Energiewende in Teisendorf

Holz statt Öl für Wimmern

110.05.1010.05.10|FreilassingFacebook
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Teisendorf - Die Energiewende in Teisendorf kommt weiter voran. Seit wenigen Wochen ist die Hackschnitzelheizung für einen grossen Teil der Haushalte von Wimmern in Betrieb.

© Hertlein

„Die glorreichen Sieben“ von der Nahversorgung Wimmern GbR schaffen für Wimmern wohlige Wärme zu einem sensationell niedrigen Preis: Josef Mösenlechner, Stefan Leitenbacher, Matthias Spiegelsperger, Johann Strähhuber, Marcus König, Ludwig Pastötter (von links nach rechts), unten kniend: Helmut Thanbichler.

Anfang Mai nahm die „Nahversorgung Wimmern GbR“ an einem Tag der offenen Tür die gesamte Anlage unter reger Anteilnahme der Bevölkerung offiziell in Betrieb. Mehr als 1500 Schaulustige informierten sich bei bestem Wetter, hervorragender musikalischer Umrahmung und leckeren „Schmankerln“ der Wimmerer über die technischen Details und die „Baugeschichte“ der Anlage.

Am 21. April letzten Jahres war Baubeginn. Der 200 KW-Heizkessel ist in einem eigens dafür errichteten Gebäude im Untergeschoss untergebracht. Der Kessel beheizt einen 450 Liter Tank und einen 6500 Liter Pufferspeicher. Der Hackschnitzelbunker ist praktischerweise über dem Kessel errichtet worden. Das erlaubt einfaches und unkompliziertes beschicken des Kessels. Die Hackschnitzel werden ausschliesslich von den Mitgliedern der GbR geliefert. Das Leitungsnetz zum Anschluss der insgesamt neun Haushalte umfasst 490 Meter. Das Leitungsnetz konnte auch deswegen äusserst preisgünstig verlegt werden, weil im Zusammenhang mit der Kanalisation von Wimmern bereits Leerrohre zur Querung des Strassenraumes eingebaut werden konnten.

Jeder der neun Haushalte verfügt über eine eigene Übernahmestation. Dadurch kann jedes Haus individuell, auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt, komfortabel beheizt werden. Dass das Hackschnitzelheizwerk Wimmern zu einem sensationell niedrigen Preis von derzeit viereinhalb Cent pro Kilowattstunde Wärme arbeiten kann ist aber auch dem Umstand zu verdanken, dass ein Grossteil der Arbeiten von den „glorreichen Sieben“, den sieben Gesellschaftern der GbR, erbracht worden ist.

Für Matthias Spiegelsperger, einer der „glorreichen Sieben“ aus Wimmern, ist die Hackschnitzelheizung aber nicht nur ein ökologischer, immerhin rund 68.00 Kilogramm Kohlendioxid pro Jahr werden durch die Anlage eingespart, und ein ökonomischer Gewinn, das Geld bleibt in der Region und wird nicht an die „Ölscheichs“ überwiesen.

„Durch den Bau ist unsere Dorfgemeinschaft weiter zusammengewachsen“, so Spiegelsperger. Sozusagen ein „soziales Abfallprodukt“. In Zeiten der Globalisierung und der Vereinzelung der Gesellschaft ein überaus wünschenswertes Abfallprodukt. Holz statt Öl für Wimmern durch die Nahversorgung Wimmern GbR. Ein ökologische, ökonomisches und soziales Vorzeigeprojekt, das gerne weitere Nachahmer im Landkreis finden darf.

Pressemitteilung Edwin Hertlein

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