Vom Pfadfinder zum Bezirksmedaillenträger

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Für sein außergewöhnliches Engagement im Bereich Sport erhält Lutz Feiler am Dienstag die Bezirksmedaille des Bezirks Oberbayern.

Laufen - 71 Jahre und kein bisschen leise - dieses Sprichwort trifft auf Lutz Feiler aus Laufen auf alle Fälle zu. Für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement im Bereich Sport wird er am Dienstag geehrt.

"Ein ehemaliger Kollege ist auf mich zugekommen und hat mich darum gebeten, dass ich meine ehrenamtlichen Tätigkeiten einmal aufschreibe", erzählt der ehemalige Direktor des Karlsgymnasiums Bad Reichenhall im BGLand24-Interview. Feiler wußte zwar, dass der Kollege ihn für die Bezirksmedaille des Bezirks Oberbayern vorschlagen wollte, hätte aber nie geglaubt, dass er sie auch wirklich bekäme. "Das ist eine Anerkennung meiner Leistungen, die mich sehr freut", gibt der Rentner zu. Er sei aber der Meinung gewesen, dass er "zu weit unten" sei, um wirklich geehrt zu werden. "Alltagsarbeit" werde selten gewürdigt, so der Laufener.

"Alltagsarbeit" leistet der 71-Jährige seit seinem zehnten Lebensjahr. "Damals bin ich zu den Pfadfindern gegangen. Und fragen sie mich nicht warum, aber dort hat man mich gleich zum Wölflingsführer gemacht." Dabei sollte es nicht bleiben. Und nicht nur bei den Pfadfindern machte der ehemalige Englisch- und Sportlehrer Karriere.

"Ich hab damals nicht darüber nachgedacht", gibt Feiler zu. Aber spätestens nach seinem Studium merkte der heutige Stadt- und Kreisrat, dass da noch einiges auf ihn zukommen würde. 1966 kam er als erster Englisch- und Sportlehrer an das heutige Rottmayr-Gymnasium in Laufen. Dort lernte er seine Frau kennen und blieb. Mit seiner Ankunft in Laufen trat er auch in den Sportverein ein und blieb bis 2002 Übungsleiter. Nach kurzer Zeit wurde er auch als Kampfrichter-Obmann in den Turngau berufen und sollte noch einige Ämter bekommen, die er zum Teil bis heute inne hat.

Nebeibei engagiert er sich im Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirche in Laufen, sitzt im Gefängnisbeirat der Justizvollzugsanstalt Laufen-Lebenau und kümmert sich - als vom Gericht bestimmter Betreuer - um eine behinderte 55-Jährige, die alleine zu Hause lebt. Seiner Studentenverbindung, der Landsmannschaft Teutonia München, ist er ebenfalls immer noch treu. Er sorgt dafür. dass die Verbindungszeitung regelmäßig erscheint. Die Liste seines Engagements würde sich wohl endlos weiterführen lassen, doch selbst dem fitten Rentner fällt nicht mehr alles ein.

Ein entscheidender Erfolg in seinem Leben ist für ihn aber die Turnhalle des Karlsgymnasiums in Bad Reichenhall. Zu seiner Zeit als Direktor gab es dort noch keine. Als er in den Ruhestand ging, ließ er sich deshalb in den Laufener Stadtrat und den Kreistag Berchtesgadener Land wählen. Dann machte er Druck und mittlerweile hat das Karlsgymnasium eine eigene Turnhalle.

Warum sein Leben so verlaufen ist, kann Lutz Feiler nicht sagen. "Ich bin zufrieden", lächelt er. Kein Wunder bei dem Lebensmotto: "Das Leben wird von Kleinigkeiten geprägt." Am Dienstag um 14 Uhr kommt eine weitere "Kleinigkeit" dazu - die Bezirksmedialle des Bezirks Oberbayern.

Christine Zigon

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