Nach Fluglärm- und Linie-24-Streit

Wirtschaftsforum: Taxi-Boykott ist "klare Erpressung"

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Freilassing - Das Wirtschaftsforum Freilassing verurteilt den Taxi-Boykott scharf: Die nachbarschaftlichen Beziehungen seien den Salzburgern wohl nicht mehr viel wert.

Das Wirtschaftsforum (WIFO) Freilassing verurteilt den pauschalen Salzburger Taxiboykott aus und nach Bayern als „völlig überzogen“. Erstaunt und enttäuscht über den Rückschritt im Euregio-Gedanken reagiert die Freilassinger Geschäftswelt mit Unverständnis über das Ausmaß der Reaktion der Salzburger Taxizentrale. Geschäftskunden und Privatleute bleiben am Flughafen stehen, Kunden werden nicht aus Bayern und damit auch nicht aus Freilassing abgeholt oder hinübergebracht. „Taxiunternehmen sind Teil des Öffentlichen Personennahverkehrs. Sie tragen mit ihrer Dienstleistung zum reibungslosen Ablauf des öffentlichen Lebens bei. Wir appellieren an die Vernunft der Salzburger Taxiunternehmer, dass diese wichtigen Geschäftsbeziehungen aufrecht erhalten bleiben“, erklären die WIFO-Vorsitzenden Anni Klinger und Florian Zeif.

Hintergrund:

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Taxifahrer: Bald nicht mehr über die Grenze?

Ob sich der Ärger der Salzburger Taxiunternehmer beziehungsweise der Funkzentrale und der Wirtschaftskammer am Mindestlohn entzündet, oder daran, dass bayerische Schleierfahnder einen Salzburger Taxifahrer wegen des Verdachts von Schleusung von Flüchtlingen stundenlang festhielt, kommentiert das Wirtschaftsforum nicht. „Es ist Aufgabe der Politik, sich um diese Problematik zu kümmern.“

Dass sich die Salzburger Taxifahrer für ihre Interessen und für rechtliche Klarheit einsetzen wollen, sei legitim. Nicht hinnehmbar ist für das WIFO allerdings, dass offenbar keine Gesprächsbereitschaft und -kultur beziehungsweise keine Sachlichkeit mehr vorhanden ist.

Aufschrei und sofortiger Boykott – die nachbarschaftlichen Beziehungen sind manchen Salzburgern offenbar wenig wert und entspricht in keiner Weise professionellem Verhalten erwachsener Geschäftsleute. „Nach Fluglärm- und Linie-24-Streit ist dieser Boykott eine weitere emotionale Zündelei und eine ganz klare Erpressung. Eine, die der Wirtschaft und der Gesellschaft schadet, und zwar auf beiden Seiten der Grenze. Mit unserem Taxiangebot in Freilassing können wir unseren Bedarf nicht vollständig abdecken.“

Rechtlich gibt es nach Auskunft des Wirtschaftsforums keine Handhabe, denn die Beförderungspflicht der Taxifahrer bezieht sich nicht auf das Ausland. Es bleibt also nur, an die Vernunft zu appellieren.

Pressemitteilung Wirtschaftsforum Freilassing e. V.

Rubriklistenbild: © pa

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