Bayerische Politikerin warnt vor Loverboys

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Die bayerische Justizministerin Beate Merk ( CSU).

München - Zumeist junge Männer bauen emotionale Bindungen zu Minderjährigen auf, um sie dann zur Prostitution zu zwingen. Bayerns Justizministerin will dem Treiben ein Ende bereiten.

Anlässlich des “Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“ an diesem Freitag warnt Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) vor sogenannten Loverboys. Die zumeist jungen Männer versuchten zunächst eine emotionale Bindung zu minderjährigen Mädchen aufzubauen, um sie dann zur Prostitution zu zwingen, sagte Merk am Donnerstag in München.

Zwar seien in Deutschland bisher nur wenige Fälle bekanntgeworden, bei denen die üble Masche zur Anzeige gebracht worden sei. Aber man müsse von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, betonte Merk laut Mitteilung. “Loverboys leben davon, dass ihre jungen Opfer aus Scham und Furcht davor zurückscheuen, sich zu offenbaren...Zumeist drohen sie, heimlich gefilmte Sexszenen im Internet zu verbreiten.“

Gewalt gegen Frauen kein Einzelphänomen

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wies unterdessen auch auf die wirtschaftlichen Folgen von häuslicher Gewalt gegen Frauen hin. Schätzungen zufolge seien 20 bis 25 Prozent der Arbeitsausfälle von Frauen genau darauf zurückzuführen, teilte Bettina Messinger, Landesfrauensekretärin von Verdi Bayern, am Donnerstag in München mit.

Gewalt gegen Frauen sei kein Einzelphänomen. Laut einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hätten 40 Prozent der Frauen in Deutschland schon einmal körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Die Folgekosten solcher Übergriffe schätzt Verdi auf bundesweit knapp 15 Milliarden Euro pro Jahr.

dpa

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