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Retter für Offenbacher Manroland-Werk gefunden

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Augsburg/Offenbach - Die verbliebenen mehr als 800 Beschäftigten im Offenbacher Manroland-Werk können hoffen. Ein britischer Mischkonzern ist nach Medieninformationen zur Übernahme bereit.

Ein neuer Geldgeber bietet sich als Retter des Offenbacher Manroland-Werks an. Für die Produktion der Bogendruckmaschinen in Offenbach sei ein Investor gewonnen worden, der ein langfristiges Engagement zugesagt habe. Dies teilte die Insolvenzverwaltung des Druckmaschinenherstellers Manroland am Mittwoch in Augsburg mit. Eine Name wurde nicht genannt. Nach Medieninformationen soll es sich um die britische Langley Holdings handeln.

Der Verkaufsprozess der insolventen Manroland AG sei für zwei der drei Standorte voraussichtlich abgeschlossen, hieß es von der Insolvenzverwaltung weiter. Es fehle noch die Zustimmung des Gläubigerausschusses. Näheres wollte Insolvenzverwalter Werner Schneider am Donnerstagvormittag in Augsburg bekanntgeben.

Im vorläufigen Insolvenzverfahren hatte Schneider nur das Werk Augsburg an die Lübecker Firmengruppe Possehl abgeben können, während Offenbach und Plauen in Sachsen noch auf langfristige Lösungen warten mussten. Das Amtsgericht Augsburg hat am Mittwoch das Insolvenzverfahren für Manroland eröffnet. Das Unternehmen hatte Ende November Insolvenz angemeldet.

Nach Medien-Informationen wollte Schneider am Mittwoch in Augsburg dem Gläubigerausschuss ein Angebot der Briten für das Offenbacher Werk empfehlen. Dem Vernehmen nach soll der gesamte Standort mit sämtlichen 824 noch verbliebenen Beschäftigten übernommen werden.

Der britische Konzern Langley Holdings wird Gründer Anthony Langley geführt. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von knapp 495 Millionen Euro einen Reingewinn von 56,4 Millionen Euro erzielt. Wesentliche Beteiligungen sind die norddeutschen Technologie-Unternehmen Piller Power Systems und Claudius Peters sowie der Augsburger Schweißtechnikspezialist ARO. Langley hatte am Jahresende 2225 Mitarbeiter.

Mit der Briten-Offerte für das gesamte Werk dürfte der Konkurrent Koenig & Bauer (KBA) aus dem Rennen sein. Die Würzburger hatten erneut Interesse an Teilen des Unternehmens in Offenbach signalisiert. Dabei soll es vor allem um den Service für die tausenden Manroland-Maschinen gehen, die weltweit bei den Kunden stehen. Die Branche kämpft seit 2008 gegen die Krise an, der Umsatz mit Druckmaschinen hat sich seitdem halbiert.

In Offenbach arbeiten nach jüngsten Angaben noch 824 von zuletzt 1750 Menschen für Manroland. Die übrigen sind am Mittwoch in eine auf sechs Monate angelegte Beschäftigungsgesellschaft gewechselt oder gekündigt worden. An dem traditionsreichen Standort werden Bogendruckmaschinen hergestellt, die vor allem für Werbemittel benötigt werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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