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Mehr Touristen sollen das marode Kolosseum retten

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    • 10.07.11
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Rom: Die Masse macht’s

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Der Besuch des Kolosseums gehört zu jedem Rom-Aufenthalt. Doch an der Ruine des knapp 2000 Jahre alten Amphitheaters nagt der Zahn der Zeit, die Mauern drohen zu verfallen.

© ap/Alessandra Tarantino

Kommet zuhauf: Je mehr Touristen das Kolosseum in Rom besuchen, desto eher kann es saniert werden.

Die Idee, um an Geld für die dringend notwendige Sanierung zu kommen, klingt jedoch abenteuerlich, denn ausgerechnet mehr Touristen sollen nun das Wahrzeichen Roms retten.

Vor Jahresfrist schockierten Berichte über ein stark beschädigtes Kolosseum die Welt. Einige Putzplatten an dem altehrwürdigen Bauwerk in Rom waren abgebröckelt und heruntergestürzt. „Der angekündigte Zusammenbruch“ titelten daraufhin italienische Zeitungen dramatisch. Zum Kollaps kam es dann glücklicherweise doch nicht, und das Amphitheatrum Flavium, wie es ursprünglich hieß, steht nach wie vor auf dem Marsfeld. „Es gibt kein Problem mit der Stabilität“, betont Rosella Rea, Direktorin des Kulturdenkmals, „das wird ständig kontrolliert.“

Tanti Auguri!

Weil Italien in diesem Jahr die 150-jährige Einheit feiert, erhalten alle EU-Staatsbürger an ihrem Geburtstag mit der Aktion „L’Arte ti fa gli auguri“ freien Eintritt in staatliche ­italienische Museen und Kulturdenkmäler. Dazu muss man nur den Personalausweis am Ticketschalter vorlegen. Informationen zu der ­Aktion im Internet unter www.beniculturali.it.

Doch die Lage ist ernst. Dem im Jahr 80 nach Christus fertiggestellten Amphitheater setzen Umweltverschmutzung, Vibrationen durch eine nahegelegene U-Bahn-Linie, Straßenverkehr und Witterungseinflüsse mehr zu als ihm auf Dauer guttut. Der abgefallene Putz legte ein Grundübel frei: chemische Veränderungen im Gestein. Dabei wird Calciumkarbonat in Calciumsulfat verwandelt, von Archäologen wird dieser zerstörerische Vorgang als „Gesteinskrebs“ bezeichnet, weil er sich metastasenartig ausbreitet. Zum Schutz der Fußgänger wurden Netze aufgespannt, die herabfallende Gesteinsbrocken auffangen sollen.

Die Heilung des Kolosseums ist teuer. „Wir brauchen 23 Millionen Euro“, sagt Rosella Rea. Das Geld werde für eine komplette Reinigung, Erneuerung der Anlagentechnik und der Einfriedung sowie die Restaurierung der Wandelgänge im ersten und zweiten Stock benötigt. Darüber hinaus wird noch Geld für die kostspielige Bekämpfung des Gesteins-Krebs benötigt.

Ein erster großzügiger Spender wurde jetzt gefunden: Diego Della Valle hat zugesagt, bis zu 25 Millionen Euro für die Sanierung des Kolosseums aus eigener Tasche zu bezahlen. „Wir müssen jetzt etwas tun“, sagte der 57-jährige italienische Schuhkönig (Tod’s). Angeblich haben auch japanische Sponsoren ihre Hilfe angeboten. Langfristig sollen jedoch die Besucher die Sanierung finanzieren.

Die rund 32 Millionen Euro, die die etwa fünf Millionen Besucher jährlich in die Kasse spülen, finanzieren den Alltagsbetrieb. Darum wurden nun vor Kurzem weitere Bereiche des Kolosseums zur Besichtigung freigegeben, die bislang der Öffentlichkeit nicht zugänglich waren: der dritte Rang, wo früher die ärmsten Bürger Roms saßen, und die unterkellerten Areale unterhalb der Arena, in denen die Verurteilten in Kerkern ihren Kämpfen entgegenschmachteten und wilde Tiere in Käfige gesperrt waren. Wer diese Bereiche besichtigen will, muss noch einmal extra zahlen (s. Info-Kasten). Und je mehr Touristen kommen, desto schneller und gründlicher kann der steinerne Koloss saniert werden.

Doch mehr Touristen bedeuten noch längere Schlangen, denn bisher schon müssen sich die Besucher durch gerade mal zwei Metalldetektoren zur Sicherheitskontrolle quetschen. Kein Vergnügen, denn in Rom kann im Sommer das Thermometer auf gut 40 Grad im Schatten klettern. Wer seine Eintrittskarte im Internet auf www.ticketclic.it bereits zu Hause bestellt, kann gegen 1,50 Euro Mehrpreis immerhin die Schlangen an den Kassen umgehen.

Eine Finanzquelle könnte Direktorin Rosella Rea ja noch anpumpen: Für den Bau des Petersdom im Vatikan wurden auch Steine aus dem Kolosseum verwendet. Die Direktorin könnte ja also beim Papst mal nachfragen, ob er nicht dieses Baumaterial nachträglich bezahlen will.

Volker Pfau

DIE REISE-INFOS ZU ROM

REISEZIEL Rom ist die Hauptstadt Italiens und liegt in der Region Latium am Tiber. Die der Sage nach im Jahr 753 v.Chr. gegründete Stadt hat heute rund 2,8 Millionen Einwohner, die auf einer Fläche von rund 1300 Quadratkilometern leben (München: 1,3 Mio. Einwohner, 310 Quadratkilometer).

ANREISE Von München aus gibt es täglich mehrere Verbindungen mit Lufthansa und Allitalia zum Flughafen Fiumicino, der 34 Kilometer westlich der Innenstadt liegt. Von Memmingen aus fliegt Ryanair drei Mal pro Woche zum Flughafen Ciampino, der 15 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Rom liegt.

KOLOSSEUM Es wurde im Jahr 80 n.Chr. fertiggestellt und ist mit einer Länge von 188 Metern, einer Breite von 156 Metern, einer Höhe von 48 Metern sowie einer Zuschauerkapazität von rund 50.000 Menschen das größte der im antiken Rom erbauten Amphitheater und der größte geschlossene Bau der römischen Antike.

BESICHTIGUNG Ein Kombi-Ticket, das die Besichtigung des Kolosseums, des Forum Romanum und des Palatinhügels ermöglicht, kostet 12 Euro und ist zwei Tage lang gültig. Kinder unter 18 Jahren und Senioren (ab 65 Jahren) frei. Geöffnet ist täglich ab 8.30 Uhr. Der Zugang zu den unterirdischen Arealen und dem dritten Rang ist bis zum 30. Oktober möglich und kostet zusätzlich 12 Euro pro Person. Eine zweistündige Führung (auf Italienisch oder Englisch) kann für 8 Euro pro Person gebucht werden. Info: Tel. 0039/06/ 39 96 77 00.

ANGEBOT Der Münchner Veranstalter Geldhauser bietet die fünftägige Reise „Unvergessliches Rom“ an, bei der unter anderem einen ganzen Tag lang das Forum, der Palatin und das Kolosseum besichtigt werden. Mit Flug ab/bis München und vier Ü/F kostet die Reise, die am 4. September startet, ab 815 Euro pro Person. Info und Buchung im Geldhauser Reisebüro am Münchner Marienplatz unter 089/22 08 61 oder im Internet unter www.geldhauser.de.

AUSKUNFT Italienische Zen­trale für Tourismus ENIT, Barckhausstraße 10, 60325 Frankfurt am Main, Tel. 069/23 74 34, www.enit.de.

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