Ampelregelung an A8 und B20? Steht der Verkehrskollaps des Landkreises bevor?

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Piding - Mit wachsender Besorgnis verfolgt die FWG Piding die Planung des staatlichen Bauamtes Traunstein zur Verkehrsregelung auf der B20. Die zwei derzeit geplanten Ampeln werden das Chaos im Berufsverkehr stark verschlimmern. Bisher scheinen sich die Nachbargemeinden noch keine Sorgen zu machen. Dabei ist Piding bei Weitem nicht alleine betroffen. Um auf das drängende Problem aufmerksam zu machen, hat die FWG Piding einen offenen Brief verfasst. Er wurde an Verkehrsminister Dobrindt und Staatsminister Herrmann versandt. Rückendeckung erhielt die FWG Piding von den Ortsvereinen der umliegenden freien Wählervereinigungen. Die Kreistagsfraktion der FW unterzeichnete das Schreiben ebenfalls. Lesen Sie hier den Wortlaut des Schreibens:

Sehr geehrter Herr Minister Dobrindt, sehr geehrter Herr Staatsminister Herrmann, wir wenden uns mit diesem Schreiben an Sie, da sich Piding seit langem in einer schwierigen Verkehrssituation befindet. Aktuelle Planungen der bayerischen Staatsregierung und der Autobahndirektion drohen nun, die Lage exponentiell zu verschärfen. Derzeit liegt viel Augenmerk auf den Grenzkontrollen in unserem Ortsgebiet. Auch hier wurde bereits viel versucht, um die Situation zu verbessern. Wesentlich schwerwiegendere Probleme sehen wir jedoch durch zwei geplante Ampelanlagen auf Piding zukommen. Die Bundesstraße 20 ist die Lebensader des Berchtesgadener Landes. Sie verbindet den nördlichen mit dem südlichen Landkreis, ebenso wie die größten Städte des Landkreises. Dadurch ist das Verkehrsaufkommen durch Pendler und Urlauber mit „durchschnittlich“ 32.000 Fahrzeugen pro Tag bereits jetzt weit über der Belastungsgrenze. Entsprechend entstehen an den Einmündungen teilweise starke Unfallschwerpunkte. So insbesondere an der Einmündung der St 2103 in die B20. Diese Stelle erlangte durch häufige und vor allem schwere Unfälle bereits traurige Berühmtheit. Zur Lösung des Problems war ursprünglich vom Straßenbauamt Traunstein ein Kreisverkehr geplant, der in der Gemeinde Piding breite Zustimmung fand. Auch eine höhenfreie Anbindung wurde erwogen.

Aus uns unerklärlichen Gründen hat das Straßenbauamt seine Pläne jedoch geändert. Uns wurde der Bau einer Ampelanlage vorgestellt. Laut Herrn Brambach vom staatlichen Bauamt Traunstein laufen dazu bereits konkrete Planungen, Grundstücksverhandlungen werden geführt. Ein weiterer problematischer Verkehrsknoten liegt nur wenige hundert Meter entfernt. Der Abschleifer der A8 kommend von Salzburg mündet ebenfalls in die B20. Da Linksabbieger durch die hohe Frequenz kaum in Richtung Freilassing in die B20 einfahren können, bildet sich zu Stoßzeiten ein Rückstau bis in die A8 hinein. Auch diese hochriskante Gefahrenstelle ist der Autobahndirektion seit langem bekannt. Nun soll auch hier eine Ampellösung kommen. Zu Stoßzeiten fließt der Verkehr um Piding bereits jetzt nur stockend. Vor Ausbau des Gablerknotens an der Gabelung der B20 mit der B21 vor Bad Reichenhall gab es früher ebenfalls eine Ampelanlage. Die Folge war, dass sich der Verkehr oft kilometerweit staute. In den 90-er Jahren wurde der Gablerknoten wegen den prekären Stauzeiten für Bürger und Gäste aufwändig umgebaut. Seitdem läuft der Verkehr einigermaßen erträglich, solange keine Unfälle passieren.

Die Folgen der geplanten Ampelanlagen hätten für Piding desolate Auswirkungen. Die Ausweichstrecke bei einem Stau auf der B20 von Freilassing kommend führt quer durch die Gemeinde Piding. Damit nicht genug. Die Strecke ist großteils verkehrsberuhigt, da sich Schule, Kindergarten und mehrere Schulbushaltestellen in diesem Bereich befinden. So würde der Unfallschwerpunkt aus der Verantwortung des staatlichen Bauamtes direkt in das Pidinger Gemeindegebiet abgewälzt. Eine massive Gefährdung der Kinder wird dabei zugunsten der Verkehrsstatistik auf Bundes- und Staatsstraßen in Kauf genommen. Diese Darstellung ist keine Schwarzmalerei! Bereits jetzt können wir bei Unfällen auf der B20 diese Entwicklungen beobachten. Darüber hinaus ist dies nicht nur ein Problem der Pidinger. Alle Pendler und Urlauber die aus Richtung Freilassing oder von der A8 kommend nach Bad Reichenhall und Berchtesgaden fahren, werden täglich viele, viele Stunden im Stau verbringen. Der Schaden für Tourismus und Wirtschaft wäre beträchtlich. Darüber hinaus wird sich das Verkehrsdesaster immer weiter verschärfen. Die dringend nötige Sanierung der Saalachbrücke auf der B20 Richtung Bad Reichenhall, die geplante Sperrung einer Tunnelröhre in Liefering/Salzburg mit Ausweichstrecke über die B20, sowie Planungen zu einer Brücke über die Salzach in Höhe Laufen/Oberndorf werden den Verkehrsfluss zunehmend belasten.

Als Lösung sehen wir für Piding: 1. Kreisverkehr oder höhenfreie Anbindung der St 2103 2. an der Ausfahrt A8 Linksabbiegeverbot Richtung Freilassing und Umleitung des Verkehrs über den bestehenden Kreisverkehr an der A8 Einmündung aus Richtung München (Dieser Kreisverkehr sollte laut Aussagen der Baubehörden wegen zu geringem Umfangs eigentlich nicht funktionieren, aber er hält trotz allen Unkenrufen derzeit die Verkehrslage vor Ort stabil) Da ein Appell an die örtlichen Behörden und Politikvertreter bisher ungehört blieb, bitten wir Sie, sich der verheerenden Lage auf der B20 persönlich anzunehmen. Verhindern Sie diese Ampelanlagen und setzen Sie sich für zukunftsfähige Lösungen ein. Nicht nur die Pidinger Kinder und ihre Familien werden es Ihnen danken. Sie verhindern dadurch auch den Kollaps eines der schönsten Urlaubsziele Bayerns.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung! Freundliche Grüße Freie Wählergemeinschaft Freie Wähler Piding Land Kreisverband Berchtesgadener Land

Pressemitteilung der Freien Wählergemeinschaft Piding e. V.

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