Angriff auf Hilfsorganisation

Geiselnahme in Kabuler Innenstadt nach elf Stunden beendet

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Kabul - In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es am Morgen erneut eine Explosion gegeben. Attentäter sollen sich zudem mit Geiseln in einem "schusssicheren Raum" verschanzt haben.

Update - Geiselnahme in Kabuler Innenstadt beendet: Afghanische Sicherheitskräfte haben den Angriff auf die Hilfsorganisation Care International in Kabul nach elf Stunden beendet. Der Sprecher des Innenministeriums Sedik Sedikki schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, alle drei Angreifer seien getötet worden. Außerdem seien ein Zivilist ums Leben gekommen und sechs weitere Menschen verletzt worden. Die Opferzahl des Doppelanschlags vom Montag erhöhte sich derweil auf 41 Tote und 110 Verletzte.

Geiselnahme in Büroräumen der Hilfsorganisation Care in Kabul 

Bewaffnete Angreifer haben in der Kabuler Innenstadt ein oder mehrere Gebäude der internationalen Nichtregierungsorganisation Care angegriffen. Das bestätigte am Dienstagmorgen der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki. Es handele sich wohl um zwei Angreifer. Sicherheitskräfte versuchten, „die Gegend zu befreien“. Bei den Gefechten sei ein Zivilist getötet worden, sechs Menschen wurden demnach verwundet. Man habe bisher 31 Menschen gerettet.

Care arbeitet - mit Unterbrechungen - seit 1961 vor allem an Bildungsprogrammen für Mädchen. Andere Tätigkeitsfelder sind laut Webseite der Organisation Frauenförderung, ländliche Entwicklung und Nothilfe.

Ein Polizeioffizier sagte, die Angreifer hätten Geiseln genommen. Der Mann wollte namentlich nicht genannt werden. Ausländer seien nicht unter den Geiseln. Es könnten noch drei bis vier Angreifer in dem Gebäude sein, sagte der Offizier. Sie hätten sich in einem „schusssicheren Raum“ verschanzt. Man wende nun schweres Geschütz an. Ministeriumssprecher Sedikki wollte das nicht bestätigen.

Sicherheitskräfte nahe dem Anschlagsort sagten, in der Nacht seien drei Angreifer in das Haus eingedrungen, zwei seien getötet worden. Den ganzen Morgen über waren Schusswechsel und Explosionen zu hören. Bisher hat sich niemand zu der Tat bekannt.

Update: Sicherheitskräfte suchen weiter nach Attentätern

Auch mehrere Stunden nach der Explosion einer Autobombe im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul suchen die Sicherheitskräfte weiter nach dem oder den Attentätern. Um 6.00 Uhr Ortszeit am Dienstagmorgen erschütterte eine weitere Detonation den Stadtteil Schar-e Nau. Nach Angaben des afghanischen Journalisten Bilal Sarwary sollen Mitglieder der Krisenreaktionseinheit der Polizei Handgranaten geworfen haben. Der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki, hatte in der Nacht gesagt, zwei Angreifer seien in das Haus eingedrungen, vor dem die Autobombe explodiert war.

Nach Angaben des Senders 1TV soll ein kleines Hotel das Ziel gewesen sein. Aus Sicherheitskreisen hieß es, es könne sich um ein vornehmlich von Indern bewohntes Gästehaus handeln.

Polizeisprecher waren weiterhin nicht erreichbar. Auch zu möglichen Opfern gibt es bisher keine Informationen. Die normalerweise belebte Gegend um den Anschlagsort blieb am Morgen weiträumig abgesperrt.

Das ist Montagabend passiert: 

Nur wenige Stunden nach einen Selbstmordanschlag mit mindestens 24 Toten ist im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul eine Autobombe explodiert. Nach Polizeiangaben ereignete sich die Detonation am Montagabend im Stadtteil Schar-e Nau hinter dem Hauptsitz der Kabul Bank. Der Polizeisprecher, der nicht genannt werden wollte, berichtete zudem von Schusswechseln in der Gegend. Zu möglichen Opfern gab es zunächst keine Informationen.

Die Explosion ereignete sich kurz nach 23.00 Uhr (Ortszeit). Im weiten Umkreis wurden Fensterscheiben erschüttert. Kurz vor den wichtigen Feiertagen des islamischen Opferfestes sind in dem Stadtteil viele Geschäfte bis spät geöffnet, Menschen kaufen Delikatessen und neue Kleider. In dem Viertel gibt es neben vielen Hotels auch eine ganze Reihe möglicher anderer Angriffsziele, darunter einen Komplex des Innenministeriums.

Am Mittag waren bei einem Selbstmordanschlag der radikalislamischen Taliban vor dem Verteidigungsministerium mindestens 24 Menschen getötet und mehr als 90 verletzt worden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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