"Seid sympathische Botschafter des Schreinerhandwerks“

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der Prüfungsvorsitzende Johannes Haas würdigte die Leistung des Prüfungsbesten Johannes Meisl.

Freilassing - Die Schreiner-Innung Berchtesgadener Land, in der die 38 Innungsbetriebe des Landkreises organisiert sind, hat am Freitagabend in der Berufsschule Freilassing ihre Freisprechungsfeier gefeiert.

Die künftigen Gesellen, Familien und die Inhaber der Ausbildungsbetriebe waren ebenso gekommen, wie auch die Lehrerschaft und Vertreter der Politik. Ausgestellt waren in den Räumlichkeiten auch die jeweiligen Gesellenstücke, in denen die Jung-Gesellen ihr ganzes erlerntes Wissen und ihre Fertigkeiten eingebracht hatten, wobei sich manches Möbel als echtes „Schmuckstück“ präsentierte.

Auffallend war die gute, freundschaftliche Atmosphäre zwischen den Jung-Gesellen, den Ausbildungsbetrieben, der Innung und der Berufsschule. Der stellvertretende Obermeister Josef Kranawetvogl aus Marktschellenberg lehnte seine Rede an eine Textpassage von Xavier Naidoo an: „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg ist steinig und schwer....“.

Er habe sicher nicht an die Schreinerausbildung gedacht, aber diese Beschreibung treffe auch auf die zurückliegenden drei Jahre der anwesenden Jung-Gesellen zu. Die ehemaligen Auszubildenden könnten eine „Befriedigung auf ein durch eigene Hände geschaffenes und im wörtlichen Sinn 'begreifbares' Stück empfinden – darauf kann nicht jeder Berufstätige zurückgreifen.“

Plädoyer für das Handwerk

Die stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Ainring, Gabriele Noreisch, gratulierte den jungen Schreinern zur bestandenen Prüfung. Sie könnten stolz sein, dass sie „mit Kreativität, erlerntem Wissen und handwerklichem Geschick dem Schreinerberuf gewachsen sind.“ Sie hielt ein Plädoyer für das Handwerk und machte den jungen Leuten zugleich Mut für die berufliche Zukunft: „Gute Handwerker sind überall gefragt und für eine funktionierende Gesellschaft mit einer nachhaltigen, soliden Wirtschaftsstruktur unentbehrlich.“ Stellvertretend richtete sie ihren Dank an den Innungs-Obermeister Werner Scharf aus Laufen: „Danke dass in euren Innungsbetrieben junge Leute ausgebildet werden.“ Den Anwesenden gefiel es sichtlich, dass sie für ihre Rede auch noch das passende Schlusswort („Wie der Schreiner kann's keiner!“) parat hatte.

Der stellvertretende Berufsschulleiter Hermann Kunkel bedankte sich speziell für das Engagement der Innung: „Schreiner-Innung und Schule halten hervorragend zusammen.“ Kunkel ging anschließend auf die jeweiligen Gesellenstücke und die Gesellen als Schüler ein und hatte zu jedem eine eigene Geschichte aus dem Schulleben mit dem „Haufen unterschiedlicher Charakteure“ parat.

Migration kein Hinderungsgrund

Besonders angetan zeigte sich Obermeister Werner Scharf von der Tatsache, dass von den freigesprochenen Auszubildenden drei junge Männer einen Migrationshintergrund hätten. Die jungen ausländischen Mitbürger hätten die Prüfung alle bestanden, und seien unter Anderem durch ihr positives Engagement für die Schulklasse und in den Betrieben aufgefallen. Dies zeigte sich auch später in den Vorstellungen der Gesellenstücke, in denen sich zeigte, dass die enger zusammenrückenden Schreiner eine „große Schreinerfamilie“ seien, wie es Scharf ausdrückte.

Er dankte den Vertretern der Ausbildungsbetriebe, die den jungen Menschen eine Chance gegeben hätten: „Sie werden ihre Chance nutzen“ zeigte sich Scharf überzeugt. Anschließend sprach er die Jung-Gesellen in einer kurzen feierlichen Zeremonie von den Pflichten ihres Ausbildungsverhältnisses frei.

Wie sehr so mancher sich diesen Tag herbeigesehnt hatte, zeigte nicht nur der lang anhaltende Applaus sondern auch der spontane „Yeah“-Begeisterungsruf eines jungen Schreinergesellen, der seinen Emotionen freien Lauf lies. Die erfolgreichste Prüfung legte Johannes Meisl vom Ausbildungsbetrieb Maltan aus Berchtesgaden mit einem einem ausgezeichneten Schnitt von 1,57 ab.

awi

Zurück zur Übersicht: Rupertiwinkel

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser