Frühjahrs-Stammtisch des CSU-Ortsverbandes Saaldorf-Surheim

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
CSU-Ortsvorsitzender Markus Wallner (links) bedankte sich recht herzlich bei Gertrud Wölke vom Helferkreis Saaldorf-Surheim für ihre Ausführungen und vor allem die wertvolle Arbeit des ganzen Teams.

Saaldorf-Surheim - Vor kurzem führte der CSU-Ortsverband Saaldorf-Surheim wieder ein Treffen zu aktuellen Themen in der Gemeinde durch. Diesmal drehte sich alles um das allgegenwärtige Thema Flüchtlingssituation in der Gemeinde. Der Ortsvorsitzende Markus Wallner konnte an diesem Abend dazu mit Frau Diplom-Psychologin Gertrud Wölke, Leiterin des Helferkreises der Gemeinde Saaldorf-Surheim sowie Caritas-Betreuerin für die Asylbewerberinnen, begrüßen.

Zu Beginn der Veranstaltung erläuterte der Ortsvorsitzende den Versammlungsteilnehmern die aktuelle Flüchtlingssituation der Gemeinde Saaldorf-Surheim. Er konnte an diesem Abend berichten, dass derzeit 37 Flüchtlinge in der Gemeinde sind, wovon von 3 Flüchtlingskindern der Kindergarten in Saaldorf besucht wird und 5 Kinder verschiedene Schulen besuchen. Die Gemeinde Saaldorf-Surheim wird in diesem Jahr laut neuesten Zahlen noch zirka 60 Flüchtlinge aufnehmen müssen. Frau Wölke konnte dazu berichten, dass die vier ukrainischen Staatsbürger aufgrund mangelnder Erfolgsaussichten eines Asylantrags das Haus in der Schwellstraße wieder verlassen haben. Es wurde nochmals an die Anwesenden Mitglieder appelliert, wenn sie Objekte für 10 bis 15 Personen in der Gemeinde wissen, dass sie diese dem Landratsamt für die Unterbringung zur Verfügung stellen sollten. Die Leiterin des Helferkreises berichtete dazu, dass sogenannte Kümmerer des Landkreises sich um die Neubelegungen, um Einweisung in die Wohnung und um Reparaturen kümmern. Der Ortsvorsitzende erklärte auch, dass dem Freistaat Bayern das Grundstück am Bauhof für eine mögliche Flüchtlingsunterbringung verpachtet werden könnte. Weiteres konnte berichtet werden, dass die Gemeinde evtl. über den „Wohnungspakt Bayern“ Sozialwohnungen erstellen möchte, damit die Gemeinde Saaldorf-Surheim für sozial Schwache ebenso Wohnungen zur Verfügung stellen kann. Hintergrund für diesen Sachverhalt ist, dass die Gemeinde verpflichtet ist, Wohnungs- und Obdachlosen eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen.

Am Beginn ihrer Ausführung konnte Frau Wölke berichten, dass die Bedingungen für den Helferkreis in der Gemeinde sehr gut seien. Frau Wölke lobte vor allem den offenen Umgang mit dem Thema Flüchtlingen in der Gemeinde und sie hob die hervorragende Information der Bürger durch die Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Bernhard Kern hervor. Die Leiterin des Helferkreises erläuterte den Anwesenden zuerst die Gliederung des Helferkreises. Im Helferkreis sind zurzeit 35 Mitglieder aktiv in fünf verschiedenen Bereichen (wie z. B. Fahrdienst, Sprachkurs, Schulkinderbetreuung) organisiert. Frau Wölke berichtete, dass die Ehrenamtlichen durch das Kennenlernen von anderen Kulturen und Lebensweisen auch ihren persönlichen Gewinn daraus ziehen und somit die Helfer einen persönlichen Vorteil für sich sehen. Weiter sagte sie, dass aufgrund der abgestimmten Organisation im Helferkreis für die Ehrenamtlichen im Helferkreis Saaldorf-Surheim keine Überlastung bestehe, wie oftmals in den Medien berichtet werde. Im Augenblick werden vom Helferkreis Saaldorf-Surheim drei Projekte schwerpunktmäßig vorangebracht. Dabei handelt sich um das Café International, bei dieser Veranstaltung können die Gemeindebewohner beim Gespräch mit Kaffee und Kuchen über die Hintergründe der Flucht und Informationen über die verschiedenen Kulturen gewinnen. Für das Projekt Fahrradwerkstatt und der geplanten Kleiderkammer werden aber noch Räume gesucht, damit diese Projekte umgesetzt werden können. Wer für diese Projekte Räume zur Verfügung habe, solle sich bei der Gemeinde melden. Der Leiterin des Helferkreises war es aber wichtig, dass diese Kleiderkammer nicht nur Flüchtlingen, sondern allen sozial schwachen Personen zur Verfügung stehen solle.

Ein weiterer Personenkreis kümmert sich um den Deutschunterricht der Flüchtlinge; hierbei kam auch das unterschiedliche Bildungsniveau der Flüchtlinge zur Sprache. Den Anwesenden wurde mitgeteilt, dass der Bildungsstand der Flüchtlinge von Analphabeten bis zum Abitur reiche. Frau Wölke betonte in diesem Zusammenhang, dass für die Asylsuchenden ein schnelles Erlernen der Sprache elementar wichtig ist, damit sie sich im Alltag in Deutschland schnell zurecht finden. Es wurde außerdem über die Beschäftigungssituation der Flüchtlinge gesprochen. Die Leiterin des Helferkreises konnte berichten, dass im Augenblick ein Flüchtling im Altersheim in Surheim einer Arbeit in geringfügiger Beschäftigung nachgeht. Des Weiteren ist eine Person im Bauhof in einem 1 Euro-Job beschäftigt. Von Frau Wölke wurde den Anwesenden erläutert, dass die Flüchtlinge nur nach einer Aufenthaltsdauer von drei Monaten eine Beschäftigung nachgehen dürfen, wenn eine Überprüfung durch das Arbeitsamt erfolgte und für diesen Arbeitsplatz keine Einheimische Arbeitskraft zur Verfügung steht. Das Problem mit 1 Euro-Jobs wurde auch noch erläutert. Diese Jobs können nur von Sozialeinrichtungen und staatlichen Einrichtungen angeboten werden, wenn sie in keiner Konkurrenz zu anderen Beschäftigungsmöglichkeiten stehen. Von Frau Wölke wurde angeregt, dass es in diesem Bereich durchaus von der Gemeinde auch Möglichkeiten gebe.

Die Koordinatorin des Helferkreises, Frau Wölke, konnte aber auch im Zusammenhang mit der Arbeit des Helferkreises von vielen bürokratischen Hindernissen bei der Arbeit im Helferkreis berichten. Sie sagte, dass die Registrierung und Anerkennung zur Stellung eines Asylantrags einem wahren Spießrutenlaufen gleiche und teilweise bis zu einem dreiviertel Jahr dauere. Die Genehmigung eines Asylantrags kann dann derzeit bis zu einer Gesamtdauer von bis zu drei bis vier Jahren dauern. Diese Bedingungen führen bei den Flüchtlingen natürlich teilweise zu Unzufriedenheit und Enttäuschungen. Frau Wölke führte aber auch aus, dass sich die Flüchtlinge nicht ohne Genehmigung in Deutschland bewegen dürfen, da sie eine Residenzpflicht haben. Zur Frage, ob ein Teil dieser Flüchtlinge nach einem Ende der Kriege und Konflikten ihren Heimatländern wieder zurückkehren möchte, konnte sie mitteilen, dass dies je nach Herkunftsland unterschiedlich ist und bei einem Teil der Flüchtlinge trotz hervorragender Hilfsangebote keine Bereitschaft aufgrund des Misstrauens an die politisch verantwortlichen in ihren Heimatländern liege.

Am Ende der Veranstaltung kam man zum Fazit, dass eine Hilfe für die Bürgerkriegsflüchtlinge notwendig ist und diese natürlich Vorrang vor Wirtschaftsflüchtlingen haben muss. Die unbegrenzte Anzahl von Flüchtlingen kann man auf Dauer nicht aufnehmen, da die gute und erfolgreiche Integration natürlich nicht unbegrenzt möglich ist. Ortsvorsitzender Markus Wallner bedankte sich im Anschluss recht herzlich bei Frau Wölke vom Helferkreis für die vielen Hintergrundinformationen von der wertvollen Arbeit des Helferkreises in der Gemeinde Saaldorf-Surheim.

Pressemitteilung CSU-Ortsverband Saaldorf-Surheim

Zurück zur Übersicht: Vereine & Parteien

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweis

Inhalte Drittanbieter
Die in diesem Ressort aufgeführten Artikel und Meldungen stammen nicht von der OVB24-Redaktion, sondern von den Vereinen, Parteien und Behörden aus der Region. Die Inhalte dieser Pressemeldungen spiegeln nicht die Meinung der Redaktion. Die OVB24-Redaktion übernimmt für die Inhalte der Artikel keine Haftung. Sollten Inhalte der hier veröffentlichten Artikel gegen die Netiquette verstoßen, können Sie diese der Redaktion melden - über den Button „Fehler melden“ (unterhalb der Überschrift des entsprechenden Artikels).

Live: Top-Artikel unserer Leser