Stundenlanges Warten bei glühender Hitze

Langer Stau am Walserberg: Lag der Fehler bei der Polizei?

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Piding/Walserberg - Ferienverkehr, über 30 Grad in den Autos und dann das: Ein langer Rückstau am Grenzübergang Walserberg bei der Einreise nach Deutschland. Doch warum kam es soweit?

Seit Juni gibt es mittlerweile die zweispurigen Kontrollen bei der Einreise nach Deutschland. An der Kontrollstation Schwarzbach werden auf der A8 Salzburg - München zu gewissen Zeiten Fahrzeuge kontrolliert. So auch am vergangenen Samstag.

Doch im Zuge des großen Verkehrsaufkommens bildete sich an dem Vormittag ein Stau, der zur Mittagszeit auf mehrere Kilometer angewachsenen war. Und das bei glühender Hitze in den Autos. Zum Teil mussten die Verkehrsteilnehmer bis zu zweieinhalb Stunden warten.

Möglichkeit, die Grenzkontrollen zu lockern

"Um 9.30 Uhr haben wir eine Meldung an die deutschen Kollegen gegeben, in der um Lockerung der Kontrollen ersucht haben", erklärte Oberst Friedrich Schmidhuber, Leiter der Landesverkehrsabteilung in Salzburg, gegenüber unserer Redaktion.

In solchen Fällen ist es nämlich möglich, die Grenzkontrollen zu lockern, um den Verkehrsfluss zu gewährleisten. Hierzu geben die Beamten der Landespolizei Salzburg eine Meldung an die Bundespolizei auf der deutschen Seite. Diese kann dann die Grenzkontrollen nach eigenem Ermessen reduzieren.

Verkehrsfluss vs. Ministeriumsauftrag

Die Bundespolizei Rosenheim hatte zunächst verlauten lassen, dass eine solche Meldung nicht eingegangen sei. Es stand Aussage gegen Aussage.

Yvonne Oppermann von der Bundespolizei stellte gegenüber BGLand24.de dann aber klar: "Ja, es gab diesen Anruf der österreichischen Polizei. Um 10 Uhr haben wir darauf reagiert, und die Intensität der Kontrollen wurde herabgesetzt." Es müsse bei jeder Meldung neu geprüft und abgewogen werden: "Es steht die Leichtigkeit des Verkehrs dem Auftrag des Innenministeriums gegenüber. Wir müssen die Grenzen kontrollieren, aber auch darauf achten, dass die Kontrollen dem Verkehrsaufkommen angepasst sind", sagte Oppermann.

Hoher Ferienverkehr wohl die Ursache

So sei die Intensität der Kontrollen zur Mittagszeit auch niedrig gewesen. Dass sich dennoch eine kilometerlange Blechlawine gebildet hat, führen beide Seiten auf den Ferienverkehr zurück. "An Samstagen ist in Italien und Österreich in vielen Hotels Bettenwechsel", so Schmidhuber. Da sei ein hohes Verkehrsaufkommen nicht zu verhindern.

Sowohl die österreichischen Beamten als auch die Bundespolizei bekräftigten, dass die Kommunikation und die Abläufe in der Regel gut funktionieren. So gäbe es auch keine Veranlassung, das Verfahren zu ändern.

Rubriklistenbild: © Karl Mathis

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