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Die K-Frage der Union: Zeit des (Ab)Wartens

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tz-Redakteur Marc Kniepkamp.

Berlin - Es ist kein Wunder, wenn die Regierungschefin etwa ein Jahr vor der Wahl gefragt wird, ob sie noch einmal antreten wolle. Es wäre auch nicht ungewöhnlich, wenn sie diese Frage mit Ja beantworten würde. Angela Merkels Abwarten ist ein Zugeständnis an die CSU, die die Kanzlerin in den kommenden Monaten weichkochen will.

Wenn Horst Seehofer sagt, dass ihm Inhalte wichtiger als Personalien seien, dann ist ihm auch klar, dass an der Kanzlerkandidatin Merkel kaum ein Weg vorbeiführt. In der CDU hat die Kanzlerin jede ernst zu nehmende Konkurrenz längst ausgesessen – nach der verlorenen Generation der Wulffs, Kochs und Oettingers hat in Merkels Schatten keine neue Generation von möglichen Kanzlerkandidaten reifen können.

Einen eigenen CSU-Kandidaten können Merkel und die CDU nicht ernsthaft als Bedrohung empfinden. Dafür müsste Seehofer seine Partei auf ganz Deutschland ausdehnen, in direkte Konkurrenz zur Schwesterpartei treten und damit nicht nur das Erfolgsmodell CDU/CSU, sondern auch die eigene Machtbasis im Freistaat zerstören. Nein, an Angela Merkel führt in der Union derzeit nur dann ein Weg vorbei, wenn sie selbst verzichtet. Danach sieht es nicht aus – schließlich will sie im Dezember erneut für den Parteivorsitz kandidieren. Die Partei sollte sich bis dahin wirklich mal um die Inhalte kümmern – und Merkel muss noch heuer Klarheit über ihre Zukunft schaffen.

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