Integration von Flüchtlingskindern 

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Kultusminister Spaenle optimistisch für das neue Schuljahr

München - Trotz steigender Schülerzahlen und besonderen Herausforderungen bei der Integration von Flüchtlingskindern rechnet Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle mit einem problemfreien Start des neuen Schuljahres.

„Es wird sich kein Angebot verschlechtern für die Schüler in Bayern. Diesen Anspruch gilt es erfolgreich umzusetzen“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München. Der Unterricht für die Kinder der Asylbewerber sei das zentrale Thema in dem am kommenden Dienstag startenden Schuljahr.

Wie viele Flüchtlinge am Ende in den bayerischen Schulen aufgenommen werden müssten, sei noch nicht genau absehbar. Ende Juli habe das Sozialministerium rund 58 500 Zuwanderer gemeldet, die in einem schul- oder berufsschulpflichtigen Alter seien. Dies bedeute aber nicht, dass sie auch schul- beziehungsweise berufsschulpflichtig wären, hieß es aus dem Kultusministerium.

Bayern ist einziges Bundesland mit Gesamtstrategie für Flüchtlinge im schulpflichtigen Alter

Für die Integration habe Bayern bereits im vergangenen Jahr eine „große Kraftanstrengung unternommen, die wir nun fortsetzen“, betonte Spaenle. Im laufenden Jahr stünden rund 160 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. „Das sind mehr als 1000 Planstellen, die auch jetzt schon zur Verfügung stehen, sowie darüber hinaus mehrere hundert Beschäftigungsmöglichkeiten für Lehrkräfte.“

Bayern sei das einzige Bundesland, welches mit einer Gesamtstrategie für Flüchtlinge von der Grundschule bis zum Hochschulzugang und auch im Bereich der beruflichen Schulen unterwegs sei. „Hinzu kommt ein bundesweit einmaliges Modell, das ist die Berufsintegrationsklasse an der Berufsschule“, sagte Spaenle. Dies werde bereits in anderen Ländern nachgeahmt. „Das ist Ganztagesangebot, fünf Tage die Woche, mit Berufsorientierung und massivem Sprachunterricht, um letztlich die Ausbildungsfähigkeit herzustellen oder gar den Zugang zu weiterführenden Abschlüssen zu ermöglichen.“

Lehrermangel macht sich in Bayern massiv bemerkbar

Darüber hinaus gebe es an den Grund- und Mittelschulen weitere Angebote, etwa die normalen Übergangsklassen für die Schüler, die vor allem zunächst die Sprache lernen müssten. Spaenle: „Wir haben aber auch Übergangsangebote für den Weg auf Realschule oder Gymnasium. Diese wollen wir ausweiten, um auch da Begabungen abzuschöpfen.“

Anders als in früheren Jahren erfordere es auch in Bayern inzwischen größere Anstrengungen, Lehrer für die neuen Stellen zu finden. „Während an den Grund- und Hauptschulen vor einigen Jahren nicht alle Absolventen eingestellt werden konnten, holen wir sie heute - im übertragenen Sinne - mit „der Kapelle am Bahnhof“ ab“, sagte Spaenle. Das habe nicht nur mit der Flüchtlingsproblematik zu tun, sondern geschehe auch, weil die Zahl der Grundschüler wieder wachse und die Mittelschule sich stabilisiert habe.

Weiterentwicklung der Gymnasien 

In Bayern beginnt am kommenden Dienstag für rund 1,698 Millionen Mädchen und Jungen das neue Schuljahr, darunter rund 111 000 Erstklässler. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag die Zahl noch bei 1,68 Millionen Schülern, für das Schuljahr 2017/18 rechnet das Ministerium mit 1,709 Millionen Schülern. Ihnen gegenüber stehen 86 589 Lehrerstellen plus besagte 1079 für Asyl bzw. Zuwanderer aus dem Nachtragshaushalt 2016.

Im Kultusministerium laufen unterdessen bereits die Planungen für die kommenden Schuljahre an. „Wir haben die Weiterentwicklung der Gymnasien im Blick“, betonte Spaenle und verwies auf die Umstellungen bei der Abiturdauer. Nach der „suboptimalen“ Einführung des Abiturs nach acht Jahren 2003 ziehe er nun die Konsequenzen. „Ich will Planbarkeit und Verlässlichkeit, es wird niemand überrumpelt. Deshalb nehmen wir uns zwei Schuljahre Zeit, um diesen möglichen Veränderungsprozess anzustoßen.“ Zunächst seien Gespräche mit allen beteiligten Gruppen geplant, ab dem Schuljahr 2018/19 könnten dann die ersten Schulen davon Gebrauch machen und auf neun Jahre umstellen. „Das muss es aber nicht. Niemand wird gedrängt.“

dpa

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