Neu Delhi - Aus Angst vor einem Mordanschlag hat der britische Schriftsteller Salman Rushdie seine Teilnahme an einem Literaturfest im nordwestindischen Jaipur abgesagt.

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Schriftsteller Salman Rushdie
Er sei vom Geheimdienst informiert worden, dass zwei bezahlte Mörder aus der Unterwelt Mumbais auf dem Weg nach Jaipur seien, um ihn zu töten, sagte der Autor des von Muslimen als blasphemisch kritisierten Romans „Die satanischen Verse“ am Freitag in einer von den Organisatoren veröffentlichten Mitteilung.
Er habe zwar einige Zweifel an diesen Informationen, ergänzte der indischstämmige Autor. „Es wäre aber dennoch meiner Familie, dem Publikum und meinen Schriftsteller-Kollegen gegenüber unverantwortlich, unter diesen Umständen zu dem Festival zu kommen.“ Er werde sich stattdessen per Videokonferenz zu Wort melden. Die Absage sei eine große Tragödie, bedauerten die Veranstalter.
Rushdie hatte in den vergangenen Jahren immer wieder an Literatur- Veranstaltungen in Indien teilgenommen. Indien war nach Erscheinen der „Satanischen Verse“ im Jahr 1988 das erste Land, das das umstrittene Werk verbot.
1989 verhängte der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ein „Todesurteil“ gegen Rushdie, weil das Buch Muslime beleidige. Der Autor lebte daraufhin jahrelang unter extremem Polizeischutz im Londoner und New Yorker Untergrund. Rushdie ist überzeugter Atheist. Er verbrachte seine Kindheit in Indien, bis er in den 60er Jahren nach England ging.
dpa
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