Bayern bei Bildungsmonitor wieder vorne dabei

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Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle /CSU)

München - Bayerns Bildungssystem gehört nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) nach wie vor zu den besten in Deutschland.

Beim aktuellen Bildungsmonitor belegte der Freistaat zum fünften Mal in Folge den vierten Platz - hinter Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg. Die Studie wurde im Auftrag der Initiative für Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt und am Dienstag in Berlin vorgestellt. Untersucht wurde anhand von 111 Indikatoren, welche Fortschritte die Bundesländer in Bezug auf Bildungsgerechtigkeit und Wirtschaftswachstum machten.

Während die Schulqualität in Bayern der Studie zufolge die beste in Deutschland ist, gibt es weiterhin Mängel bei der Integration von Migranten, der Ausbildung von Fachkräften in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern, den sogenannten MINT-Fächern, und der Ganztagsbetreuung von jüngeren Kindern. Demnach haben nur 4,9 Prozent der Grundschüler eine Ganztagsbetreuung. In Berlin sind es hingegen 72,4 Prozent und im bundesweiten Durchschnitt 21,5 Prozent.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) wertete die Ergebnisse des Bildungsmonitors 2011 als Auftrag, das Bildungswesen in Bayern weiter zu verbessern. Vorderstes Ziel sei es, die Bildungschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu vergrößern, das Ganztagsangebot auszubauen und soziale Ungleichheiten zurückzudrängen. “Das sind Kernbereiche, in denen Bayern noch nachlegen muss“, sagte Spaenle am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Der erste Platz bei der Schulqualität sei dagegen eine Bestätigung für die Staatsregierung: “Wenn die Gesamtqualität des bayerischen Bildungswesens Platz eins einnimmt, dann ist das zufriedenstellend“, meinte Spaenle. Die Bildungsexpertin der Landtags-FDP, Renate Will, sagte: “Auch diese neue Studie bestätigt eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit des bayerischen Schulsystems.“ Darauf dürfe man sich allerdings nicht ausruhen.

Seit dem ersten Bildungsmonitor 2004 ist Bayern im Vergleich zu anderen Bundesländern jedoch immer weiter nach unten gerutscht. Vor sieben und sechs Jahren lag der Freistaat noch auf dem ersten Platz, 2006 wurde er dritter und hält sich seit 2007 auf dem vierten Rang. Der Abstand zu Platz drei vergrößerte sich laut IW in den vergangenen Jahren jedoch. Gleichzeitig schrumpfte der Vorsprung zu Platz fünf, den derzeit Rheinland-Pfalz belegt.

Die SPD forderte mehr Einsatz von der Staatsregierung beim Ausbau der Ganztagsschulen. “Bayern kann nicht einmal die aktuelle Nachfrage decken, geschweige denn die Schulen zu echten Ganztagsschulen weiterentwickeln“, sagte der bildungspolitische Sprecher der Landtags-SPD, Martin Güll. Besonders ärgerlich sei, dass auch zum neuen Schuljahr Anträge von Schulen und Kommunen auf Erweiterung des Ganztagsangebots ablehnt würden. Die Sozialdemokraten bekräftigten daher ihre Forderung nach einem Rechtsanspruch auf einen Ganztagesplatz.

dpa

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