Als Alternative zum Verbrennungsmotor:

Grüne wollen Elektromobilität voranbringen

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Berchtesgaden - Spätestens seit dem Dieselskandal ist klar: Der Verbrennungsmotor ist ein Auslaufmodell. Auf einer Kreisversammlung haben Bündnis 90/Die Grünen jetzt diskutiert, wie die Elektromobilität schneller vorangebracht werden kann.

Nach Ansicht von Bündnis 90/Die Grünen im Berchtesgadener Land sollte der Ausbau der Elektromobilität in den nächsten Jahren mit mehr Schwung als bisher vorangetrieben werden. Das war die einhellige Meinung aller Teilnehmer an einer vor kurzem in Berchtesgaden abgehaltenen Kreisversammlung. In einem Eingangsreferat gab Grünen-Mitglied Simon Köppl einen Überblick über den aktuellen Stand. So sind derzeit in Deutschland aktuell nur 25.000 reine Elektrofahrzeuge zugelassen, während der Gesamtbestand aller zugelassenen PKW´s bei über 45 Millionen Fahrzeugen liegt. Daneben gibt es noch 130.000 sogenannte Plug-In-Hybridfahrzeuge. Vom ursprünglich einmal ausgegeben Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen bis zum Jahr 2020 ist die Bundesrepublik noch meilenweit entfernt, konstatierte Köppl.

Während die Umsetzung der Energiewende in den Bereichen Strom und Wärme schon ein gutes Stück vorangekommen sei, stehe man beim Verkehr noch ganz am Anfang. Dabei sei die Elektromobilität aber nur einer von mehrere Bausteinen. Außerdem sei zu beachten, dass Elektromobilität nur dann etwas für den Klimaschutz bringe, wenn der Strom für die Elektrofahrzeuge aus Erneuerbaren Energien gewonnen werde. Köppl räumte in seinem Vortrag noch mit einer ganzen Reihe von Vorurteilen gegenüber Elektrofahrzeugen auf. So sei die Reichweite der allermeisten heute auf dem Markt befindlichen Elektroautos schon ganz passabel - vor allem vor dem Hintergrund, dass die meisten Fahrten sich im Kurzstreckenbereich abspielten.

Ein Problem sei allerdings das noch nicht sehr dichte Netz an „Elektrotankstellen“. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. Köppl sprach sich dafür aus, die Elektromobilität in ein Gesamtkonzept mit intelligenter Ladesteuerung einzubetten. Auf diese Weise könnten die Elektrofahrzeuge auch als Stromspeicher für Wind- und Sonnenstrom dienen. Dafür gebe es zahlreiche Ansätze, zum Beispiel ein Lademanagement an Park and Ride Plätzen. Auch ein Zusammenspiel mit Hausspeichersysteme biete sich an. Für das Berchtesgadener Land stellte der Referent ein positives Zwischenzeugnis aus: So sei die Quote für Elektrofahrzeuge im Berchtesgadener Land bereits doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Dennoch sollten weitere mutige Schritte zum Ausbau der Elektromobiltät unternommen werden. Köppl schlug die Anschaffung weitere Elektrofahrzeuge für die kommunalen Fuhrparke und einen weiteren Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur vor. Dabei sei die enge Kooperation zwischen der Politik, den Kommunen, aber auch der lokalen Unternehmer essentiell. Positiv vermerkte Köppl, dass die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land bereits die Stelle eines Projektmanagers zur weiteren Förderung der Elektromobilität für den Individualverkehr ausgeschrieben habe.

In der an den Vortrag anschließenden Diskussion stellte Grünen-Kreisvorsitzender Dr. Bernhard Zimmer fest, dass im Landkreis mit der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes, der Anstellung eines Klimaschutzmanagers, der Gründung einer Energieagentur und der Erarbeitung eines Energienutzungsplanes die struturellen Grundlagen zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende im Landkreis geschaffen worden wären. Dem Thema Elektromobilität komme dabei eine ganz zentrale Bedeutung zu. Grünen-Kreistagsfraktionschef Dr Bartl Wimmer vertrat die Auffassung, dass viele Handwerksbetriebe, aber auch größere Firmen im Landkreis, vom Thema Elektromobiltät profitieren könnten. Eine Möglichkeit seien aus seiner Sicht Carsharing-Modelle für Mitarbeiter und Firmenfahrzeug in Verbindung mit intelligenten Ladevorrichtungen.

Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Berchtesgadener Land

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