Nach Empörung über Kostenanschläge für Kleinbaustellen

"Preistreiberei"? Stadtrat rudert zurück - zum Teil

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Der Fußweg von der Wasservorstadt hinauf zur Altstadt: Wäre es nach Stadtrat Glück gegangen, hätte man nur den Streifen rechts neben den Stufen verbreitert, um es beispielsweise für Kinderwägen leichter zu machen.

Tittmoning - Die Aufregung war groß, als ein Architekturbüro für die Erledigung von zwei kleineren Bauarbeiten rund 170.000 Euro veranschlagte: Zum Teil wollte man diesen Betrag nun doch nicht stehen lassen.

In der Zwischenzeit ist viel passiert: Interfraktionelle Gespräche, Ortsbesichtigungen, Treffen mit den Planern. Um die Baumaßnahmen erneut zu diskutieren und darüber abzustimmen erschien Michael Heintz am Dienstag auch selbst vor den Tittmoninger Stadträten. Wegen zwei Kostenschätzungen wurde dem Architekten eines Münchner Büros ("Plankreis") auf der April-Sitzung noch Preistreiberei vorgeworfen

"Es ist vorteilhafter, wenn der Planer das Projekt nochmal vorstellt. Es gab da wohl Informationsdefizite", so Bürgermeister Schupfner eingangs. Knapp 90.000 Euro für die Sanierung des Fußwegs vom Rathaus hinunter zur Wasservorstadt und 80.000 Euro für den Bau sechs neuer Parkplätze war den Stadträten beim vergangenen Mal noch zu teuer. 

Kosten beim Fußweg um 35.000 Euro gedrückt

Beim Fußweg von der Altstadt zum Wasservorstadt-Parkplatz rang man sich schließlich doch zu einer günstigeren Lösung durch. Aktueller Kostenstand: rund 55.000 Euro - so wie eigentlich ursprünglich mit dem Planungsbüro vereinbart. Das Gefälle des kurzen Weges wird also nicht so stark abgeflacht, wie es den Räten noch im April vorgeschlagen wurde.

"Das Gefälle auf 13 Prozent zu senken hätte einen ganzen Rattenschwanz an baulichen Konsequenzen nach sich gezogen", so Architekt Heintz: Rodungen, Laternenversetzungen und man hätte die Fundamente eines angrenzenden Hauses berührt. Dass esvielleicht doch keine Städtebauförderung gibt, wenn der Weg etwas steiler bleibt, war den Stadträten dann egal: "Behindertengerecht wird der Weg eh nicht", so Hans Glück. Etwa 35.000 Euro konnten so eingespart werden, das steht fest.

Bindergartl-Umgestaltung bleibt bei 80.000 Euro

Auf diesem Grünstreifen zwischen Friedhof und Fußballplatz werden unter anderem sechs Parkplätze entstehen.

Bei der Umgestaltung des Bindergartls neben dem Friedhof bleibt jedoch alles beim Alten. Planer Heintz rechtfertigte sich für den veranschlagten Betrag von 80.000 Euro und erklärte die Baumaßnahme bis ins kleinste Detail: Zusätzlich zu den Parkplätzen würde auch ein Fußweg zur besseren Sicherheit angelegt, neue Grünflächen bepflanzt und der Randstein in der Einbiegung zur Traunsteiner Straße wird etwas versetzt um den Schulbussen einen größeren Radius zuzugestehen. 

"80.000 Euro allein für sechs Parkplätze, das wäre wirklich zu teuer", so der Münchner Architekt. Doch in Hinblick auf mögliche Fördergelder der Regierung gestand er ein: "Es ist oft von Vorteil, mit Kostenschätzungen zur Regierung zu gehen, die nicht zu knapp ausfallen - auch auf die Gefahr hin, dass dann der Vorwurf der Preistreiberei kommt." 

Nun wurden beide Maßnahmen abgenickt, doch ganz ohne Gegenstimmen ging es auch diesmal nicht: Wembacher, Glück und Lex stimmten gegen die Baumaßnahmen am Fußweg zur Wasservorstadt, Sesselmann und Binder gegen die Arbeiten am Bindergartl. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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