BG-Klinik für Berufskrankheiten tut Bad Reichenhall gut

CSU-Ortsverband Bad Reichenhall und Gesundheitspolitischer Arbeitskreis auf informativer Besichtigung

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Ein Teil der Besichtigungsteilnehmer formierte sich zum abschließenden Gruppenfoto im Foyer der BG-Klinik – alle zeigten sich beeindruckt von der Arbeit, die dort geleistet wird!

Bad Reichenhall - Jeder Reichenhaller kennt sie von außen, kaum einer kennt sie von innen bzw. weiß, was genau in dem Gebäude vor sich geht. Der CSU-Ortsverband Bad Reichenhall und deren Gesundheitspolitischer Arbeitskreis (GPA) wollten sie jedoch näher kennen lernen und fanden sich daher zu einer höchst interessanten Besichtigung ein: Die Rede ist von der BG-Klinik für Berufskrankheiten, die manche auch beim Namen „Keramik-Klinik“ rufen. Sie liegt an der Münchner Allee zwischen Hauptbahnhof und St. Zeno und kann sich daran erfreuen, zwar eine ruhige, aber zentrale Lage mitten in der Stadt zu haben. Das wird von den Patienten auch sehr geschätzt, wie Dr. med. Wolfgang Raab als Ärztlicher Direktor und Albert Duschner als Kaufmännischer Direktor im Gespräch versicherten.

Derzeit hat die BG-Klinik 138 Planbetten, davon 106 betreffend das Zentrum für berufsbedingte Erkrankungen der Atmungsorgane, 20 für das Dermatologische Zentrum und 12 für das Zentrum für Psychotraumatologie. Die Auslastung der Klinik ist mit über 90 Prozent sehr gut und die Wartezeiten sind durchaus lang. Dies war mit der Beweggrund, warum die BG-Klinik sich derzeit gerade baulich verändert und erweitert: Nach dem Umbau sollen rund 220 Betten zur Verfügung stehen – dafür wurde der Platz zwischen dem bestehenden Gebäude und der VR-Bank-Zentrale genutzt: Die alte Villa auf dem Areal wurde abgerissen, dort entsteht ein ansehnlicher Baukörper, der über einen Verbindungsgang mit der bestehenden Klinik verbunden wird. Kaufmännischer Direktor Duschner bedankte sich in diesem Zusammenhang für die konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadtspitze und der Bauverwaltung, die sich stets kooperativ verhalten hätten. OB Dr. Herbert Lackner freute sich über dieses seltene Lob und versicherte, die Stadt Bad Reichenhall, der gesamte Stadtrat und auch er persönlich stünden voll und ganz zur BG-Klinik und wünschten sich einen Erfolg des Unternehmens.

Die Belegschaft wird nach dem Neubau nochmal deutlich anwachsen: Schon heute arbeiten knapp einhundert Menschen in der Klinik, die Fluktuation ist vergleichsweise gering, was der Klinik ein gutes Zeugnis als Arbeitgeber ausstellt. Damit tut die Klinik für Berufskrankheiten der Stadt und der ganzen Region gut, waren sich die anwesenden Christsozialen einig. Denn: Die BG-Klinik versucht stets, heimische Firmen und Lieferanten zu beauftragen, damit möglichst viel Wertschöpfung in der Region verbleibt. Darüber hinaus bringen auch die Patienten und deren Begleitpersonen einiges an Geld in die Stadt – „auch wenn wir den europäischen Hochadel nicht ganz ausgleichen können, der bis vor 100 Jahren hier in Reichenhall zu Gast war“, wie Dr. Raab geschichtsbewusst wie augenzwinkernd ausführte. In den Statistiken bezüglich der Übernachtungszahlen macht die Klinik einen wichtigen Faktor aus: Allein die BG-Klinik bringt der Stadt Bad Reichenhall jährlich 45.000 bis 48.000 Übernachtungen.

Doch was macht die Klinik eigentlich? Dr Raab erklärte dazu anschaulich, dass die BG-Klinik auf Basis des Sozialgesetzbuchs VII zugewiesene Patienten behandelt: „Als Klinik der Gesetzlichen Unfallversicherung ist es unser Auftrag, mit allen geeigneten Mitteln die durch Berufskrankheiten oder Arbeitsunfälle verursachten Gesundheitsschäden zu beseitigen, zu bessern oder die Folgen zu mildern. Wir fördern die Rehabilitation unserer Patientinnen und Patienten zur selbstbestimmten Teilhabe am beruflichen und sozialen Leben. Hierbei beachten wir sowohl bewährte Konzepte als auch aktuelle Vorgaben der medizinischen Wissenschaft.“ Was man sich darunter konkret vorzustellen habe, wurde an manchen Beispielen deutlich: Da ist etwa der Bäcker, der wegen einer Mehlstauballergie nicht mehr arbeiten kann – dann ist es Aufgabe der BG-Klinik zu begutachten, ob eine Berufskrankheit vorliegt. Da kann aber auch der Masseur sein, der Ekzeme an den Händen entwickelt – dann wird ihm in der BG-Klinik geholfen, sich künftig zu schützen, das passende Produkt zur Pflege und richtige Handschuhe zu finden. Ziel sei dann, möglichst eine Fortsetzung der Berufstätigkeit zu ermöglichen. „Und da haben wir phantastische Erfolge“ freute sich Dr. Raab sichtlich.

Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt aber nach wie vor auf Atemwegserkrankungen, denn die Klinik entwickelte sich ursprünglich für Patienten, die in der Glas- oder Keramikindustrie arbeiteten und bei ihrer Arbeit wegen verwendeter Stoffe wie z.B. Asbest an den Atemwegen erkrankten. Noch heute sind Langzeit-Schäden wegen Asbest-Kontakt zu behandeln. Gerade Bad Reichenhall ist für die Behandlung von Atemwegserkrankungen prädestiniert, wie die Teilnehmer bei der Führung durch das Haus erfuhren: Denn die salzhaltige Sole sorgt dafür, dass sich Partikel auf der Lunge leichter lösen und die Patienten Schleim oder Ähnliches leichter abhusten könnten. Auch heute noch ist Sole bei Inhalationen in Verwendung.

Zum Abschluss der informativen Führung bedankten sich die GPA-Vorsitzende Dr. Helga Mohrmann, die selbst viele Jahre im Hause gearbeitet hatte, und CSU-Ortsvorsitzender Christoph Lung für die kenntnisreichen Erklärungen der beiden Direktoren. Es sei der Klinik zu wünschen, dass die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Reichenhall weiterhin gepflegt werde und sie aus Politik und Bevölkerung die verdiente Wertschätzung für die erfolgreiche Arbeit vor Ort erhalten kann. Die Christsozialen jedenfalls zeigten sich abschließend beeindruckt von dem wirtschaftlichen und medizinischen Erfolg der Klinik.

CSU-Ortsverband Bad Reichenhall

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