Nach einem Jahr noch keine Antwort

A8-Dilemma in Piding - Grüne sehen sorgenvoll in die Zukunft

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Piding - Ein Jahr und immer noch keine Antwort von der Autobahndirektion Südbayern auf ein Schreiben und Einwendungen zum geplanten Ausbau der A8. 

Nach einem Besuch bei der Autobahndirektion Südbayern arbeiten die Grünen in einer Fraktionssitzung den aktuellen Stand der Planungen zum Ausbau der A8 auf und sehen sorgenvoll in die Zukunft:

Seit im Oktober 2008 die ersten Planideen zur Sanierung der A8 in der Gemeinde öffentlich wurden, ist viel diskutiert und noch viel mehr geplant worden. Das Ergebnis: Für den letzten Bauabschnitt der A8-Ost-neu von Jechling bis zur Landesgrenze liegen seit Ende 2014 zwei Vorentwürfe in den Schubladen der Autobahndirektion. Beide Alternativen wurden verglichen, zu beiden Varianten hat der Gemeinderat Stellung bezogen und beide Varianten hat der Gemeinderat in dieser Form eindeutig abgelehnt. Gemeinde und Gemeinderäte haben es sich nicht leicht gemacht, eine Stellungnahme zur Behörde gesandt und bis heute keine Antwort bekommen. Anlässlich eines Besuches bei der Autobahndirektion wurde klar, dass über ein Jahr nichts passiert ist. Weder sind die Vorentwürfe nach Berlin gesandt worden, noch wurden die Einwendungen der Pidinger bearbeitet oder gar Stellung bezogen. Die Pläne, die wahrscheinlich Millionen gekostet haben, schlummern in der Schublade. Warum eigentlich, wo doch alles so eilig war?

Der neue Bundesverkehrswegeplan soll zehn Jahre gültig sein und scheint Schuld zu haben. Alle warten gespannt auf den ersten Entwurf und dann erst wird deutlich, welches der 400 von Bayern eingereichten Projekte, wie dringlich bewertet wird. Bayern hat somit 25 Prozent aller Projekte eingereicht und man muss kein Orakel sein, um festzuhalten, dass auch der Anteil der nicht zu realisierenden Projekte in Bayern besonders hoch sein wird. Und mitten in diesem Dilemma steckt die A8-neu. Im Dilemma steckt vor allem auch Piding, denn von Seiten der Autobahndirektion hat man alles auf eine Karte gesetzt und den volkswirtschaftlich sinnvollen Bestandsausbau erst gar nicht geplant. Wer die Richtlinien wirkllich ernst nimmt, darf spätestens ab dem Chiemsee nur vierspurig ausbauen. Selbst Verkehrsprognosen von Professor Harald Kurzak belegen dies. Wer die Spitzentage des Urlaubsverkehrs ins Kalkül zieht, muss sich sagen lassen, dass die wenigen kritischen Tagen mit einer Verkehrslenkungsmaßnahme (zum Beispiel 80 Kilometer pro Stunde) locker zu bewältigen sind. Ist die A8 dringlich? Ja, aufgrund der fehlenden Sicherheit, wegen fehlender Standstreifen und aufgrund des Null-Lärmschutzes seit mehr als siebzig Jahren. Dringlich aus baulichen Gründen? Nein, denn inzwischen wurden die meisten Brückenbauwerke aufwendig saniert. Die Arbeiten an der Saalachbrücke in Piding werden dieses Jahr beginnen. Der Sanierungsbedarf in Deutschland im Straßennetz ist riesengroß.

Zwei Entwürfe - planfeststellungsreif, zu teuer, weil nicht auf die Verkehrszahlen der Zukunft abgestimmt und beide für die Pidinger inakzeptabel. Berlin soll es nun richten, obwohl die Vorgaben vor allem politisch motiviert aus der bayerischen Landespolitik kamen. Die Berliner werden sich ihren Teil denken, denn zwei Varianten als Vorentwurf nach Berlin gesandt. Das gab es wohl noch nie.

Das Dilemma für Piding: Acht Jahre Planungszeit, Streit und Aufwand mit dem Ergebnis, dass auch kleinste, nahezu kostenfreie Schritte in Richtung mehr Lärmschutz durch Geschwindigkeitsreduktion nicht veranlasst wurden. Immer wieder mussten in der Begründung Berlin und die Richtlinien herhalten. Es wird noch Jahrzehnte dauern, bis Piding das bekommt was ihm zusteht - nämlich effektiven Lärmschutz. Noch nicht einmal einen Lärmaktionsplan wollte man für die A8 aufstellen. Soviel also zur Aussage, das Votum von Piding habe Gewicht. Ein rasches Umdenken wird gefordert. Sowie mehr Sicherheit und Lärmschutz. Denn für den Anbau von Standstreifen braucht es nicht unbedingt ein Planfeststellungsverfahren. Und Lärmschutz bekommt man in Bayern immer dann, wenn sich der politische Wille durchsetzt. Der scheint bei den Verantwortlichen nicht vorhanden oder nicht wirkungsvoll zu sein.

Pressemeldung Grüne BGL

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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