FDP lehnt Einführung der Biotonne als Schikane ab

Nowak: „Bringsystem wäre die bessere Lösung.“

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Bad Reichenhall - FDP-Kreisrat Armin Nowak kann über die Entscheidung des Kreistages zur Einführung der Biotonne nur den Kopf schütteln: „Vorerst wird den Bürgerinnen und Bürgern zwar noch vorgegaukelt, dass es durch die Einführung der Biotonne zu keinen Mehrkosten für sie kommen wird. Tatsächlich geht es dabei aber nur darum, dass es für die Biotonne keine eigene Gebühr geben wird, da die Kosten über die Leistungsgebühren für die Restmülltonne abgewickelt werden - wir können uns daher aber schon alle auf Gebührenerhöhungen einstellen, durch die für die Biotonne dann eine versteckte Gebühr erhoben wird“, warnt Nowak.

Doch nicht nur die langfristig zwangsläufigen Gebührenerhöhungen werden von den Freien Demokraten kritisiert. FDP-Kreisvorsitzender Alexander Reich sieht seine Partei auch in einem weiteren Punkt bestätigt: „Bereits im vergangenen Jahr haben wir darauf hingewiesen, dass solch eine Biotonne auch eine ganz erhebliche Geruchsbelästigung für die Bevölkerung darstellen wird. Damals argumentierten die Verantwortlichen noch mit modernen Abfallbehältern, durch die es zu keinem Gestank käme. Durch den heutigen Beschluss hat der Kreistag die Kosten für Geruchsfilterdeckel auf die Bürgerinnen und Bürger abgewälzt, die solche Geruchsfilter bei Bedarf selbst finanzieren müssen.“

Kreisrat Armin Nowak bezweifeltn zudem Probleme in der Kontrolle durch den Landkreis: „Selbst-Kompostierer sollen von der Biotonnen-Pflicht ausgenommen sein. Das ist selbstverständlich sinnvoll und begrüßenswert. Allerdings müssen die Selbst-Kompostierer laut Beschluss des Kreistages die Eigenkompostierung nachweisen. Mit welchem Zettelkrieg dies zu bewerkstelligen sein wird, können wir Bürokratie-geplagten Deutschen uns schon vorstellen. Abgesehen davon erscheint mir auch die Kontrolle durch die Verwaltung ein unnötiger Mehraufwand zu sein. Letztlich wäre ein Bringsystem die sinnvollere Lösung.“

Des Weiteren weisen die Freien Demokraten auch auf den fehlenden Platz für weitere Mülltonnen in Wohnanlagen hin: „Wir haben die Restmülltonnen, den Gelben Sack und die blauen Tonnen für das Altpapier. Wo sollen denn nun nochmals die jeweils bis zu 240 Liter fassenden Biotonnen aufgestellt werden? Der Vorschlag moderner Containerlösungen für gesamte Wohngebiete wird wohl ein Rohrkrepierer werden, zumal für uns auch hier die Finanzierungsfrage noch nicht abschließend geklärt ist. Meiner Meinung nach ist die Einführung der Biotonne reine Schikane“, so FDP-Kreisvorsitzender Alexander Reich.

Zuletzt fragt Nowak noch grundsätzlich nach dem Sinn der Biotonne: „Was werfen wir denn dann eigentlich noch in die Restmülltonnen? In den gelben Sack kommt Plastik, in die blaue Tonne Altpapier und in die Biotonne organische Abfälle. Dann bleibt nicht mehr viel anderer Müll übrig.“

Pressemitteilung FDP Berchtesgadener Land

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