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Zahlreiche Kontroversen um Wulffs Zapfenstreich

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    • 08.03.12
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Zahlreiche Kontroversen um Wulffs Zapfenstreich

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Berlin -  Drei Wochen nach seinem Rücktritt wird Wulff mit dem Großen Zapfenstreich geehrt. Aber es hagelt Absagen und Kritik. Und die meisten Deutschen wollen künftig ihr Staatsoberhaupt lieber direkt wählen.

© dpa

Christian Wulffs Zapfenstreich ist überschattet von zahlreichen Kontroversen.

Begleitet von Kritik und Kontroversen wird Ex-Bundespräsident Christian Wulff am Donnerstagabend in Berlin (Übertragung live im Fernsehen) mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet. Teilnehmen werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die meisten ihrer Minister. Rot-Grüne Spitzenpolitiker und Wulffs Vorgänger im höchsten Staatsamt bleiben dem Zapfenstreich aber fern. Auch Wulffs mutmaßlicher Nachfolger Joachim Gauck wird fehlen. Gastgeber ist der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der als Bundesratspräsident das Staatsoberhaupt vertritt.

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Überschattet wird die militärische Feier im Park des Schlosses Bellevue von zahlreichen Absagen: Die Ehrung ist wegen der Umstände des Rücktritts und der Vorwürfe gegen Wulff umstritten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Vorteilsannahme. Wulff war nach nur knapp 600 Tagen im Amt zurückgetreten.

Kritiker Wulffs wollen dessen feierliche Verabschiedung mit dem wenig feierlichen Klang von Vuvuzelas begleiten. Im Internet riefen sie dazu auf, am Donnerstagabend vor dem Schloss Bellevue in Berlin zu erscheinen und dann mehr als eine Stunde lang die seit der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika 2010 bekannten Lärminstrumente anzustimmen.

Die Empörung über den Zapfenstreich für Wulff ist nach Ansicht des CDU-Politikers Peter Hintze übertrieben. “Ich finde, das ist aus dem Verhältnis herausgeraten“, sagte der Wirtschafts-Staatssekretär im Deutschlandfunk.

Reisen, Partys, Darlehen: Die Vorwürfe gegen Christian Wulff

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Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast warf Wulff dagegen vor, mit der militärischen Verabschiedung der Bundeswehr zu schaden. Im Hamburger Abendblatt (Donnerstag) sagte Künast zudem, Wulff solle sich über die Annahme des Ehrensolds in Höhe von 199 000 Euro äußern. “Wir alle haben das Gefühl, dass Herr Wulff mit 52 Jahren nach 20 Monaten Amtszeit zu viel Geld bekommt.“

Der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel empfahl Wulff, einen Teil des Ehrensolds für gemeinnützige Zwecke“ zu spenden und “vielleicht selber eine gemeinnützige Arbeit“ zu leisten. Im Südwestrundfunk (SWR) sagte Vogel, damit könne Wulff “den Menschen eine akzeptable Botschaft vermitteln“.

Kenan Kolat, der Vorsitzender der Türkischen Gemeinde Deutschland, würdigte auf Radioeins von Radio Berlin Brandenburg (rbb) Wulffs Haltung zum Islam. Er habe mit seiner Äußerung, dass der Islam zu Deutschland gehöre, erfolgreich zur kulturellen Vielfalt der Gesellschaft beigetragen, sagte Kolat.

Christian Wulffs politisches Leben in Bildern

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Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, lobte Wulffs Verhältnis zur Bundeswehr. “Was immer man über die Amtszeit und auch über die möglichen privaten Verflechtungen dieses Bundespräsidenten denken mag: Für die Soldaten war er ein guter und fürsorglicher Bundespräsident“, sagte er der “Passauer Neuen Presse“.

Fast 80 Prozent der Deutschen wünschen sich eine Direktwahl des Bundespräsidenten durch das Volk. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor. Auf die Frage, ob das Staatsoberhaupt wie in Österreich direkt vom Volk gewählt werden soll, antworteten 47 Prozent, sie seien “voll und ganz dafür“. “Eher dafür“ sind noch einmal 31 Prozent, “eher dagegen“ 12 Prozent. “Voll und ganz dagegen“ sind nur 4 Prozent. Der Rest hat keine Meinung.

Für Wulff gibt es nach Ansicht einer großen Mehrheit keinen Weg zurück in die Politik. 73 Prozent der Befragten meinen, für Wulff werde es keine Rückkehr in ein politisches Amt geben. Nur 15 Prozent halten ein Comeback für möglich. Fast die Hälfte der Befragten sehen das Amt des Bundespräsidenten durch die Affäre Wulff dauerhaft beschädigt. 44 Prozent sind dieser Ansicht, 47 Prozent glauben nicht an bleibenden Schaden.

dpa

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