Den heimischen Gewässern zuliebe

Infoabend zur Fahrsilosanierung in Petting

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Petting - "Vermeiden von Nährstoffeinträgen durch Fahrsilosanierung", so lautete das Motto des Informationsabends am vergangenen Mittwoch auf dem Hof von Klaus Mayr in Petting.

80 interessierte Landwirte aus der Umgebung erfuhren von Seenberater Rupert Brandmayer, Landwirt Klaus Mayr, Mira Forster vom Wasserwirtschaftsamt sowie Ludwig Huber vom Beratungsteam des Landwirtschaftsamtes Gefahren und Praxistipps zur Fahrsilosanierung.

Landwirt Klaus Mayr aus Petting konnte seinen Berufskollegen ein praktisches Beispiel für eine gelungene Fahrsilosanierung präsentieren. Ein Ziel einer solchen Sanierung war für ihn, den Eintrag von Gär- und Sickersaft in die Umwelt gänzlich verhindern zu können. Bei der Besichtigung seiner vorbildlich sanierten Fahrsiloanlage beantwortete Mayr viele Fragen seiner Kollegen zu den Themen Fahrsilobodenerneuerung, Wandabdichtung und Sickersaftableitung. 

Klaus Mayr entschied sich bei der Fahrsilobodensanierung für eine Asphaltauflage mit Granitsplittanteil, um die Säurebeständigkeit des Fahrsilobodens zu erreichen. Asphalt hat auch den Vorteil, dass bei einer Materialstärke von nur 3 bis 5 cm weniger Kosten entstehen als mit Beton. Raffiniert ist die Ableitung von Silosaft gelöst, bei der während der Entnahmeperiode aus einem Silo das gesamte Oberflächenwasser von der Siloplatte in die Güllegrube abgeleitet wird. 

Für einen sauberen See

Die Erfolge der Seenberatung spiegeln sich laut Rolf Oehler, Bereichsleiter für Landwirtschaft am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Traunstein, in den gesunkenen Phosphorwerten im Waginger See wieder: Von 2009 bis 2014 seien die Phosphorgesamtwerte, auch durch verschiedene Maßnahmen der Landwirte, um fast 40% gesunken. 

Die Schwerpunkte der Seenberatung lagen bisher auf den Bereichen Förderberatung zum Kulturlandschaftsprogramm mit bodennaher Gülleausbringung, Anlage von Randstreifen oder Mulchsaat bei Mais.Bei der ökologischen Bewirtschaftung kann die Seenberatung mit Unterstützung durch die Aktionen der Ökomodellregion eine Zunahme der Ökobetriebe im Seeneinzugsgebiet um immerhin 35% auf jetzt 42 Betriebe vermelden. Weitere Beratungsschwerpunkte sind eine detaillierte Düngeberatung auf Grundlage der Hof-Tor-Bilanz sowie die Beratung zur Bestandsverbesserung im Grünland, die letztendlich zu geringeren Nährstoffverlagerungen und damit besserer Wasserqualität führen. 

Neu kommt jetzt die Beratung zur Fahrsilobewirtschaftung hinzu. An diesem Infoabend für Landwirte nutzte Bereichsleiter Rolf Oehler die Gelegenheit, die neue Seenberaterin Kathrin Geiger aus Tittmoning bei den Bauern vorzustellen. Sie übernimmt in Teilzeit die Stelle von Ulrike Neidhardt, die aus persönlichen Gründen nach Schwäbisch–Hall gewechselt ist. Frau Geiger wird das Team um Rupert Brandmayer und Alois Lohwieser verstärken und dabei auch den Bereich der ökologischen Bewirtschaftung mit abdecken. 

Für weitere Vorträge begaben sich die Teilnehmer gerade noch rechtzeitig vor dem aufziehenden Gewitter in die nahegelegene Maschinenhalle. Seenberater Rupert Brandmayer berichtete über die Erfahrungen seiner Beratertätigkeit auf den Höfen im Einzugsgebiet. 

"Gärsaft" ist die konzentrierteste Form einer Flüssigkeit, die bei der Silagebereitung anfallen kann. Sie entsteht nur dann, wenn Futter zu nass eingefahren wird. Die Vermeidung von Gärsaft ist nicht immer leicht, da bei der Futtergewinnung immer auch die Wetterlage eine wichtige Rolle spielt. Das Futter muss mit einem ausreichenden Trockensubstanzgehalt geerntet werden können. Die Landwirte bringen überwiegend ausreichend angewelkte Silage ein, so dass der Anfall an Gärsaft als äußerst gering eingestuft werden kann.

Sogenannter "Sickersaft" fällt an, wenn Niederschlags- oder Grundwasser in den Futterstapel eindringt und als Sickersaft auf der Bodenplatte austritt. Als Empfehlung gab der Berater den Bauern mit auf den Weg: Wenn eindringendes Wasser die Ursache für Sickersaft ist, sollte dieses Wasser in Drainagen vom Silo abgeleitet werden. Bei eindringendem Regenwasser muss laut Beratung die Abdeckung des Silostapels verbessert und vervollständigt werden. 

Eine weitere Austragsgefahr für Nährstoffe beinhaltet auch "Verunreinigtes Niederschlagswasser" das entsteht, wenn Regenwasser durch die am Rand des Silos lagernden Futterreste dringt und sich auf der Bodenplatte sammelt. In jedem Fall ist anfallender Gär- und Sickersaft vom Landwirt mit geeigneten Behältern aufzufangen.

Mit Interesse verfolgten die Zuhörer dann die Ausführungen von Mira Forster vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein. Sie ging dabei auf die Auswirkungen von Sickersafteinträgen ins Oberflächengewässer ein. Anhand von Praxisbeispielen zeigte sie den Bauern auf, was Silosaft im Gewässer anrichten kann. Mit den mitgebrachten Messgeräten zur Feststellung des pH-Werts, der Leitfähigkeit und des Sauerstoffgehalts führte die Wasserfachfrau den Landwirten vor, wie sich diese Werte verändern, wenn Wasser mit Silosaft oder Gülle in Berührung kommt. 

Wertvolle Informationen zur Anlage und den Betrieb einer Fahrsiloanlage erteilte schließlich Ludwig Huber vom AELF Traunstein.Die Landwirte bekamen dabei unter anderem praxistaugliche Tipps, wie eine Querrinne zum Auffangen von Silosaft richtig angelegt werden kann oder wie Silos richtig befüllt und abgedeckt werden sollen. Über die richtige Gestaltung und Auslegung von Auffangbehältern konnte der Berater viele wichtige Anregungen geben. Hubers wichtigste Botschaft des Abends an die Landwirte lautete schließlich, dass jeder einzelne Landwirt selbst dafür Sorge zu tragen hat, dass keine Umweltbelastung von Fahrsilos ausgeht.

Pressemitteilung AELF Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Bernhard Aigner, AELF Traunstein

Zurück zur Übersicht: Petting

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser