kenntlich zu machen. Die Universität Bayreuth hat ihm seinen Doktortitel deswegen aberkannt.

Rücktritt & Comeback: Diese Politiker haben es zurückgeschafft

Rücktritt & Comeback: Diese Politiker haben es zurückgeschafft

Der Chef der Jungen Gruppe von CDU und CSU, Marco Wanderwitz, warf Lammert laut einem Bericht der “Bild“-Zeitung (Onlineausgabe) in einem Brief vor, Guttenberg “in seinen schwersten Stunden“ nicht unterstützt zu haben. Lammert soll nach einem Zeitungsbericht vor SPD-Abgeordneten gesagt haben, die Affäre und ihre Begleitumstände seien “ein Sargnagel für das Vertrauen in unsere Demokratie“. Der CDU-Abgeordnete Wanderwitz schrieb Lammert: “Es kann und darf nicht unser Verständnis von Miteinander in der Union sein, so gegen Mitglieder der eigenen Fraktion zu schießen. Ich bitte Sie, sich von derartigen Aussagen über Karl-Theodor zu Guttenberg zu distanzieren oder sich, so diese gefallen sind, dafür zu entschuldigen!“ 

Juristisches Nachspiel für Guttenberg erwartet

Böhmer sagte dagegen: “Die Solidarität zwischen Schwesterparteien kann nicht über gravierende Vorgänge hinwegsehen.“ Zur Forderung von CSU-Chef Horst Seehofer nach einem Krisengespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte Böhmer, er wisse gar nicht, worin die Krise bestehe. Er rechne mit einem juristischen Nachspiel für Guttenberg. “Wenn alle Vorwürfe zutreffen, die die Universität Bayreuth bislang geäußert hat, dann wird Herr zu Guttenberg noch Konsequenzen zu tragen haben“, sagte Böhmer dem “Hamburger Abendblatt“ (Samstagausgabe).

Böhmer sprach sich dafür aus, Guttenberg die Möglichkeit für eine Rückkehr in die Politik zu geben, warnte jedoch vor einem zu schnellen Comeback-Versuch. “Ich wäre dafür, erst einmal Zeit vergehen zu lassen und dieses Thema ruhen zu lassen“, sagte der Medizinprofessor. Guttenberg solle erst einmal entscheiden, ob er überhaupt zurückkommen wolle.

Fall Guttenberg: Auch diese Künstler haben abgekupfert

Fall Schavan: Auch diese Promis haben abgekupfert

Der der Bremer Rechtsprofessor Andreas Fischer-Lescano, der als erster auf die Plagiate hingewiesen hatte, kritisierte das Vorgehen der Universität Bayreuth. Deren Kommission hatte darauf verzichtet, eine Täuschung durch Guttenberg festzustellen. “Das Argument, dass man den schnellen Weg gewählt habe, da der Nachweis des Täuschungsvorsatzes kompliziert sei, ist Augenwischerei. Bei einem intellektuellen Betrug dieser Größenordnung ist der Vorsatz evident“, schrieb Fischer-Lescano in einem Beitrag für die “Frankfurter Rundschau“ (Samstagausgabe). Es gebe keinen Grund, Zweifel am Vorsatz Guttenbergs zu haben.

dapd

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser