Schon viele Standorte diskutiert

Wo könnte eine neue Salzachbrücke entstehen?

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Vor allem die Stadt Laufen könnte durch eine neue Brücke vom Verkehr entlastet werden. Hier die historische Salzachbrücke zwischen Laufen und Oberndorf.

Landkreis - Standortdiskussionen gibt es seit Jahren: Wo wäre der beste Platz für eine zusätzliche Brücke über die Salzach? Doch Interessengegensätze gibt es nicht nur mit den Österreichern.

Kommt durch den gerade entstehenden Bundesverkehrswegeplan neuer Schwung in die Pläne für eine zusätzliche Brücke über die Salzach? In den letzten Jahren wurden bereits etliche Varianten diskutiert. Der Standort mit der möglicherweise besten Realisierungschance befindet sich südlich von Laufen: Er erscheint auch im Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes - allerdings nur im "Weiteren Bedarf".

Brücke bei Laufen im Verkehrswegeplan

Der Kreistag des Berchtesgadener Landes fordert nun in einer Resolution, die geplante Salzachbrücke in den "Vordringlichen Bedarf" aufzunehmen: "Dann hätten wir dafür Planungsrecht und könnten darauf konkrete Finanzierungen aufbauen", so Pressesprecher Andreas Bratzdrum gegenüber der Redaktion. Bleibt die Brücke bis zur endgültigen Fassung des Bundesverkehrswegeplanes im "Weiteren Bedarf" wird man dagegen auf die "lange Bank" geschoben, fürchtet Bratzdrum.

Auch das Bundesverkehrsministerium gesteht ein, dass für Maßnahmen im "Weiteren Bedarf" erst nach 2030 Mittel bereitgestellt werden. Mit rund 18,8 Millionen Euro an Kosten rechnet man für die zusätzliche Salzachbrücke bei Laufen. Sie wäre eine Hilfe für viele Pendler, den grenzüberschreitenden Verkehr und könnte vor allem die Laufener Altstadt entlasten. Die Einwände zum Bundesverkerhswegeplan werden nun im Innenministerium geprüft.

Diskussionen für eine zusätzliche Brücke über die Salzach gab es in den vergangenen Jahren schon viele - eingetragen sind mögliche Standorte auf der Karte im Artikel, siehe unten:

1) Brücke nördlich von Fridolfing

Vor allem in der Amtszeit des Traunsteiner Landrats Steinmaßl war immer wieder eine Salzachbrücke nördlich von Fridolfing im Gespräch. Träger wären Landkreis Traunstein und das Land Oberösterreich gewesen. Auf Höhe des Weilers Kelchham hätte die Verbindung zum österreichischen Riedersbach entstehen können - untersucht wurden mehrere Standorte. "Das ist aber nur mit hohem technischen Aufwand und entsprechenden Kosten zu verwirklichen", sagt Landratsamt-Pressesprecher Roman Schneider nun. 

"Die Bodenverhältnisse erfordern eine aufwändige Gründung", so Schneider zu den Ergebnissen der damaligen Voruntersuchungen. Die geschätzten Gesamtkosten der Brücke bei Fridolfing stiegen von 22,4 auf rund 40 Millionen Euro, auch

breiter Widerstand in der Bevölkerung

bildete sich. 

Im April 2015 wandte sich Landrat Siegfried Walch an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann mit der dringenden Bitte, die für die Entwicklung der südostbayerischen Grenzregion wichtige Maßnahme im Strukturprogramm zu berücksichtigen. Der Landkreis Traunstein ist nach wie vor stark an der Errichtung der Brücke als Projekt des Freistaats Bayern interessiert.

2-4) Brücken um Laufen

2012 wurde eine groß angelegte Machbarkeitsstudie zu möglichen Salzachbrücken bei Laufen präsentiert. Doch die Möglichkeit nördlich von Laufen, auf Höhe Letten (2), wäre zu lang, bereits die geschätzten Kosten lagen bei 29 Millionen Euro. Die kürzeste Verbindung böte die Brücke etwa auf Höhe des Fischer-Huber-Parkplatzes, südlich des Ortszentrums (3). Genau diese Variante wurde nun auch vom Staatlichen Bauamt im Bundesverkehrswegeplan vorgeschlagen. In Laufen und Oberndorf ist man davon aber kaum begeistert: Man befürchtet dadurch noch mehr Schwerlastverkehr durch die Salzachstadt. Von den Nachbarorten favorisiert wurde dagegen immer eine mögliche Brücke weiter südlich bei Triebenbach (4). Doch auch sie würde mit geschätzten 29 Millionen Euro relativ teuer und ließe sich aus Naturschutzgründen wohl schwer umsetzen. Von der Stadt Laufen wurde sie bereits aus dem Flächennutzungsplan gestrichen.

5-6) Brücken bei Bergheim

Mögliche Brückenstandorte wurden auch von Salzburger Seite ins Spiel gebracht: Dort wird seit Längerem eine Umfahrung von Bergheim, nördlich von Salzburg, geplant. An diesen "Gitzentunnel" könnte sich direkt eine Brücke über die Salzach anschließen - auf Höhe der österreichischen Orte Siggerswiesen (5) oder Muntigl (6). 

Hier droht aber Widerstand von bayerischer Seite: "Man müsste erst mal ermitteln, wie sich das auf den Verkehr auf deutscher Seite auswirkt", so der Sprecher des Landratsamtes in Bad Reichenhall, Andreas Bratzdrum. Die Belastung für die B20 könnte steigen: "Die Staus auf österreichischer Seite könnten dann einfach auf die B20 umgeleitet werden", so Bratzdrum. Salzburg dürfe seine Probleme nicht auf bayerischer Seite lösen. 

Eine künftige neue Brücke über die Salzach scheint von diesen Varianten wohl am wahrscheinlichsten südlich des Laufener Ortszentrums zu sein.

xe

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