Ortsversammlung Teisendorf:

Grüne in Sorge wegen Milchpreisverfall

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Teisendorf - Der aktuelle Milchpreisverfall bereitet den Teisendorfer Grünen große Sorgen. Kreisrat Albert Aschauer befürchtet, die Einkommensverluste könnten für viele Milchbauern existenzbedrohend sein.

Aschauer erinnerte daran, dass der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) bereits seit Jahren vor einem

Milchpreisverfall in Folge des Wegfalls der Milchquote

gewarnt habe. CSU und Bauernverband hätten diese Warnungen aber in den Wind geschlagen. Er brachte deshalb erneut eine mengenbezogene Preissteuerung als wirksames Mittel gegen extreme Preisschwankungen ins Gespräch.

Dieses Mittel habe sich nun schon seit vielen Jahren beispielsweise in Kanada bewährt. Dort liege der Milchpreis bei rund 50 Cent pro Liter Milch. Ein solcher Preis wäre auch in Deutschland für die bäuerlichen Milchviehbetriebe auskömmlich. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher würde sich der höhere Milchpreis für die Erzeuger dagegen kaum auswirken.

Export keine Lösung

Das setzen auf Exportmärkte, wie immer wieder von CSU und Bauernverband vorgeschlagen, sei dagegen keine erfolgversprechende Strategie. Mit den Produktionskosten ausländischer Mitbewerber mit ihren agrarindustriellen Strukturen könne die bayerische Landwirtschaft nie und nimmer mithalten. Die Molkerei Piding könne gerade deshalb ihren Lieferanten einen so hohen Milchpreis bezahlen, weil sie nicht in die Weltmärkte exportiere.

Grünen-Marktgemeinderat Mathias Spiegelsperger pflichtete Aschauer bei. Nach der Logik der Marktwirtschaft bedeute eine niedrigere Milchmenge automatisch einen höheren Preis. Wer dagegen seine Überschüsse auf dem Weltmarkt absetzen wolle, müsse konkurrenzfähige Preise bieten, also in erster Linie billig sein.

Positive Entwicklung durch Ökomodellregion

In einem weiteren Tagesordnungspunkt befassten sich die Teisendorfer Grünen mit dem Thema Ökomodellregion. Grünen-Marktgemeinderätin Elisabeth Aschauer meinte hierzu, dass mit dem positiven Gemeinderatsbeschluss die Chance bestehe, eine positive Entwicklung für die landwirtschaftlichen Betriebe in Teisendorf in Gang zu setzen. Sie hoffe, dass sich an der Erarbeitung von Projektideen und deren Umsetzung möglichst viele Gemeindebürger beteiligen. Neben der Landwirtschaft sehe sie aber auch Chancen für das Lebensmittel verarbeitende Gewerbe und die Gastronomie. Letztendlich profitierten aber alle Gemeindebürger, wenn es gelänge, über die Ökomodellregion die regionale Wertschöpfung zu steigern.

Zum Schluss der Versammlung sprach Grünen-Kreisvorsitzende Gisela Bechmann noch das Thema Flüchtlinge an. Sie forderte mehr Unterstützung der Kommunen durch den Freistaat und den Bund bei Sprachkursen und bei der Wohnraumförderung. Die vom Bund kürzlich im Rahmen des Asylpaketes zugesagte Pauschale müsse ohne Abzüge schnell an die Kommunen durchgereicht werden. Nur so könne es gelingen, die notwendige Integration der Flüchtlinge zu meistern.

Pressemitteilung Grüne Teisendorf

Rubriklistenbild: © dpa - picture alliance/Symbolbild

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