Keine Chance vor dem Gericht

Brückner-Neubau: Naturschützer ziehen Klage zurück

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So wird die neue Produktionshalle vor den Toren der Stadt Tittmoning aussehen.

Tittmoning - Einen Neubau auf acht Hektar plant der Textilmaschinenproduzent Brückner in Tittmoning. Der Bund Naturschutz (BUND) wollte rechtlich dagegen vorgehen, muss die Klage nun aber zurückziehen.

Man könne die "Lebensraumzerstörung im Salzachtal vor Gericht nicht verhindern", heißt es in einer Pressemitteilung des Bund Naturschutz: "Weil die Bundesregierung die entsprechende internationale Artenschutzrechts-Konvention noch nicht in deutsches Recht umgesetzt hat, signalisierte das Verwaltungsgericht München, dass der Bund Naturschutz noch kein Klagerecht hat."

Brückner-Neubau an TS16 und B20

BUND-Landesvorsitzender Hubert Weiger beklagt, dass die Natur "rechtlos" sei und so im Salzachtal "ein Stück Heimat für Mensch und Natur verloren gehe". Wie auch schon im Stadtrat meint auch Weiger, dass es geeignetere, schon erschlossene Gebiete für den Brückner-Neubau gegeben hätte. 

Künftige Ansicht von Norden her.

Der Textilmaschinenproduzent gibt bald seinen Standort nahe dem historischen Kern Tittmonings auf und zieht vor die Tore der Stadt, nach Abtenham, an der Kreisstraße TS16 und der B20. Kiebitze und Feldlerchen haben bisher auf dem Grund gehaust - auch deshalb schlug Stadtrat Glück vor, Brückner am Alternativstandort in Kaltenbrunn anzusiedeln. Das dortige Gewerbegebiet befindet sich aber auf Fridolfinger Grund und die Mehrheit der Stadträte in Tittmoning wollten den Großbetrieb nicht abwandern lassen.

"Vermeidung statt Ausgleich"

"Wir fordern daher eine Änderung der falschen Eingriffs- und Ausgleichspraxis in Bayern, welche die unwiederbringliche Zerstörung von Lebensräumen nicht verhindert", so Weiger. Die Ausgleichsflächen, die später geschaffen würden, seien zu klein, in viel zu großer Entfernung und obendrein unzureichend. Der Bund Naturschutz fordert daher "den absoluten Vorrang von Vermeidung statt Ausgleich".

In seiner Klage hatte der Bund Naturschutz geltend gemacht, dass die dem Vorhaben zugrundeliegende Planung umweltverträglichkeitsprüfungspflichtig sei und diesbezügliche Beurteilungen der Behörden fehlerhaft erfolgt seien. Mangels ausreichender Beachtung von naturschutzrechtlichen Vorschriften zum Schutz gefährdeter Wiesenbrüterarten wie Kiebitz und Feldlerche sei das Vorhaben rechtswidrig. Der Bebauungsplan für Brückner wurde bereits erstellt, die Baugenehmigung erteilt.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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