„Miteinander – Füreinander“ im Berchtesgadener Land

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Aus ihrer alltäglichen Arbeit berichteten (von links) Inge Hartmann und Marie-Luise Thierauf, die für die praktische Vermittlung von Hilfeleistungen zuständig sind, der Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler, wobei derzeit besonders auffällt, dass die Zahl der Helfer die nachgefragte Hilfen bei weitem übersteigt.

Bischofswiesen - Unter dem Wahlspruch „Miteinander – Füreinander“ waren 2014 und 2015 zwei Seniorengemeinschaften im Landkreis gegründet worden, die sich der Thematik der gesteigerten Lebenserwartung in ganz praktischer Weise annehmen wollen und Unterstützung im Sinne einer erweiterten Nachbarschaftshilfe organisieren.

Nachdem beide Gemeinschaften, die als gemeinnützig und mildtätig anerkannt wurden, durchaus erfolgreich gestartet sind – die Seniorengemeinschaft BGL Süd im südlichen Landkreis sowie der Generationenbund BGL im mittleren und nördlichen Landkreis – war es Ihnen nun ein Anliegen, Ihre Aufgabenstellung der Politik näher zu bringen, aber auch ihre Sorgen und Nöte um eine dauerhafte und kontinuierliche Absicherung der Hilfeleistungen deutlich zu machen. Beide Seniorengemeinschaften, die zwar regional getrennt antreten, aber absolut harmonisch zusammenarbeiten, hatten daher kürzlich die hiesige Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler zu einem informellen Gespräch eingeladen. In dessen Verlauf skizzierte Walter Parma von der Seniorengemeinschaft BGL Süd im Rahmen einer Präsentation kurz die Entwicklung seit der Gründung der beiden Vereine und konnte erfreut feststellen, dass sich zum einen die Mitgliederzahlen ständig und besser als erwartet nach oben entwickeln – so sind bereits nahezu 600 Mitglieder landkreisweit beigetreten – und dass andererseits aber auch die angebotenen Hilfeleistungen immer stärker in Anspruch genommen werden.

Dabei reiche die Palette der Hilfeleistungen, konnte Dr. Thomas Dietl vom Generationenbund BGL ergänzen, von der Beaufsichtigung und Versorgung von Haus oder Wohnung, über die Begleitung zu Arzt, Behörden, Kirche und zum Einkaufen über die Besuche zu Hause, über gemeinsame Ausflüge und Spaziergänge bis zur Hilfe im Haushalt, wie der Essenszubereitung, dem Waschen und Bügeln und dem Aufräumen bis hin zu kleineren handwerklichen Arbeiten im Haus oder im Garten und nicht zuletzt der Grabpflege, dem Winterdienst, der Betreuung bei kurzfristigen Erkrankungen sowie der Übernahme des Einkaufsdienstes und von Besorgungen und umfassen damit nahezu das gesamte Spektrum des alltäglichen Lebens.

Nachdem das ehrenamtliche Engagement der beiden Seniorengemeinschaften durch alle Gemeinden des Landkreises ebenso wie durch den Landkreis selbst, aber auch durch einen Zuschuss des Sozialministeriums für die Start- und Aufbauphase in den ersten drei Jahren vorbildlich gefördert wurde und abgesichert ist, ist es nun der dringliche Wunsch an die Politik, so Günter Wolf vom Generationenbund BGL, die finanzielle Absicherung der Gemeinschaftsaufgabe „Selbstbestimmung bis ins hohe Alter“ nicht ausschließlich den Kommunen zu überlassen sondern vor allem auch von Seiten des Staates dafür Sorge zu tragen, dass das Ehrenamt nicht sich selbst überlassen bleibt und auf Spenden angewiesen ist sondern auf gesunden Füßen seine Arbeit leisten kann.

Wobei Walter Parma noch deutlicher wurde und klar zum Ausdruck brachte, dass ohne Hilfestellung von Seiten der Politik, also ohne eine finanzielle Absicherung von staatlicher Seite spätestens nach 2017 eine Fortführung der so erfolgreich begonnenen Aufgabe durch die Vereine nicht mehr möglich sein wird und dann die ältere Generation ohne die gegenseitige Hilfe wieder sich selbst überlassen bleibt. Erfreut zeigte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete über das Engagement der beiden Seniorengemeinschaften in ihrem Wahlkreis und zeigte Verständnis für deren Wunsch nach einer dauerhaften finanziellen Absicherung. Dabei machte sie klar, dass Anschubfinanzierungen von staatlicher Seite zwar grundsätzlich dort sinnvoll sind, wo es sich um den Aufbau von wirtschaftlich tätigen Einrichtungen handelt, dass sie aber dann verfehlt sind, wo soziale Strukturen geschaffen werden sollen. „Speziell Im Bereich sozialer Hilfestellungen, die gerade bei der rasant ansteigenden Lebenserwartung künftig noch in weit größerem Maße erforderlich sein werden, wird es dringend notwendig sein, von staatlicher Seite für ehrenamtlich betriebene bürgerschaftliche Einrichtungen eine dauerhafte finanzielle Basis zu schaffen, die es ermöglicht, den Herausforderungen einer immer älter werden Gesellschaft gerecht zu werden, ohne deswegen die Sozialsysteme zu überfordern. Eine Aufgabe“, so MdB Dr. Bärbel Kofler, „ die wir in ihrer ganzen Dimension möglicherweise noch gar nicht sicher abschätzen können, die aber sicher auf uns als sozial und human orientierte Gesellschaft zukommt“.

Trotz dieser etwas ungesicherten Zukunft wollte Dr. Friedrich Schmidt aus dem südlichen Landkreis abschließend auch einen positiven Aspekt nicht außer Betracht lassen: „Die beiden Seniorengemeinschaften wollen sich mit Optimismus ihrer Zukunftsaufgabe stellen, planen ein gemeinsames Dach mit einer besseren Vernetzung der Mitglieder, eine Ausweitung der Aufgabenstellung mit der Einführung einer mobilen Familienhilfe im Sinne eines „Kümmerers“ und Verbesserungen bei der Beratung zum Thema alters- und behindertengerechten Wohnungen“.

Generationenbund Berchtesgadener Land

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