Praktikanten erfahren im Außeneinsatz viel Wertschätzung

Menschen mit Behinderungen als Begleiter im Fahrdienst

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Piding/ Bad Reichenhall - Für Menschen mit Behinderung hat das Bayerische Rote Kreuz seit einem Quartal ein ganz besonders Praktikumsangebot: Sie arbeiten als Begleiter im Betreuten Fahrdienst mit.

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) im Berchtesgadener Land und die Pidinger Werkstätten GmbH der Lebenshilfe BGL (PWLH) haben diesen Sommer ein gemeinsames Projekt gestartet, das Menschen mit Behinderungen den Zugang zur Mitte der Gesellschaft erleichtern soll: Bei einem Arbeitstreffen entstand die Idee, Mitarbeiter der Lebenshilfe im Betreuten Fahrdienst des BRK als zusätzliche Begleiter einzusetzen. Der Fahrdienst des BRK befördert in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen und Rollstuhlfahrer zur ambulanten und stationären Behandlung, wobei die Mitarbeiter der PWLH als Praktikanten und zusätzliche Begleiter mit den Fahrern unterwegs sind und beim Transport und bei der Betreuung der Patienten unterstützen. "Das Projekt erfordert Mut, wir sind aber überzeugt, dass Menschen mit Behinderungen nur so als wichtiger Teil unserer Gesellschaft wahrgenommen und auch wertgeschätzt werden. Wir wollen nicht, dass ihre Arbeit nur im Verborgenen stattfindet, beispielsweise bei der Montage von Bauteilen in einer Halle. Die Öffentlichkeit bekommt dort gar nicht mit, wie sehr sie jeden Tag unsere Gesellschaft bereichern", erklärt Fahrdienstleiter Markus Leitner.

Positive Zwischenbilanz

Nach rund einem Quartal Erfahrung ziehen beide Organisationen eine sehr positive Zwischenbilanz: "Der Außeneinsatz im Fahrdienst verlief bisher weitgehend ohne Schwierigkeiten, was auch daran liegt, dass die Praktikanten oft gar nicht als Menschen mit Behinderungen auffallen und es als besondere Ehre empfinden, diese Arbeit überhaupt machen zu dürfen und dementsprechend motiviert und positiv eingestellt sind", freut sich PWLH-Sozialdienstleiter Christian Wimmer.

Menschen mit Behinderungen im Betreuten Fahrdienst

Das BRK und die PWLH im Landkreis Berchtesgadener Land verbindet seit Jahrzehnten insbesondere der Einsatz für Menschen mit Behinderungen aus der Region. Nach einer Vorbesprechung mit interessierten Mitarbeitern der Werkstätte besuchte die Gruppe die Dienststelle des BRK in Bad Reichenhall. BRK-Kreisgeschäftsführer Tobias Kurz und Fahrdienstleiter Markus Leitner berichteten bei einem Rundgang durch das Gebäude über ihre Organisation, die Einsatzfelder sowie die Ausstattung und tauschten sich mit den Besuchern über ihre bereits vorhandenen Erfahrungen und Berührungspunkte mit dem BRK aus. Seitdem machen sieben außerordentlich motivierte Mitarbeiter der PWLH ein Praktikum beim BRK.

"Neue Erfahrungen in einem Nicht abgeschotteten Umfeld"

"Tätigkeiten auch außerhalb unseres Werkstatt-Geländes in Einsatzfeldern, die dort von uns nicht geboten werden können, stellen eine wichtige Ergänzung der vielfältigen Teilhabe-Möglichkeiten am Leben und Arbeiten im Sozialraum dar", betont Wimmer. Beide Organisationen sehen in diesem Projekt auch die Chance nach mehr Einbindung in die Gesellschaft, der Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen. Die Praktikanten arbeiten Hand in Hand mit den angestellten Fahrern im Fahrdienst und begleiten sie auf ihren Fahrten zu Kliniken, Reha-Einrichtungen, Ärzten und Seniorenheimen im ganzen Landkreis und darüber hinaus. "Uns ist es wichtig, dass die Praktikanten der Lebenshilfe sich dabei selbst als vollwertiger Bestandteil der für die Patienten erbrachten Leistung wahrnehmen und neue Erfahrungen in einem nicht abgeschotteten Umfeld sammeln können", ergänzt Kurz.

"Der von den Praktikanten in das neue Aufgabenfeld investierte Mut ist während der vergangenen Wochen bereits auf fruchtbaren Boden getroffen: Einige von ihnen sind immer wieder über sich selbst hinausgewachsen und haben durch die Wertschätzung ihrer Arbeit, und indem sie Herausforderungen überwunden haben, neues Selbstvertrauen entwickelt", freut sich Leitner. Vorteile ergeben sich damit für alle Beteiligten, für die beförderten Patienten, für die Praktikanten der Lebenshilfe und für die Mitarbeiter im BRK-Fahrdienst. "Wir sind deshalb guter Dinge, dass diese Zusammenarbeit eine feste Einrichtung zum Wohl unserer Mitmenschen mit Behinderungen werden wird", hofft Wimmer.

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz, Kreisverband Berchtesgadener Land

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