
DDR in der Krise: Trotz aller Propagada-Parolen kämpfte der sozialistische Staat seit seiner Gründung 1949 mit wirtschaftlichen Problemen. Auf dem Bild aus dem Jahr 1958: Von links Nikita Chruschtschow, Erster Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU, Walter Ulbricht, Erster Sekretär des Zentralkomitees der SED und DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl. © dpa

Bereits der Volksaufstand gegen die SED-Führung am 17. Juni 1953 bewies: Ohne die Militärmacht der Sowjetunion im Rücken war das kommunistische Regime zum Scheitern verdammt. Der Aufstand wurde von sowjetischen Panzern niedergeschossen. © dpa

Viele Bürger im SED-Staat verloren jede Hoffnung auf Demokratie und Wohlstand. Von September 1949 bis August 1961 flohen 2.691.270 Menschen nach Westdeutschland. Allein vom 1. bis zum 13. August 1961 kehrten täglich knapp 47.000 Menschen der sozialistischen Diktatur den Rücken. © dpa

Zumeist kehrten jüngere und qualifizierte Personen der DDR den Rücken. So hatte die Fluchtwelle verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft und Versorgung im ostdeutschen Staat. Die SED-Führung befürchtete ein „Ausbluten“ der DDR. © dpa

Die Grenze zur Bundesrepublik wurde bereits auf 1.378 Kilometern in ganzer Länge mit Stacheldraht und Minensperren abgeriegelt. Berlin bildete das letzte Schlupfloch für DDR-Bürger, die nach Westdeutschland fliehen wollten. © dpa

Im Einverständnis mit der Sowjetunion (Bild: Walter Ulbricht, rechts, mit Nikita Chruschtschow, dem Parteichef der UdSSR) plante der SED-Generalsekretär, auch den letzten Ausgang aus dem „Arbeiter- und Bauernparadies“ dichtzumachen. © dpa

Der Plan zum Mauerbau war ein Staatsgeheimnis. Noch am 15. Juni 1961 verstieg sich Ulbricht auf die Frage einer westdeutschen Journalistin, ob die DDR abgeriegelt werden solle, zu der faustdicken Lüge: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ © dpa

Derweil ließ SED-Führer Ulbricht den Mauerbau durch den für Sicherheitsfragen zuständigen Sekretär des SED-Zentralkomitees vorbereiten. Dessen Name: Erich Honecker (rechts auf dem Bild), später Ulbrichts Nachfolger. © dpa

Mit einer Blitzaktion schockte die SED-Führung dann die Welt: In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 sperrte das kommunistische Regime seine Bürger buchstäblich ein. © AP
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Mitten in Berlin rissen bewaffnete Grenzpolizisten das Straßenpflaster auf. Asphaltstücke und Pflastersteine wurden zu Barrikaden aufgeschichtet, Betonpfähle eingerammt und Stacheldrahtverhaue gezogen. © AP
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Soldaten der Sowjetunion hielten sich in Gefechtsbereitschaft und postierten sich an den alliierten Grenzübergängen. © dpa
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Entsetzt und machtlos sahen die Westberliner zu, wie DDR-Truppen den Osten ihrer Stadt abriegelten. © AP
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Die Sperranlage schnitt plötzlich über 50.000 Ost-Berliner von ihren Arbeitsplätzen im Westen ab. © dpa
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Auf der Ostseite hielten Kampfgruppen und Volkspolizisten die Umstehenden mit Maschinengewehren in Schach. Ein Aufstand gegen die SED-Führung wie am 17. Juni 1953 sollte sich nicht wiederholen. © dpa
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In den folgenden Tagen ließ die SED die provisorische Absperrung durch eine Mauer aus Hohlblocksteinen verstärken. Am 18. August war der Bau der Berliner Mauer abgeschlossen. © dpa
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Erschütternde Szenen spielten sich während des Mauerbaus ab: Von einem Tag auf den anderen wurden die Menschen in West- und Ostberlin voneinander getrennt, Straßen, Plätze und Häuser wurden geteilt, die Bahn-Verbindungen unterbrochen. © AP
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Sobald sich in den frühen Morgenstunden des 13. August die Nachricht von der Abriegelung Ost-Berlins verbreitete, versuchten in Panik geratene Menschen auf den letzten Drücker in den Westen zu gelangen. Viele ließen praktisch ihre ganze Habe zurück. © dpa
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Unvergessen: Das Foto, auf dem der erst 19-jährige Volkspolizist Conrad Schumann über eine Stacheldrahtabsperrung springt und aus Ost-Berlin in den Westen flüchtet. © dpa
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Die Berliner Mauer wurde mitten durch Straßen, Plätze und Häuser gezogen. © AP
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Protestkundgebungen entsetzter Westberliner, die über Nacht von ihren Freunden und Verwandten im Osten getrennt wurden, nahm die SED-Führung nicht ernst. © dpa
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US-Präsident John F. Kennedy meinte zum Bau der Berliner Mauer: „Keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser als Krieg.“ Für Kennedy zählte nur: West-Berlin blieb eine freie Stadt, die die Westdeutschen sowie die alliierten Truppen jederzeit betreten und wieder verlassen durften. © AP
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Ende Oktober 1961 kam es zu einer brenzligen Sitution: DDR-Grenzposten forderten Angehörige der US-Mission auf, sich beim Passieren des alliierten Kontrollpunktes auszuweisen. Die Amerikaner ließen als Drohung Panzer an ihrem „Checkpoint Charlie“ auffahren. © dpa
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Am 29. Oktober entspannte sich die Lage wieder, nachdem zuerst die sowjetischen und wenig später auch die amerikanischen Panzer zurückgezogen wurden. © dpa
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Für die Menschen in der DDR gab es fortan kein Entkommen mehr aus der sozialistischen Diktatur. Wer das Land verlassen wollte beging „Republikflucht“ und wurde eingesperrt - oder beim Fluchtversuch erschossen. © AP
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DDR-Grenzer hatten den Befehl, auf „Republikflüchtlinge“ scharf zu schießen. Auf dem Bild ziehen Soldaten einen angeschossenen Mann aus dem Grenzgebiet. © AP
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Auszug aus einem Befehl für eine Spezialeinheit des DDR-Geheimdienstes, deren Angehörige als normale Grenzsoldaten getarnt waren: "Zögern Sie nicht mit der Anwendung der Schusswaffe, auch dann nicht, wenn die Grenzdurchbrüche mit Frauen und Kindern erfolgen, was sich die Verräter schon oft zunutze gemacht haben." © AP
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Unbelehrbare DDR-Beschöniger wollen davon nichts wissen. So hat etwa der frühere DDR-Staatschef und SED-Generalsekretär Egon Krenz abgestritten, dass es für ostdeutsche Grenzwächter einen Schießbefehl gab. © AP
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DDR-Bauarbeiter und Grenzwächter errichteten ab 1962 auch einen so genannten „Todesstreifen“ vor der Mauer: Ein braches, bis zu 100 Meter breites und strengstens kontrolliertes Stück Niemandsland. © AP
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Die Fläche vor dem Todesstreifen wurde vermint und mit Signalzäunen sowie Hunde-Laufanlagen ausgestattet. Von 1970 bis 1983 ließ die SED-Führung auch Selbstschussanlagen aufstellen. Diese schossen automatisch auf Menschen im geräumten Grenzstreifen der DDR. © AP
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Die Selbstschußanlagen wurden ab 1983 wieder entfernt: Nicht aus Menschlichkeit - sondern als Gegenleistung für einen Milliardenkredit, den die Bundesrepublik an die bankrotte DDR vermittelte. © AP
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Beispielhaft für den grausamen Schießbefehl an der Mauer steht der Tod von Peter Fechter am 17. August 1962: Der 18-jährige Bauarbeiter wollte über die Mauer flüchten und wurde von DDR-Grenzsoldaten angeschossen. Er fiel zurück auf den Todesstreifen und blieb dort bewegungsunfähig liegen. © AP
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Fechter schrie um Hilfe - doch weder von östlicher noch von westlicher Seite kam ihm jemand zu Hilfe. Der 18-Jährige verblutete mitten im Todesstreifen. © AP
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Während der Nacht und in den folgenden Tagen kam es es zu Protestkundgebungen und Krawallen empörter West-Berliner gegen die Mauer - und gegen die Untätigkeit der Amerikaner. © AP
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An der ehemaligen Sektorengrenze in der Zimmerstraße steht heute eine Gedenkstele für Peter Fechter. © AP
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Wieviele Menschen an der Berliner Mauer getötet wurden ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Denn Todesfälle an der Grenze wurden von der DDR-Staatsführung systematisch verschleiert. © AP
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Bis heute sind die Namen von 136 Menschen bekannt, die an der Mauer ihr Leben ließen. © AP
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Die Diskussion über die genaue Zahl der Mauertoten hält allerdings bis heute an. © AP
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Erst Anfang August 2009 hat das private Berliner Mauermuseum eine neue Schätzung vorgelegt, wie viele Menschen zur Zeit des DDR-Regimes ihr Leben ließen. © AP
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Nach Recherchen des Mauermuseums sollen durch das mörderische Grenzregime in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR sollen zwischen 1945 und 1989 insgesamt 1347 Menschen ums Leben gekommen sein. © AP
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Wir allgemein angenommen wird, mussten sich rund 75.000 Menschen wegen „Republikflucht“ vor DDR-Gerichten verantworten. Auf dem Bild nehmen DDR-Grenzsoldaten einen Mann fest, der über die Mauer in den Westen entkommen wollte. © AP
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In der gesamten westlichen Welt stand die Berliner Mauer beispielhaft für das Unrechtssytem der DDR. Auf dem Foto besichtigt der amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King im Jahr 1964 den von der DDR-Propaganda so benannten „antifaschistischen Schutzwall“. © AP
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Seit Mitte der 1980er Jahre hatte der neue sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow im Ostblock das Sagen. Er öffnete das starre kommunistische System. US-Präsident Ronald Reagan (Mitte) hielt 1987 eine legendäre Rede vor der Berliner Mauer am Brandenburger Tor. Er forderte: © AP
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„Mister Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor! Mister Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein!“ Zehntausende Westberliner jubelten. © AP
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1989 fiel die Mauer: In der DDR gingen die Massen gegen die Dikatur auf die Straße. Außerdem flüchteten ab dem Sommer tausende Menschen über das Ausland in die Bundesrepublik. Etwa über Botschaften in verschiedenen osteuropäischen Hauptstädten wie Prag (Foto). © dpa
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Dann zerschnitten am 27. Juni 1989 der österreichische Außenminister Alois Mock (links) und sein ungarischer Kollege Gyula Horn gemeinsam die Grenzbefestigung bei Sopron in Ungarn. DDR-Bürger konnten nun über Ungarn und Österreich in die Bundesrepublik reisen. Die Mauer hielt sie nicht mehr auf. © AP
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Am 9. November 1989 lud Günter Schabowski, Sprecher des SED-Zentralkomitees, zu einer historischen Pressekonferenz in Ost-Berlin. Er gab bekannt: © dpa
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Ab sofort konnten alle DDR-Bürger ungehindert ins Ausland reisen. Auf die Nachfrage eines Journalisten, wann die Regelung in Kraft treten solle, antwortete Schabowski: "Ab sofort, unverzüglich!" © dpa
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Von einem Moment auf den anderen strömten DDR-Bürger in Massen über die Berliner Grenzübergänge in den Westen. Von der Bevölkerung West-Berlins wurden sie begeistert empfangen. © AP
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In ihrer Euphorie kletterten Bürger aus West- und Ost-Berlin auch auf die Mauer. © AP
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So genannte „Mauerspechte“ schlugen Löcher in den „antfaschistischen Schutzwall“. © AP
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Damit war der Fall der Berliner Mauer besiegelt. 28 Jahre stand sie symbolhaft für die Trennung der beiden deutschen Staaten. Ihr Fall wurde zum Symbol für die Wiedervereinigung. © AP
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1990 erschien auch der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan (links seine Frau Nancy, rechts Berlins Regierender Bürgermeister Walter Momper, SPD) an der niedergerissenen Mauer. © AP
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Wer trägt die Verantwortung für die Mauertoten? Die SED-Politbüromitglieder Egon Krenz, Günter Schabowski und Günther Kleiber wurden 1997 wegen der Todesschüsse zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. © dpa
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Erich Honecker wurde 1992 wegen des Schießbefehls an der innerdeutschen Grenze angeklagt, das Verfahren wurde jedoch aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes eingestellt. Der Architekt des Mauerbaus ist straffrei davongekommen. © AP