Londoner Bürgermeister Johnson wiedergewählt

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Der konservative Bürgermeister Boris Johnson wurde für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.

London - In der britischen Hauptstadt London ist gegen den Landestrend der konservative Bürgermeister Boris Johnson für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden.

Der 47-Jährige setzte sich überraschend knapp gegen seinen Vorgänger Ken Livingstone von der Labour-Partei durch. Dies bestätigte die Wahlkommission am Freitag kurz vor Mitternacht. Die Auszählung hatte sich durch eine Panne in einem der 14 Londoner Wahlkreise um mehrere Stunden verzögert.

Johnson, der für seine zuweilen schroffe Art bekannt ist, wird damit Gastgeber der bevorstehenden Olympischen Spiele in der britischen Hauptstadt. In seiner Siegesrede dankte er den Wählern, dass sie ihm eine weitere Chance gegeben hätten. Beobachter hatten eigentlich mit einem deutlichen Vorsprung Johnsons gegenüber dem linksgerichteten Livingstone gerechnet. Mit 51,5 Prozent gegenüber 48,5 Prozent für Livingstone war der Abstand indes eng.

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Johnson setzte sich bei den Kommunalwahlen vom Donnerstag gegen den Trend durch: In den 181 Kommunen in England, Wales und Schottland, in denen abgestimmt wurde, verloren die regierenden Konservativen von Premierminister David Cameron mehr als 400 Sitze. Auch die mitregierenden Liberaldemokraten von Vizepremier Nick Clegg verloren 336 Stadtratssitze. Nach Einschätzung von Beobachtern wurden sie von den Wählern für einschneidende Sparmaßnahmen und die stagnierende Wirtschaft abgestraft. Die oppositionelle Labour-Partei gewann hingegen 823 Sitze hinzu.

Livingstone beendet wohl Karriere

Cameron erklärte, mit den Verlusten sei zu rechnen gewesen. “Dies sind schwierige Zeiten, und es gibt keine leichten Antworten“, sagte er. Livingstone bezeichnete den Wahlausgang als die Niederlage, die er in seiner vierzigjährigen Politkarriere am meisten bedauern werde. “Das war meine letzte Wahl“, erklärte er.

Johnson, der mit Forderungen nach Steuersenkungen und weniger engen Beziehungen zur EU traditionelle Wählerschichten anspricht, gilt als möglicher nächster Premierminister und damit als Rivale von Cameron. “Das Beste für Cameron wäre, wenn Boris in den kommenden vier Jahren im Londoner Rathaus festsäße und damit aus dem Weg wäre“, sagte der Politikwissenschaftler Patrick Dunleavy.

Oppositionsführer Ed Miliband feierte die Zugewinne seiner Labour Party, die 823 neue Ratssitze beanspruchen kann. “Wir gewinnen das Vertrauen der Menschen zurück“, sagte er. “Die Menschen leiden unter dieser Rezession, die Menschen leiden unter einer Regierung, die die Steuern für sie erhöht und für Millionäre senkt.“

dapd

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